Ehemalige Eisenhütten und Fabriken werden seit einigen Jahrzehnten überall erhalten, um die Schwerindustrie und die Arbeit dort für kommende Generation zu dokumentieren. Erste Schritte für eine Dokumentation antiker Steinbrüche hat das von der Europäischen Union geförderte Projekt Quarry Scapes gemacht. Denn auch bei Steinbrüchen handelt es sich um Zeugnisse des menschlichen Wirtschaftens und Lebens.
Inzwischen ist der Abschlussbericht erschienen. Darin stellen zehn Forschergruppen aus Ägypten, Jordanien, der Türkei und Italien sowie Großbritannien, Belgien und Norwegen ihre Ergebnisse vor. Der Bericht in englischer Sprache (ISBN: 978-82-7385-138-3, ISSN: 0801-5961) kostet 200 norwegische Kronen (rund 25 €), hat 183 Seiten und beinhaltet zahlreiche beeindruckende Fotos.
Unter anderem ging es in dem Forschungsprojekt um das Dokumentieren erhalten gebliebener Steinbrüche beziehungsweise um das Ausfindig-Machen verschwundener. Denn wo sie zum Beispiel für den Bau einer Stadt angelegt wurden, hat die Siedlung später häufig den Bruch verschlungen.
Einzelstudien behandeln unter anderem die Gewinnung von Alabaster für steinerne Särge im alten Ägypten oder von Baumaterial für die römische Stadt Gerasa im heutigen Jordanien. Anhand des antiken Sargalassos in der Türkei wird diskutiert, wie sich nicht nur die kaiserlichen Bauten dort, sondern auch die ehemaligen Brüche für den Tourismus entwickeln lassen.
