Der Tag des Geotops findet am 18. September 2022 bundesweit statt und informiert wieder über Geologie

Poster zum Tag des Geotops 2022.

Gezeigt werden Orte, wo die Erdgeschichte offen zu Tage tritt / Ein besonderer Besuchsort ist der Gipsberg in Brandenburg

Der Tag des Geotops will den Bürgern geologische Sachverhalte näherbringen. Im Mittelpunkt stehen Orte, wo die Erdgeschichte offen zu Tage tritt und man Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile betrachten kann.

Er findet alljährlich am dritten Sonntag im September statt.

Der Aktionstag wird von der Fachsektion GeoTope und GeoParks in der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologischen Vereinigung (DGGV), gemeinsam mit den Geologischen Diensten der Länder und weiteren Stellen organisiert. Die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung ist Unterstützer.

Sperenberger Gipsberg in Brandenburg

Schnitt durch den Sperenberger Gipsberg. Quelle: Heimatstube Sperenberg / GeoUnion

Von der GeoUnion haben wir einen Hinweis auf das Geotop Sperenberger Gipsberg im Kreis Teltow-Fläming erhalten: „Während das Norddeutsche Tiefland in Brandenburg überall von den Lockersedimenten der Kaltzeiten bedeckt ist, tritt hier Festgestein an die Oberfläche, das sonst in der Tiefe der Erde verborgen ist: Gips. Verantwortlich dafür ist eine eigenartige geologische Erscheinung: ein so genannter ,Salzdiapir‘.

In der Tiefe abgelagertes, 250 Millionen Jahre altes Steinsalz aus der Zechsteinzeit wurde lokal mobilisiert, stieg auf und drückte den Gips (ebenfalls aus der Zechsteinzeit) an die Oberfläche. Während das Salz weg-gelöst wurde, blieb Gips übrig und bildet seitdem den Sperenberger ,Gipshut‘.

Der Sperenberger Gipsberg ragt rund 45 m über die Umgebung hinaus. Der Gips wurde jahrhundertelang abgebaut, als Werkstein verwendet und zu Gipspulver gebrannt, aus dem mit Wasser Gipsmörtel hergestellt wird. Die Zisterziensermönche vom Kloster Zinna nutzten ihn bereits im 12. Jahrhundert, später bauten Bauern und Kaufleute den Gips ab. Im 15. Jahrhundert fällt das Gebiet um Sperenberg an Brandenburg, und ab da hat der Kurfürst, später der preußische König seine Hand auf dem Sperenberger Rohstoff. Das gebrannte Gipsmaterial lieferte die Grundlage für die reiche Stuckdekoration in den kurfürstlichen und königlichen Bauten Berlins und Potsdams. Die Verarbeitungsanlagen wurden immer größer, im 19. Jahrhundert entstand eine große Gipsfabrik neben dem Gipsberg.

Die Geschichte des dortigen Gipsbergbaus wird in der Sperenberger Heimatstube gezeigt. Am Tag des Geotops informieren Geologen an den Schautafeln vor Ort.“

Programm

Tag des Geotops

(13.09.2022)