Im Schweizer Kanton Uri wurden historisch und ökologisch bedeutsame Steinmauern wieder hergestellt

Projekt Bümausa.Projekt Bümausa.

Meist handelt es sich um Trockenmauern, wo die Steine nur aufeinander gestapelt sind

Bürglen ist ein kleiner Ort im Schweizer Kanton Uri. Er bezeichnet sich als die Heimat von Wilhelm Tell, des Nationalheldens des Landes, und nennt sein Mitteilungsblatt deshalb „Tell Me“. In jener Veröffentlichung war kürzlich von dem Projekt Bümausa zu lesen, ausgeschrieben Bürgler Mauersanierung. Gemeint ist damit die Wiederherstellung von alten Steinmauern in dem Ort und in der Umgebung, die viele Jahrzehnte dem Verfallen preisgegeben waren und deren historischen und ökologischen Wert man nun wiederentdeckt hat.

Insgesamt wurden dort 254 Mauern auf einer Strecke von 8,9 km saniert.

Die Mauern dienten ehemals als Abgrenzung von Parzellen oder in steilem Gelände zur Terrassierung. Lesesteine sind kleine Brocken, die die Bauern über viele Jahrhunderte aus ihren Äckern und Wiesen herausfischten, um die Nutzfläche zu verbessern. Ähnliche Initiativen gab es bereits in den Nachbarorten Altdorf und Silenen.

Meist handelt es sich um Trockenmauern, wo die Steine nur aufeinander gestapelt sind. Jedoch gibt es auch Teile, die mit Mörtel verstärkt sind.

Projekt Bümausa.Projekt Bümausa.

So oder so sind diese Anlagen wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere: Moose, Flechten oder auf extreme Standorte spezialisierte Pflanzen nutzen die Tatsache, dass die Steine porös sind, das sie Regenwasser speichern und so helfen, dass der Bewuchs Trockenperioden überstehen kann.

Das wiederum lockt Insekten an. Auf die haben es viele Kleintiere wie Eidechsen abgesehen. Sie finden in den Ritzen zwischen den Steinen Schutz vor Vögeln oder anderen Arten, die in der Nahrungshöhe höher stehen und sich von ihnen ernähren.

Ein besonders markanter Abschnitt der sanierten Strecke ist die Franzosengasse in Bürglen. Sie ist Teil eines historischen Wallfahrtsweges (von der Kirche Bürglen zur Kapelle Riedertal) und hat nationale Bedeutung. Auf beiden Seiten des Weges gibt es hier die Mauern.

Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 612.000 Schweizer Franken (ca 635.000 €). An der Finanzierung waren neben der Gemeinde und dem Kanton auch verschiedene Organisationen beteiligt. Auch wirkten die Anwohner mit Eigenleistungen mit.

Bürglen

Fotos: Gemeinde Bürglen, Uri

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(24.11.2023)