Neu in der Liste der Heritage Stones: Rochlitzer Porphyrtuff

Propstei St. Trinitatis, Leipzig: Fassade aus Rochlitzer Porphytuff von Schulz und Schulz Architekten. Foto: Frank Vincentz / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Das rote Gestein aus Sachsen stammt aus einem Supervulkan und findet sich an zahleichen Bauwerken

Der Rochlitzer Porphyrtuff wurde 2022 in die Liste der „Heritage Stones“ (auch: Geoheritage Stones) aufgenommen. Damit ist er der erste Stein aus Deutschland, genauer: aus Sachsen, der diesen Titel tragen darf. Die Bezeichnung wird von der International Union of Geological Sciences (IUGS) vergeben und würdigt einen Naturwerkstein, der eine wichtige Rolle in der Kultur über die Jahrhunderte gespielt hat und noch spielt.

Der Stein entstand vor über 290 Millionen Jahren durch die Aktivität eines Supervulkans, der aus Schloten und Erdspalten riesige Mengen an Lava und Asche hoch in die Atmosphäre und über das Land verteilte. „Die Auswurfmassen zählen zu den größten, die bisher weltweit entdeckt wurden“, heißt es auf der Webpage des Nationalen Geoparks Porphyrland in Sachsen, „nach ihrem Erkalten bilden sich über 500 m dicke Schichten aus unterschiedlichen Porphyren.“

Der Stein entstand in der Zeit des Rotliegend im Unterperm.

Seidelbruch auf dem Rochlitzer Berg: Foto: Fjordfisch / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Seit dem frühen 12. Jahrhundert wird er am Rochlitzer Berg in der Nähe der sächsischen Kleinstadt Rochlitz als Material für Bau- und Bildhauer abgebaut. Früher trug er landläufig die Bezeichnung Sächsischer Marmor.

Aufgrund seiner kräftigen roten Farbe und interessanten Struktur prägt er das bauliche Erbe einer ganzen Region in Deutschland und darüber hinaus.

Romanisches Portal aus Rochlitzer Porphytuff aus dem 12. Jahrhundert an der Stiftskirche in Wechselburg. Foto: Heiner Siedel

Er wurde an zahlreichen Bauwerken verwendet, so bei der romanischen Klosterkirche in Wechselburg, am Leipziger Rathaus, an der Villa Esche des Architekten Henry van de Velde in Chemnitz (1911) oder für die Neugestaltung des Grabes von Immanuel Kant (1924) im heutigen Kaliningrad.

Unter den aktuellen Bauwerken ist die Fassade des 2015 eingeweihten Kirchenneubaus der Leipziger Propsteikirche St. Trinitatis besonders erwähnenswert.

Die Aufnahme in die Liste der Heritage Stones wurde durch die Initiative von Prof. Dr. Heiner Siedel und Dr. Annett Kaldich von der Fakultät für Physik und Geowissenschaften an der Universität Leipzig angestoßen.

Geopark Porphyrland

Die Liste der „Heritage Stones“ ist online auf der Webpage der International Union of Geological Sciences (IUGS) https://iugs-geoheritage.org/.

In Leipzig ist der Rochlitzer Porphytuff unübersehbar, hier am Alten Rathaus. Foto: Peter Becker

See also:

(23.08.2023)