Der Grabmalpreis des Schweizer Kantons Basel-Stadt will Kunst und Handwerk zusammenbringen

Deckblatt der Broschüre zum Grabmalpreis 2023.Ziel ist, das Augenmerk der Bürger auf „individuelle und qualitativ hochstehende Grabzeichen“ zu richten

Die Friedhofskommission des Schweizer Kantons Basel-Stadt vergibt jährlich einen Preis, der handwerklich und künstlerisch beispielhafte Grabmale auf dem Friedhof am Hörnli auszeichnet. Seit 1966 gibt es die Initiative, prämiert werden jeweils die Gräber aus den vergangenen zwei Jahren. Ziel ist, das Augenmerk der Bürger auf „individuelle und qualitativ hochstehende Grabzeichen“ zu richten, wie es in den Unterlagen heißt. Außerdem „soll es eine Ermutigung für die Angehörigen sein, im Dialog mit den Bildhauern und Bildhauerinnen eine Idee zu entwickeln, die sich in der Gestaltung der verstorbenen Person annähert“.

Man will also Kunst und Handwerk zusammenbringen, um für die Betroffenen die Trauerarbeit leichter zu machen und um ihre Erinnerung an den Verstorbenen wachzuhalten.

In der Jury der Kommission saßen in diesem Jahr je ein Stein- und ein Holzbildhauer, eine freischaffende bildende Künstlerin und ein Bildhauer/Objektkünstler. Wie üblich gab es Preise für fünf Grabsteine, ausgewählt wurden sie in diesem Jahr aus 382 Grabmalen.

Die Stadt nimmt die Aktion ernst: Das Vorwort zur Broschüre schrieb die Regierungsrätin des Kantons und betonte, dass es angesichts des Todes eines geliebten Menschen Orte brauche, „an denen ein Innehalten möglich wird“. Und weiter: „Ein Grab mit einem Grabmal kann ein solcher Ort der letzten Ruhe und vertrauten Beständigkeit sein.“

Zu den prämierten Arbeiten äußerte sie die Hoffnung: „Vielleicht dienen sie im entscheidenden Moment auch der Inspiration.“

Der Kanton unterhält eine Grabmalberatung, die „gerne und kostenlos berät“.

Wir zeigen die ausgezeichneten Arbeiten und geben kurze Beschreibungen, die sich an den Kommentar der Jury anlehnen.

Stadtgärtnerei Kanton Basel-Stadt

Fotos: Robert Adam, adamphotography

„Das Leben ist nur eine Reise und nicht das Ziel“ steht auf dem Grabstein. Das Thema der Reise greifen die dargestellten Vögel auf; die Oberfläche der italienischen Basaltlava hat die Ausstrahlung von Ruhe im Sinne eines Ankommens. Auch die Schrift vermittelt diesen Eindruck. Bildhauer: Zemp Natursteine und Bildhaueratelier.„Das Leben ist nur eine Reise und nicht das Ziel“ steht auf dem Grabstein. Das Thema der Reise greifen die dargestellten Vögel auf; die Oberfläche der italienischen Basaltlava hat die Ausstrahlung von Ruhe im Sinne eines Ankommens. Auch die Schrift vermittelt diesen Eindruck. Bildhauer: Zemp Natursteine und Bildhaueratelier.
 

Die hockende Frau aus Comblanchien-Kalkstein mit geschabter Oberfläche scheint tief in ein Buch versunken zu sein. Alles an ihr ist rund und in sich ruhend. Gegensatz dazu ist der Sockel, auf dem die Gestalt ruht. Sein Material ist belgischer Granit mit geschliffener Oberfläche und exakten Ecken. Bildhauer: Christopher Gut, Riehen.Die hockende Frau aus Comblanchien-Kalkstein mit geschabter Oberfläche scheint tief in ein Buch versunken zu sein. Alles an ihr ist rund und in sich ruhend. Gegensatz dazu ist der Sockel, auf dem die Gestalt ruht. Sein Material ist belgischer Granit mit geschliffener Oberfläche und exakten Ecken. Bildhauer: Christopher Gut, Riehen.
 

Die Stele ist denkbar einfach gestaltet und verlockt zum Innehalten und Hinsehen. Denn die äußeren Linien sind nicht so gerade, wie es auf den ersten Blick scheint, und die Bearbeitung der Oberfläche bringt die Härte des grobkörnigen Sandsteins mit Bedacht zur Wirkung. Die Wahl der Schrift und die Platzierung der Daten drücken Gewissheit und Sicherheit aus. Bildhauer: Markus Böhmer, Basel.Die Stele ist denkbar einfach gestaltet und verlockt zum Innehalten und Hinsehen. Denn die äußeren Linien sind nicht so gerade, wie es auf den ersten Blick scheint, und die Bearbeitung der Oberfläche bringt die Härte des grobkörnigen Sandsteins mit Bedacht zur Wirkung. Die Wahl der Schrift und die Platzierung der Daten drücken Gewissheit und Sicherheit aus. Bildhauer: Markus Böhmer, Basel.
 

Für den Grabstein wurde ein Maggia-Findling auf die Friedhofswiese gelegt. Der Verstorbene war Schriftgestalter - der große Buchstabe steht symbolisch für seine Arbeit, sein Name wurde in eine quer durch den Stein verlaufende helle Ader eingraviert. Auf eine Datumsangabe wurde verzichtet. Bildhauer: Alessandro Rossi, Bildhaueratelier, Allschwil.Für den Grabstein wurde ein Maggia-Findling auf die Friedhofswiese gelegt. Der Verstorbene war Schriftgestalter – der große Buchstabe steht symbolisch für seine Arbeit, sein Name wurde in eine quer durch den Stein verlaufende helle Ader eingraviert. Auf eine Datumsangabe wurde verzichtet. Bildhauer: Alessandro Rossi, Bildhaueratelier, Allschwil.
 

Die Schönheit einfacher Formen bestimmt dieses Grabmal. Die beiden Teile sind einfache Quader, oben aus weißem Carrara-Marmor, unten aus beigem Solothurner Kalkstein. Als zusammengehörend erkennbar sind sie durch die einheitliche Form, die geschliffene Steinoberfläche und die Informationen zum Verstorbenen oben und unten. Bildhauer: Visionen in Stein, Raphael Hilpert, Riehen.Die Schönheit einfacher Formen bestimmt dieses Grabmal. Die beiden Teile sind einfache Quader, oben aus weißem Carrara-Marmor, unten aus beigem Solothurner Kalkstein. Als zusammengehörend erkennbar sind sie durch die einheitliche Form, die geschliffene Steinoberfläche und die Informationen zum Verstorbenen oben und unten. Bildhauer: Visionen in Stein, Raphael Hilpert, Riehen.

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(27.03.2024)