Der belgische Designer Koen Van Guijze bewegt sich mit seinen Lampen im Grenzbereich zwischen Kunst und Produktdesign

Koen Van Guijze: „Book“.Koen Van Guijze: „Book“.

Für „Book“ packt er die Lichtquelle in eine Art von Schutzkarton (Schuber) und lässt aus dem Inneren ein wenig Erleuchtung herausfallen

Schlicht „Buch“ (Book) heißt ein neues Objekt des belgischen Designers Koen Van Guijze und so schlicht es in der Gestaltung ist, so unendlich sind die Möglichkeiten zur Interpretation darüber, was der Künstler damit ausdrücken will:
* Will er den Büchern als Fundgrube für Erkenntnis Tribut zollen, indem er Erleuchtung aus dem Inneren herausfallen lässt?
* Will er die Zerbrechlichkeit des Wissens thematisieren, indem das ganze Objekt wie ein Schuber (Schutzkarton) aussieht, bei dem das wertvolle Innere vor der brutalen Wirklichkeit draußen geschützt ist?
* Oder will er umgekehrt gerade die Kraft und Beständigkeit des Wissens darstellen, indem er die Außenseiten des Buches aus dünnen Steinplatten fertigt?

Der Leser merkt: die Arbeit von Koen Van Guijze hat uns angestoßen, und so haben wir mal wieder ein bisschen herumspintisiert. In Wirklichkeit aber ist sein „Book“ gemeint als ein profanes Alltagsobjekt, nämlich als Tischlampe im Grenzbereich zwischen Kunst und Produktdesign. Lampen und Licht sind das Feld, in dem der Designer seit 1986 aktiv ist, neuerdings auch mit eigenen Kreationen.

Koen Van Guijze: „Stoned“.Koen Van Guijze: „Stoned“.

In einer Pressemitteilung wird sein Stil umrissen: „Zeitgenössisch, manchmal verspielt, manchmal roh und brutal, aber immer durchdrungen von raffinierten Details, zudem gefertigt aus ,echten‘ oder authentischen Materialien wie Marmor, Messing, Papier, Beton oder Keramik. Im Einklang mit der traditionellen japanischen Philosophie des Wabi-Sabi liebt Van Guijze den ‚Unperfektionismus‘.“

Koen Van Guijze: „Stoned“.Koen Van Guijze: „Stoned“.

Naheliegend ist dabei, dass er das Material manchmal ebenfalls in einem Zustand des Nicht-Perfekten verwendet, gerne aus Reststücken bestehend.

Koen Van Guijze: „Spy“.Koen Van Guijze: „Gruyère“.

Darüber hinaus macht Koen Van Guijze manchmal mit seinen Kreationen auch einen Spaß, etwa im Fall der Tischlampe „Spy“ (Spion) in Form eines Tortenstücks oder bei „Gruyère“, jenem Objekt mit dem Namen und der Form von Käse.

Koen Van Guijze: „Trapèze“.

Die Tischlampe „Trapèze“ hingegen ist eher konventionell, nun ja, zumindest was den Steinfuß angeht.

Koen Van Guijze: „Angolo“.

Bei „Angolo“ handelt es sich um Hängelampen aus Onyx, die der Kunde in der gewünschten Länge bestellen kann.

Koen Van Guijze

Fotos: cafeine, franziska krieck, marine vancampenhout

Koen Van Guijze: „y“ (Why).Koen Van Guijze.

(27.05.2022)