Das Designerduo Apospersano gestaltet für die Firma Pimar Lichtakzente und Wandplatten aus Lecce-Kalkstein

Apospersano für Pimar: „Lampade Parete“.

Neu an den Kreationen ist, dass nicht die Form im Mittelpunkt steht, sondern das Material und seine Wirkung

Das Designerduo Apospersano hat seit 2020 die künstlerische Leitung bei der Natursteinfirma Pimar inne. Es sind Alessandra Apos und Andrea Persano, die aus Salento stammen und insofern quasi Nachbarn des Unternehmens sind, das seinen Kalkstein etwas weiter südlich im Stiefel von Italien gewinnt. Die beiden arbeiteten schon während ihres Studiums an der La Sapienza Universität in Rom für Pimar und mit deren Pietra Leccese, und, was man bisher von ihnen gesehen hat, scheinen sie einen eigenen Stil zu haben.

Produktdesign ist schon seit langem ein Thema bei Pimar, und im Katalog der Firma gibt es zahlreiche kleine Alltagsgegenstände aus Stein. Jedoch merkt man fast allen Objekten an, dass die Designer sich eher der Tradition der Bildhauer als die der Industriedesigner verpflichtet fühlten: es sind Dinge, die anfangs ein kleiner Steinblock waren, aus dem das endgültige Objekt herausgeschält wurde.

Die Konsequenz davon war, und man kann das beim Naturstein-Produktdesign auf der ganzen Welt beobachten: bei den Objekten steht die Form im Mittelpunkt, zudem sind sie schwer, folglich unhandlich und kaum zu verkaufen, weil Stein nun mal sein Gewicht hat.

Bei Apospersano steht nun die Funktion der Objekte im Vordergrund. Das muss aber nicht zwingend immer das sein, was man auf den 1. Blick erwarten würde.

„Lampade Parete“.

Bei den „Lampade Parete“ (Wandlampen) geht es nicht um Beleuchtungskörper, sondern um Lichtakzente für einen Raum. Es sind quadratische Lampen mit 3 Ebenen: dem Boden der Lampe, dem Lichtkörper selbst und der Abdeckung. Boden und Abdeckung sind aus dünnen Platten aus Stein hergestellt, und verwenden verschiedene farbliche Varianten des Lecce-Kalksteins.

Zudem, und das ist jetzt ein wundervolles Spiel mit der Geometrie, kann die Abdeckung verschiedene Formen haben, und man kann mit der Drehung spielen.

Das ist Minimal-Design vom Feinsten, und dabei tritt das Material mit seinen Farbtönen weiß, gelb und grau gegenüber der Form in den Vordergrund.

Apospersano für Pimar: „Spiga“.

Ähnlich bei den Wandplatten, die ebenfalls auf der Messe Salone del Mobile 2022 gezeigt wurden. Beinahe schüchtern schneiden die beiden Designer Linien in die Steinoberfläche ein oder kombinieren sie wieder zu geometrischen Formen.

Apospersano für Pimar: „Ritmo“.

Bei „Ritmo“ sind diese Formen Parallelogramme – auch wieder nichts Außergewöhnliches.

Jedoch gibt es dem Stein aus der Hand der Natur eine schöne geometrische Ergänzung aus der Hand der Menschen.

Das ist keineswegs neu, und man hat es schon oft gesehen. Aber es ist immer wieder schön und zeigt von der Absicht der Designer, sich selber zurückzunehmen und statt ihrer Kreativität das Material zur Wirkung zu bringen.

Pimar

Katalog Design

Katalog Wandplatten

Apospersano

Fotos: Pimar

Apospersano für Pimar: „Natura F“.Apospersano für Pimar: „Natura FP“ (links) und „Natura F“ (rechts).Apospersano für Pimar: „Nastro“.Apospersano: Alessandra Apos und Andrea Persano.

(16.09.2022)