Die Deutschen haben auch im 3. Covid-Jahr (2022) viel Geld in Naturstein im Zuhause investiert

Quelle: DNV

Der Verbrauch stieg um gut +14% gegenüber dem Vorjahr (2021), als die Gesamtsumme schon einmal um +10,6% gestiegen war

Wie die Natursteinbranche weltweit, sind auch Deutschlands Steinfirmen gut durch das 3. Jahr der Pandemie gekommen: der Verbrauch an Naturstein stieg 2022 gegenüber den Vorjahr um kräftige +14,4% auf 755 Millionen €. Im 2. Covid-Jahr (2021) war er schon um +10,6% auf 677,6 Millionen € hochgegangen. Der Grund dafür hing mit der Pandemie zusammen (auch ohne Lockdown, der in Deutschland nicht verhängt worden war): die Bürger hatten bei der Arbeit aus dem Homeoffice das Zuhause schätzen gelernt und jenes Geld, das sie nicht für Reisen, Kleidung oder Kultur ausgeben konnten, investierten sie in die Ausstattung ihrer Häuser, Wohnungen und Gärten.

Um es gleich zusagen: dieser Nachfrageboom wird 2023 nicht anhalten, sondern, wir vermuten, dass der Verbrauch sich wieder bei den üblichen jährlichen Steigerungen von um die +6% einpendeln wird. Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Naturwerksteinverbands (DNV), wo auch die Statistik präsentiert wurde, waren solche Einschätzungen von Firmenvertretern zu hören.

Einen Rückgang im Natursteinverbrauch muss man aber wohl nicht fürchten: in Deutschland ist das Interesse an nachhaltigen Produkten sehr groß und die wohlhabenden Bürger reden nicht nur davon, sondern sind wirklich bereit, für solche Produkte Geld auszugeben.

Zudem hat der Verband Erfolg mit seiner Internetkampagne „Zukunft Naturstein“, mit der er seine Materialien für eine nachhaltige Bauweise propagiert.

Deutschland gehört schon seit einigen Jahrzehnten zu jenen Ländern, in denen die heimische Produktion an Naturstein dem Verbrauch weit hinterher hinkt. Ähnliche Märkte sind Großbritannien, die USA, Mexiko oder Japan und Korea, um nur einige zu nennen.

Quelle: DNV

Bei der heimischen Produktion in Deutschland scheint sich aber etwas zu tun: während der Verbrauch um +14,4% anstieg, erzielte auch der Ausstoß der deutschen Firmen einen signifikanten Anstieg, und zwar mit +12% beinahe um denselben Wert. Wir hatten im Bericht aus dem Vorjahr bereits angedeutet, dass die Firmen dabei sind, ihre Kapazitäten hochzufahren.

Eine Grenze des Wachstums ist im Moment hier gezogen durch den gravierenden Mangel an Fachpersonal und den Widerstand in der Bevölkerung gegen neue Steinbrüche oder Erweiterungen in ihrer Nähe.

Was die Ausfuhren der deutschen Steinfirmen angeht, bezeichnet der Verband sie zurückhaltend als „im Vergleich zu den Einfuhren sehr gering“: die Summe von 86 Millionen € war in der Tat nicht üppig. Nach Tonnage gingen sie gegenüber dem Vorjahr sogar um (-)12,9% zurück, stiegen nach Wert aber um +4,2%. Deutschland hat nur etwa eine Handvoll Steinfirmen, die international aktiv sind, dies aber auf höchstem technischen Niveau.

Da sie auch im Inland aktiv sind, ist es für ausländische Lieferanten sehr schwierig, bei Bewerbungen um attraktive Architekturprojekte den Zuschlag zu bekommen.

Einige Firmen vor allem aus Italien zeigen aber, dass es gelingen kann.

Deutscher Naturwerksteinverband (DNV)

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(04.08.2023)