Die Stadt Angoulème hat auf dem Vorplatz ihres Bahnhofs neben dem Obelisken für René Goscinny nun auch einen Hinkelstein für Albert Uderzo aufgestellt

Das Monument für Albert Uderzo.

In 5 Wochen schufen die beiden Bildhauer Morgane Cabusa und François Desforges den Menhir aus einem Rohblock von gut 14 t

Natürlich gehörte es sich so, und natürlich konnte es nur in Angoulème sein: die Stadt in Frankreich, die sich als Treffpunkt der weltweiten Comic-Szene bezeichnet, hat nun auf dem Platz vor dem Bahnhof auch einen Gedenkstein für Albert Uderzo, in Nachbarschaft jenes Obelisks für René Goscinny.

Uderzo, der Zeichner, war im März 2020 im Alter von 92 Jahren verstorben, und natürlich musste es an seinem Erinnerungsort um einen dicken Steinbrocken gehen. Schließlich war eine seiner Figuren von Beruf Händler für Hinkelsteine – wir erinnern uns: es war der Dicke von den beiden, und sofort kommt uns seine wutschnaubende Frage in den Sinn: „WER IST HIER DICK!!!“

Angoulème liegt in der Charante, nördlich von Bordeaux, und bei dem Denkmal für den Zeichner kam ein Stein aus der Gegend zum Einsatz, nämlich der Kalkstein Vilhonneur aus dem Steinbruch der Firma Rocamat in Moulins-sur-Tardoire. Rund 14,7 t war der Rohblock schwer, den die Bildhauerin Morgane Cabusa und ihr Kollege François Desforges in 5 Wochen Arbeit auf 4,5 t reduzierten.

Inklusive Sockel hat der Menhir auf dem Bahnhofsvorplatz nun fast 5 m Höhe und misst um die 8 t.

Natürlich kann in einem solchen Zusammenhang auch die Arbeit nicht ohne Sprüche gelingen: „Wir hatten keinen Zaubertrank, nur Werkzeuge“, betonen die Bildhauerin und der Bildhauer gegenüber der Zeitung Le Parisien.

Zur Einweihung gab Anne Goscinny, die Tochter des Texters der Comics, einen anderen markigen Ausruf leicht modifiziert zum besten: „Die sind verrückt, die Leute aus der Charente“, ließ sie die Anwesenden von ebendort wissen. Auf dem Obelisken als Erinnerung an ihren Vater sind zahlreiche solche Sprüche in den Kalkstein Pierre de Bourgogne eingraviert. Dieser Stein war schon 2017 vor dem Bahnhof von Angoulème aufgestellt worden

(v.l.n.r.): François Desforges, Morgane Cabusa, ganz re: Sylvie Uderzo, links daneben ihr Ehemann.

Anwesend war diesmal auch die Tochter des Zeichners Albert Uderzo. Deren Familie hatte der Stadt das neue Denkmal geschenkt.

Im Januar 2022 war der Menhir eingeweiht worden, pünktlich zum Internationalen Comics Festival (FIBD) in der Stadt. Angoulème plant andere Gedenkorte für Berühmtheiten aus der Szene, manche als Wandgemälde, also ganz anders als für die Väter von Asterix und Obelix, um die es hier ging.

Lithosphere, Morgane Cabusa et François Desforges (französich)

Angoulème (französisch)

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(10.06.2022)