Peter’s Corner: der große Covid-19-Nachfrageboom nach Naturstein für die Verschönerung der privaten Eigenheime geht zu Ende

Peter Becker, Stone-Ideas.com.

Indizien sind, dass die Verbraucher wieder fliegen und dass die Raten für Containertransporte rapide fallen

Zu den Gewinnern der Covid-Pandemie zählte die Natursteinbranche. Weil den Bürgern die üblichen Ausgaben wie Kultur, Restaurants und vor allem Reisen nicht möglich waren, investierten sie dieses Geld in die Verschönerung und Aufwertung ihrer Eigenheime, Wohnungen und Gärten. Dies geschah überall in den Industrieländern.

Im Dezember 2022 aber ist die Party geht zu Ende.

Ablesen kann man die Trendumkehr vor allem daran, dass die Verbraucher wieder reisen: Seit einigen Monaten vermeldet die IATA, der Dachverband der Fluggesellschaften, dass es nach dem dramatischen Rückgang während der Pandemie wieder ebenso stark steigende Zahlen gibt.

Für den Oktober 2022 heißt es in der monatlichen Analyse: die verkauften Passagier-Kilometer (RPK) erreichten schon wieder 74,2% des Niveaus von 2019, also vor der Pandemie. Im September 2022 waren es noch 73,8% gewesen.

Besonders stark stieg die Nachfrage nach internationalen Flügen.

Die Verbraucher auf der ganzen Welt nahmen an diesem Trend teil, mit Asien-Pazifik an der Spitze.

Nur China nimmt hier eine Ausnahmeposition ein. Denn dort verfolgt die Regierung weiter ihre Null-Covid-Politik, die die ganze Wirtschaft einschließlich des Tourismus stark behindert.

Es gibt noch einen 2. Indikator, der unsere These von der Abkühlung der privaten Nachfrage nach Naturstein unterstützt – die Frachtraten für Containertransporte fallen weltweit und die Warteschlangen der großen Schiffe vor den internationalen Häfen werden kürzer.

Die Situation war hier: Als die Privatleute anfingen, in ihre Immobilien zu investieren, gab es eine starke Steigerung bei der Nachfrage nach Baumaterialien. Diese Nachfrage kam zunächst aus den USA, wenig später auch aus Europa.

Wegen Transportproblemen kamen damals die Lieferanten nicht nach, denn die Lockdowns in den chinesischen Häfen hatten die internationalen Frachtketten durcheinander gewirbelt.

In der Folge explodierten die Preise für Containertransporte.

Das pegelt sich jetzt wieder ein: die Preise für Transporte fallen und die Nachfrage nach Shipping bewegt sich wieder auf das normale Niveau zu, lautet der Tenor auf den Webseiten der großen Reedereien.

Fazit, alles in allem: Es wird mehr Geld für Reisen als für Konsumgüter ausgegeben.

Noch eine Betrachtung: Auf welches Niveau aber wird die private Nachfrage nach Naturstein zurückfallen?

Das lässt sich nicht sagen und hängt davon ab, in wieweit die Steinbranche den aktuellen Trend der Verbraucher zu „grünen“ Produkten nutzen kann.

Die Marketingaktivitäten mancher Firmen und Verbände lassen darauf hoffen, dass es gelingen kann, die Verbraucher von Engineered Stones oder von der Keramik abzuwerben.

Allerdings: davon würden aber vor allem heimische Produzenten profitieren.

Was die von manchen Quellen vorhergesagte weltweite Rezession angeht: es gibt in der Tat viele Faktoren, die für 2023 nicht das Beste erwarten lassen – Ukraine-Krieg, Inflation in Europa und in den USA, Energiekrise in Europa, anhaltende Covid-19-Störungen in China. Bis März 2023 aber sind die Auftragsbücher der Firmen noch gut gefüllt. Was danach kommt, weiß man nicht.

IATA

(04.12.2022)