2021 stieg in Deutschland der Verbrauch an Naturstein gegenüber dem Vorjahr um +10,6% (nach Wert)

Quelle: DNVDie Summe der verkauften Steinprodukte betrug 677,6 Millionen €, davon wurde mehr als die Hälfte aus dem Ausland importiert

Das Jahr 2021 war für die Natursteinbranche in Deutschland wieder ein richtig gutes Jahr, erkennbar daran, dass der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um +10,6% (nach Wert) stieg. In diesem Zusammenhang muss man auf die Summe in Zahlen hinweisen: sie betrug 677,6 Millionen € also deutlich mehr als eine halbe Milliarde. Diese Zahlen hat der Deutsche Naturwerkstein-Verband (DNV) veröffentlicht.

Vorrangig sind es 2 Entwicklungen, die zu dem Anstieg geführt haben: zum einen hat die Branche von der Corona-Pandemie profitiert, weil viele Bürger das Geld, das sie normalerweise für Reisen, Kultur, Restaurants oder Kleidung ausgegeben hätten, in ihre Wohnungen und Häuser investierten; zum anderen schlägt sich hier die neue Marketing-Kampagne des Verbands nieder. Die war 2021 mit dem Titel „Zukunft Naturstein – natürlich nachhaltig“ gestartet worden und zeigt vor allem in den Social Media, was man mit Naturstein machen kann und dass Bauen mit diesem Material klimaneutral ist.

Besonders interessant ist die Statistik dann, wenn man den gestiegenen Verbrauch der heimischen Gewinnung gegenüberstellt. Die Produktion der deutschen Firmen stieg nämlich nur um +1,9% (nach Wert) – folglich müssen die Importe deutlich in die Höhe gegangen sein.

Die Tabelle bestätigt das: die Einfuhren an Naturstein stiegen um +20,3%, und machen damit wie schon in den Vorjahren gut die Hälfte des Verbrauchs aus. Zu beachten ist: es handelte sich fast ausschließlich um Endprodukte, etwa Fassadenplatten, polierte Bodenfliesen oder Pflastersteine, um nur einige der üblichen Steinwaren zu nennen.

Quelle: DNV

Jedoch: Während Deutschland bei den Einfuhren ein Riese ist, ist es bei den Ausfuhren ein Zwerg. Anzumerken ist hier allerdings: den größten Teil der Exporte erzielten Firmen in Architekturprojekten auf höchstem technischem Niveau. Es handelt sich nur um eine Handvoll Unternehmen, jedoch sind sie auch im Inland die Schwergewichte.

Das wiederum macht es macht es schwierig für ausländische Lieferanten, in Deutschland Aufträge für große Architekturprojekte an Land zu ziehen.

Ohne großes Risiko kann man eine Prognose für den deutschen Verbrauch an Naturstein für die nächsten Jahre wagen: er wird weiter steigen, unter anderem weil die Informationskampagne des Verbandes Früchte tragen wird.

Davon wird mehr als bisher auch die heimische Produktion profitieren: einige Firmen, die zuletzt an der Grenze ihrer Kapazität angekommen waren, haben in neue und zusätzliche Maschinen investiert.

Deutscher Naturwerkstein-Verband

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(22.08.2022)