„Welche Kosten für Frankreich sind mit den Importen von Naturstein verbunden?“ fragt eine Studie des dortigen Verbands

SNROC zeigt auf seiner Webpage ein Foto der gewaltigen Kalksteinfundamente, auf denen der Eiffelturm ruht.

Der Verband SNROC präsentierte auf der Messe Rocalia eine typisch französische Sichtweise auf das Thema Nachhaltigkeit

Eine neue Studie aus Frankreich stellt die Frage nach den „Wirklichen Kosten der Natursteine aus dem Ausland“, so der Untertitel eines Videos. Das Ergebnis überrascht nicht: sie sind teurer, wenn man zu den Belangen des Klimas die Folgen der fehlenden Wertschöpfung in Frankreich hinzurechnet. Anders ausgedrückt: Die wirklichen Kosten können anders gesehen werden als die Preise. Oder: wer heimische Steine kauft, unterstützt die ganze Region und das ganze Land.

Vorgestellt wurde die Studie auf der 3. Ausgabe der zweijährigen Messe Rocalia im Dezember 2023 in Lyon. Initiiert hatten sie verschiedene Natursteinverbände, ausgeführt worden war sie vom Institut Veïa mit Sitz in der Bretagne. Zwei zentrale Aspekte hatten die Wissenschaftler in den Blick genommen:
* Welche sind die monetären Konsequenzen, die an importierten Produkten statt solchen aus heimischen Quellen hängen?
* Wie lassen sich die klimatischen Folgen langer Transportwege, also der Ausstoß von mehr Klimagas, monetär darstellen?

Herausgekommen ist eine leicht verständliche Tabelle, die französische Granite mit solchen aus Spanien, Portugal und China vergleicht, und dieselbe Gegenüberstellung auch mit Kalksteinen aus Spanien und der Türkei macht.

Wir zeigen die beiden Tabellen. Erläuterungen dazu: Die Preise für Steine aus Frankreich sind sozusagen als Basiskosten veranschlagt. Am Ende jeder Tabellensäule lässt sich ablesen, um wie viel höher die Kosten der Einfuhren sind.

Die wirklichen Kosten von einheimischen gegenüber importierten Graniten in Frankreich.Die wirklichen Kosten von einheimischem gegenüber importiertem Kalkstein in Frankreich.

Zum besseren Verständnis:
* Die Berechnungen wurden für ein typisches Projekt in Paris mit 5000 m² Granitpflaster beziehungsweise 2000 m² Kalksteinpflaster durchgeführt.
* Die weißen Säulen benennen die Verkaufspreise, auf die die Kunden in Frankreich treffen würden.
* Die grüne Säule rechnet die ökologischen Folgen der Transporte hinzu. Dies nicht nur für die ausländischen Lieferungen, sondern auch für die heimischen Transporte innerhalb von Frankreich, die schließlich auch anfallen.
* Die blaue Säule widmet sich ganz der finanziellen Betrachtung. Für Frankreich sind es die Erträge für Gemeinden und Staat (Steuern), die Bedeutung der Arbeitsplätze für eine Region usw. Sie tauchen in der Tabelle jedoch nicht auf, weil sie in die Verkaufspreise einkalkuliert sind. Bei den ausländischen Lieferungen fallen sie im Zielland Frankreich aber gar nicht an, sind also negative Erträge – also Kosten, die diese Produkte für die Allgemeinheit in Frankreich mit sich bringen.

Diese Art der Berechnung erlaubt, die kompletten finanziellen Belange der Steinimporte in €-Summen zu vergleichen.

Die CO2-Transportbilanzen von einheimischen gegenüber importierten Graniten in Frankreich.

Was die Umweltbelange angeht, liegen die Kosten um zwei- bis viermal höher als bei heimischen Produkten. In Bezug auf die Transporte wurden für Spanien beziehungsweise Portugal LKWs angenommen, für die Türkei beziehungsweise China Schiff plus LKW.

Was Arbeitsplätze angeht, beziffert VËIA sie auf zehn direkte (Steingewinnung, Verarbeitung, Verkauf) zuzüglich zehn indirekte plus 3 weitere im Bereich der Baubranche und des Innenausbaus.

Insgesamt umfasst die Steinbranche in Frankreich laut SNROC 750 Firmen, 6100 direkte Jobs, 599 Steinbrüche und erreicht 524 Millionen € an jährlichen Umsätzen. Die Exporte machen pro Jahr nur circa 89 Millionen € aus, die Importe an Endprodukten aber 393 Millionen € und an Rohprodukten 57 Millionen €.

Rund 50 % des Steinverbrauchs in Frankreich wird mit ausländischen Lieferungen erfüllt, schreibt SNROC.

Initiator der Studie war der Natursteinverband SNROC (Syndicat National des Industries de Roches Ornementales et de Construction Pierre Naturelle) mit Unterstützung des Technikverbandes CTMNC (Centre Technique Industriel des filières Terre Cuite, Roches Ornementales et de Construction) und der regionalen Steinverbände der Bretagne und der Bourgogne. Veïa ist das Institut Économique des Territoires.

Rocalia: Pressemitteilung zur Studie (englisch)

Video der Präsentation auf der Rocalia (französisch)

SNROC (französisch)

Tabellen: SNROC

Die Vorkommen von Naturstein in Frankreich.

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(14.02.2024)