Wieder ging es beim IMIB-Wettbewerb für Natursteindesign in der Türkei um Produkte, die sich im Alltag verwenden und auch verkaufen lassen

Der 1. Preis in der Kategorie der professionellen Designer ging an Pınar Araci vom Institut Pratt. „Bağlaç“ (Verbinden) war der Titel ihres Entwurfs für Straßenmöbel.

Zum 10. Mal fand die Ausschreibung in den Kategorien Profis und Studenten statt

Groß sind die Anstrengungen der türkischen Natursteinbranche, neue Verwendungen für die eigenen Steine zu entwickeln. Schon zum 10. Mal fand 2021 der Wettbewerb des Verbands IMIB (Istanbul Mineral Exporters’ Association) statt, der über die Jahre bestimmte Kennzeichen entwickelt hat. So ist als eine der Zielsetzungen für die Teilnehmer vorgegeben, dass nicht spektakuläre Ideen entwickelt werden, sondern Objekte, die im Alltag verwendet werden können, die sich zudem in Massenfertigung produzieren lassen und die danach auch ihren Markt finden.

Industriedesign lautet also das Motto.

Initiativen in anderen Ländern verfolgen hingegen oft ein anderes Konzept: dort dienen diese Wettbewerbe vorrangig dem Marketing, das heißt: man lässt – bevorzugt bekannte – Designer und Architekten spektakuläre Objekte kreieren, die nicht auf Verwendung ausgelegt sind, sondern primär Aufmerksamkeit erregen und das Können der Steinleute und die Schönheit der Steine im jeweiligen Land unter Beweis stellen sollen. Die Marmomac in Italien und die Vitória Stone Fair in Brasilien ebenso wie Firmen und Verbände aus Spanien oder Portugal sind in der Vergangenheit dieser Denkrichtung gefolgt.

Beim aktuellen IMIB-Wettbewerb gab es 174 Einreichungen in den beiden Kategorien Design-Profis beziehungsweise -Studenten. Die Summe der Preisgelder für die insgesamt 11 Pramierungen betrug 132.000 türkische Lira, das sind umgerechnet zwar nur 7650 US-$, jedoch im Land selbst sehr viel Geld pro Preisträger.

Außerdem bekommen die 3 Gewinner in jeder der Studenten-Kategorien Zugang zu einem Auslandsstipendium des türkischen Wirtschaftsministeriums.

IMIB

(Foto ganz oben) Der 1. Preis in der Kategorie der professionellen Designer ging an Pınar Araci vom Institut Pratt. „Bağlaç“ (Verbinden) war der Titel ihres Entwurfs für Straßenmöbel. Mit Travertinblöcken, die eigentlich als minderwertig gelten, gestaltete sie Sitzgruppen aus je 4 Elementen. Die Bürger sollten durch den Aufenthalt im Freien zur Kommunikation ermuntert werden, verstärkt noch durch die Farben und Strukturen der verschiedenen Travertinsorten.
 

Auch die Gewinner des 2. Preises (Berat Celebioglu, Mardin Artuklu University, Izzettin Kutlu, Mustafa Kemal University, Lale Karatas, Uludag University, Serdar Aydin, Karadeniz Technical University) hatten sich über Stadtmöblierung Gedanken gemacht.Auch die Gewinner des 2. Preises (Berat Celebioglu, Mardin Artuklu University, Izzettin Kutlu, Mustafa Kemal University, Lale Karatas, Uludag University, Serdar Aydin, Karadeniz Technical University) hatten sich über Stadtmöblierung Gedanken gemacht. Unter dem Titel „Stone Town“ (Steinstadt) entwarfen sie Elemente, die einzeln verwendet beziehungsweise miteinander kombiniert werden können. Besonderheit sind die Räder, so dass die Möbel sich verschieben lassen. Für die Realisierung empfahlen sie Mardin-Stein, der auch bei großer Hitze kühl bleibt und nur minimal Wasser aufnimmt.
 

Mit „Joint Stone“ gewann Erhan Yildiz (Yildiz Technical University) den 3. Preis in der Profi-Kategorie. Mit „Joint Stone“ gewann Erhan Yildiz (Yildiz Technical University) den 3. Preis in der Profi-Kategorie. Er entwarf Elemente, aus denen sich zusammen mit Ergänzungen aus Holz oder Metall Fahrradständer, Blumenbeete, Mülleimer, Beleuchtungen oder Informationsschilder gestalten lassen. Naturstein ist seiner Ansicht nach das richtige Material dafür, weil es beständig gegen Witterung und Vandalismus ist, sich leicht bearbeiten lässt und mit seinem hohen Eigengewicht große Standfestigkeit hat.
 

Den 1. Preis in der Kategorie Studenten gewann Umut Deniz Demir (Mimar Sinan Fine Arts University) für „Twist“. Den 1. Preis in der Kategorie Studenten gewann Umut Deniz Demir (Mimar Sinan Fine Arts University) für „Twist“. Er hatte eine spiralförmige Installation entworfen, wo Kinder oder Erwachsene Stress abbauen können: die Benutzer können mit ihren Händen an den Steinen reiben, ein Instrumentarium setzt diese Vibrationen in Bilder um – Geräusche werden hier sichtbar gemacht.
 

