Chancen für Natursteinpflaster: der sportliche Effekt des Spazierengehens könnte durch eine „aktiv gestaltete Stadtlandschaft“ verstärkt werden

Eine „aktiv gestaltete Stadtlandschaft“ bietet den Bürgern viel Gelegenheit für körperliche Bewegung. Rendering: Anna Boldina

Es geht um Balancieren oder Stufensteigen, wobei Handläufe das Gefühl von Sicherheit vermitteln müssten

Eine von der Universität Cambridge geleitete Studie ergab, dass sich die meisten Erwachsenen, wenn sie die Wahl hätten, sich für anspruchsvoll gestaltete „Spaß“-Wege durch die Stadt entscheiden würden: Bis zu 78 % der Spaziergänger würden eine anspruchsvollere Strecke mit Hindernissen wie Balancierbalken, Trittsteinen und hohen Stufen wählen, um sich körperlich zu betätigen; eine „aktiv gestaltete Stadtlandschaft“ für städtische Wege könnte dazu beitragen, die weit verbreitete Inaktivität der Bürger heutzutage zu bekämpfen und ihre Gesundheit zu verbessern.

Hier ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für Pflaster aus Naturstein.

Millionen von Menschen im Vereinigten Königreich erreichen die empfohlenen Ziele für körperliche Betätigung nicht. Mehr Bewegung „unterwegs“ kann der Schlüssel sein, um dies zu ändern, nur: ein Spaziergang auf dem Bürgersteig ist zwar besser als gar nichts, führt aber nicht zu einem signifikanten Anstieg der Herzfrequenz und gilt daher nur als leichte Übung. Gehen als solches verbessert weder das Gleichgewicht noch die Knochendichte, es sei denn, es beinhaltet Elemente wie Springen, Balancieren und Steigen.

Einige der Erkenntnisse der Studie:
* Die einladendsten Strecken waren diejenigen mit breiten, stabil aussehenden Balancierbalken und breiten Trittsteinen.
* Die Teilnehmer hatten oft Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, aber Sicherheitsmaßnahmen wie zum Beispiel Handläufe erhöhten die Akzeptanz einiger Strecken.
* Schwierigere Herausforderungen, wie Hindernisparcours und schmale Balancierbalken, sollten in Bereichen platziert werden, die eher von jüngeren Nutzern frequentiert werden.
* Es überraschte nicht, dass anspruchsvolle Strecken, die gleichzeitig als Abkürzung dienen konnten, für den „beiläufigen Sport“ besonders attraktiv waren: Bis zu 55 % der Teilnehmer wählten solche Strecken.
* Die Forscher fanden auch heraus, dass die Gestaltung der Bürgersteige, die Beleuchtung und die Blumenbeete sowie die Beschilderung die Teilnehmer auf anspruchsvollere Strecken brachten.
* Viele Teilnehmer (40 %) gaben an, dass der Anblick anderer Menschen, die einen anspruchsvollen Weg nahmen, sie dazu ermutigte, dies ebenfalls zu tun.

Ältere Teilnehmer befürworteten das Konzept der „aktiven Gestaltung der Stadtlandschaft“ ebenso wie jüngere, entschieden sich aber seltener für die anspruchsvolleren Strecken. Dennoch gab über alle Altersgruppen hinweg nur ein kleiner Prozentsatz der Teilnehmer an, dass sie abenteuerliche Optionen ganz vermeiden würden.

Die Studie wendete das Konzept der „Choice Architecture“ (gewünschte Entscheidungen erleichtern, weniger gewünschte Entscheidungen erschweren) an sowie die „Fun-Theorie“, eine Strategie, mit der körperliche Aktivität spannender gemacht werden soll, sowie einige der wichtigsten Grundsätze der Überzeugungsarbeit: sozialer Beweis, Sympathie, Autorität und Konsistenz.

A. Boldina et al., ‘Active Landscape and Choice Architecture: Encouraging the use of challenging city routes for fitness’, Landscape Research (2022). DOI: 10.1080/01426397.2022.2142204

(13.12.2022)