Chinas Einkäufer haben 2021 die Natursteinbranche weltweit wieder auf Trab gebracht: das Land verzeichnete bei den Importen im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um +25,7% (nach Wert)

Quelle: CSMABei den Exporten in die USA legte China sogar um fast +30% zu

Der gleichzeitige Blick auf Chinas Statistiken sowohl für den Import als auch für den Export von Naturstein zeigt, welche Rolle das Land als Einkäufer immer noch spielt, aber auch, dass umgekehrt seine Bedeutung als Lieferant für die ganze Welt weiterhin zurückgeht.

Beim Import gab es 2021 gegenüber dem Vorjahr (nach Wert) eine Steigerung um +25,7%. Im Regelfall handelte es sich dabei um Rohblöcke, deren Wert in der Summe beinahe 3 Milliarden US-$ erreichte. Die Zahlen stammen vom Verband China Stone Material Association (CSMA).

Die Liste der Lieferanten umfasst sämtliche Länder mit leistungsfähigen Steinbrüchen. Damit kann man zurecht behaupten, dass China nach den nur moderaten Rückgängen im Coronajahr 2020 die Branche wieder auf vollen Trab gebracht hat.

Von Problemen in den Lieferketten war dabei offenbar nichts zu spüren; die gestiegenen Transportkosten konnten entweder weitergegeben oder irgendwo aufgefangen werden.

Schaut man sich die Statistiken der Lieferländer an, sofern sie bisher veröffentlicht wurden, bestätigen sie Chinas Rolle als unbestrittener Big Fish unter den Einkäufern. „Make for China“ ist weiterhin die Leitlinie der Steinbranche, wobei das aber nur für Rohblöcke gilt.

Bei Endprodukten hingegen hat die Steinbranche, anders als etwa die Keramikkonkurrenz, es bislang nicht geschafft, signifikante Anteile an dem gigantischen Markt mit über 1,4 Milliarden Bürgern zu gewinnen.

Quelle: CSMA

Bei den Exporten zeigen die Zahlen des Verbands etwas anderes: es gab wieder einen Rückgang, und zwar um (-)3,3% (nach Wert). Deutlicher noch war das bei den Lieferungen nach Europa (-10,9%) und in die ASEAN-Staaten (-11,8%), moderat bei den anderen Ländern in Asien (-6,6%). Im Jahr zuvor hatte der asiatische Wirtschaftsraum nach kräftige Steigerungen verzeichnet, davor wiederum beinahe -10%.

Man darf sich von diesem Rückgängen nicht irreführen lassen. Denn sie spielen sich auf sehr hohem Niveau ab. Jedoch scheint sich der schon länger anhaltende Trend zu bestätigen, dass Chinas Steinbranche sich stärker als bisher um die wachsende und konsumfreudige Mittelschicht zuhause kümmern will.

Angesichts von ökologischen Überlegungen bei den Kunden im Westen haben die billigen Materialien aus China wegen des Transports künftig ohnehin schlechtere Marktchancen als bisher.

Eine Zahl in dieser Exportstatistik ist wirklich bemerkenswert, nämlich der Zuwachs von (+)29,1% bei den Lieferungen in die USA. Die Summe betrug hier 1 Milliarde US-$ – das ist mehr, als viele der großen Exportländer in ihrer Gesamtbilanz erreichen.

Dieses kräftige Plus dürfte eine Folge der Corona-Pandemie sein (die sich genauso in den 2021er Statistiken der anderen großen Exportländer abzeichnet): die deutliche Nachfrage nach Naturstein seitens der privaten Kunden war zunächst allein aus Lagerbeständen gedeckt worden, dann aber wurde klar, dass die Bürger – mangels Fernreisen, Restaurantbesuchen oder neuer Kleidung – wirklich viel Geld in die Aufwertung der Häuser und Wohnungen mit Naturstein stecken wollten.

Mit Blick auf Chinas Statistiken heißt das vermutlich: der signifikante Anstieg bei den Lieferungen in die USA resultierte daraus, dass 2021 die US-Verkäufer ihre Lager wieder auffüllten. Das aber macht die Zahlen des Jahres 2022 richtig spannend: denn an ihnen wird man ablesen können, ob es der Steinbranche gelungen ist, den privaten Nachfrageboom aus der Pandemie in normale Zeiten zu verlängern.

China Stone Material Association (CSMA) (chinesisch)

(19.04.2022)