Der 2. Preis ging an Egemen Sendur (Faculty of Architecture and Design) für „Gaia“. Der 2. Preis ging an Egemen Sendur (Faculty of Architecture and Design) für „Gaia“. Die Schale sammelt Regenwasser und speichert es in einem Tank darunter. In Zentrum können Pflanzen eingesetzt werden, die sich über einen Docht das Wasser aus dem Tank herausziehen. Der Tank ist mit dem Bewässerungssystem zum Beispiel in einem Park verbunden.
 

„AĞ-AÇ“ ist eine Installation, für die Aykan Aras, Can Kayaaslan und Kutay Kaynak von der TED University den 3. Preis erhielten. „AĞ-AÇ“ ist eine Installation, für die Aykan Aras, Can Kayaaslan und Kutay Kaynak von der TED University den 3. Preis erhielten. Ein Baum ist in ein Netz aus Marmorstücken eingepflanzt; so wie er wächst, wird er die Steinelemente (1,5 cm dick) zerbrechen. Das Konzept wurde für die Rotkiefer exemplarisch durchgerechnet.
 

Die Jury vergab mehrere lobende Erwähnungen:
 
Lobende Erwähnung an Muhammed Arif Aksu (Marmara University), Rauf Yasir Geleri (Istanbul Technical University), Sevval Akkuzu (Marmara University) für „The Module“: ein System aus Steinen, wo Straßentiere Wasser trinken und Schutz finden können;Lobende Erwähnung an Muhammed Arif Aksu (Marmara University), Rauf Yasir Geleri (Istanbul Technical University), Sevval Akkuzu (Marmara University) für „The Module“: ein System aus Steinen, wo Straßentiere Wasser trinken und Schutz finden können;
 

Lobende Erwähnung an Elif Beray Yonluer (Hacettepe University) für „Gölge (Schatten): ein Raumteiler, bei dem die Steinelemente drehbar angeordnet sind;Lobende Erwähnung an Elif Beray Yonluer (Hacettepe University) für „Gölge (Schatten): ein Raumteiler, bei dem die Steinelemente drehbar angeordnet sind;
 

Lobende Erwähnung an Oyku Ceylan (Marmara University) für „Link“, eine Außenbeleuchtung, die tagsüber mit Solarzellen Energie sammelt. Marmor dient als Träger für die Leuchte und die Elektronik. Die Solarzellen sind in die Leuchte integriert; Lobende Erwähnung an Oyku Ceylan (Marmara University) für „Link“, eine Außenbeleuchtung, die tagsüber mit Solarzellen Energie sammelt. Marmor dient als Träger für die Leuchte und die Elektronik. Die Solarzellen sind in die Leuchte integriert;
 

Lobende Erwähnung an Muhammed Arif Aksu (Marmara University), Rauf Yasir Geleri (Istanbul Technical University), Sevval Akkuzu (Marmara University) für „Gölge Değirmen“ (Schattenmühle): drehbare Steinkabinen schaffen Rückzugsorte in der Stadt und lassen sich nach dem Sonnenstand ausrichten;Lobende Erwähnung an Muhammed Arif Aksu (Marmara University), Rauf Yasir Geleri (Istanbul Technical University), Sevval Akkuzu (Marmara University) für „Gölge Değirmen“ (Schattenmühle): drehbare Steinkabinen schaffen Rückzugsorte in der Stadt und lassen sich nach dem Sonnenstand ausrichten;
 

Lobende Erwähnung an Elif Beray Yonluer (Hacettepe University) für „Wish“ (Wunsch): bei diesem Lichtelement lassen sich die Steinringe drehen und einrasten, so dass man sowohl die Stärke der Beleuchtung als auch ihr Erscheinungsbild verändern kann.Lobende Erwähnung an Elif Beray Yonluer (Hacettepe University) für „Wish“ (Wunsch): bei diesem Lichtelement lassen sich die Steinringe drehen und einrasten, so dass man sowohl die Stärke der Beleuchtung als auch ihr Erscheinungsbild verändern kann.
 

Mitglieder der Jury waren: Architect Akın GÖLCÜK (Member of the Supervisory Board of the Istanbul Mineral Exporters Association), Architect Ali Derya DOSTOĞLU (Per Se Architecture), Architect Alper DERİNBOĞAZ (Salon Architects), Architect Burak PEKOĞLU (BINAA), Architect Can ÇİNİCİ (Çinici Architecture), Architect Durmuş DİLEKCİ (Dilekci Architecture), Architect Dürrin SÜER (M + D Architecture), Architect Emre AÇAR (ACARARCH), Architect Erhan KILIÇ (Habif Architecture), Architect Gökhan AVCIOĞLU (GAD Architecture), Architect Hasan KIVIRCIK (MTM Architecture), Assoc. Dr. Murat YURDAKUL (Bilecik Şeyh Edebali University Fine Arts and Design Faculty, Head of Jewelry and Jewelry Design Department), Recep Coşkun BOZANLI (Member of the Supervisory Board of the Istanbul Mineral Exporters Association), Architect Salih KÜÇÜKTUNA (PIN Architects), Dr. Serkan ANGI (Istanbul Technical University Geological Engineering Lecturer) and Architect Yasemin ŞENER (PRchitect, Editorial Director of Natura Magazine).

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(29.07.2022)