Das Ziel der EPDs ist, zu mehr Nachhaltigkeit am Bau zu kommen, also den Verbrauch an Ressourcen, die Freisetzung von Schadstoffen und die Freisetzung von Klimagasen zu senken.

In unserem Hauptartikel zum Thema haben wir beschrieben, welche Bedeutung die Verwertung von Steinmehl für die Ökobilanzen der Branche hat.
https://www.stone-ideas.com/103786/verwertung-des-steinmehls-epds/

Die Ökobilanz eines Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus ( „Cradle-to-Crave“) wird in vier Phasen gegliedert:
* A beschreibt die Herstellung beziehungsweise Gewinnung der Baustoffe sowie deren Transport zur Baustelle und das Baugeschehen als solches;
* B wirft den Blick auf die Nutzung des Gebäudes nach Fertigstellung. Dazu gehören auch der Verbrauch an Energie oder Wasser und genauso Wartung und Reparaturen/Komponentenaustausch;
* C hält alle Daten zum Abriss fest;
* D widmet sich einer möglichen Wiederverwendung der Materialien.

Die Phasen C und D können auch separat betrachtet werden, und heißen dann EoLD (End of Life Declaration). Das kann insofern wichtig sein, als Recycling als Ziel schon die Herstellung der Baustoffe in Phase A beeinflussen kann.

Die Ökobilanz eines Gebäudes wird in vier Phasen gegliedert.

Klar ist, dass in einer Ökobilanz und genauso einer EPD (Environmental Product Declaration, Umwelt-Produktdeklaration) einzelne Bereiche auf Abschätzungen beruhen müssen, da sie in der Zukunft liegen.

Zu beachten ist auch: Die Lebensdauer eines Baustoffs kann sich vom Lebenszyklus eines Bauwerks unterscheiden.

Das Ziel der EPDs ist, zu mehr Nachhaltigkeit am Bau zu kommen, also den Verbrauch an Ressourcen, die Freisetzung von Schadstoffen und die Freisetzung von Klimagasen zu senken.

Der Weg dafür soll eine Selbststeuerung mit dem Verbraucher als Leitfigur sein: indem die Datensammlungen der EPDs einen fairen Wettbewerb der Baustoffe ermöglichen, sollen Architekt und Investor die besten Materialien wählen.

Dass dieses Prinzip funktioniert, ist jetzt schon erkennbar: Investoren werben mit den Zertifizierungen wie LEED oder BREEAM, die ihre Gebäude erreichen, weil sie sich damit besser vermieten oder verkaufen lassen.

Die Daten für die EPDs kommen von den Herstellern beziehungsweise Lieferanten der Baustoffe. Wissenschaftliche Institute erheben sie und machen sie vergleichbar.

In allen Ländern gibt es solche Institute. Sinnvoll ist natürlich, ein Institut vom jeweiligen Zielland zu beauftragen.

Für die Steinbranche hat das Natural Stone Institute (NSI) eine ganze Sammlung von Materialien zu dem Thema zum kostenlosen Download ins Netz gestellt.

Die Idee hinter dieser kostenlosen Hilfestellung ist, die gemeinsame Position der Steinfirmen weltweit gegenüber den Konkurrenten aus Keramik oder Kunststein zu stärken.

Natural Stone Institute (NSI)

(14.12.2023)