Die Natursteinbranche kann mit ihren Bau- und Dekormaterialien zu Nachhaltigkeit im Tourismus beitragen

Beliebt bei Touristen sind Orte, denen Stein ein wiedererkennbares Erscheinungsbild gibt. Hier die Dachlandschaft in Soglio im Bergell in der Schweiz. Foto: kunhnmi / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Auf der Reisemesse ITB in Berlin wurden Themen wie Ressourcenverbrauch und Klimagas-Emissionen diskutiert

Nachhaltigkeit war auch diesmal das zentrale Thema auf der Internationalen Tourismusmesse ITB (04. – 06. März 2024), die alle zwei Jahre in Berlin stattfindet. Insbesondere ging es um die Frage, wie Hotellerie und Reiseverkehr zu einer Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und der Klimagas-Emissionen beitragen können. Wir haben einmal nachgeschaut, wo es Anknüpfungspunkte für die Natursteinbranche gibt.

Auf dem Panel „Grüne Transformation der Hotellerie“ auf der Messe wurden viele kleine Möglichkeiten diskutiert, wie die Gastgeber die Besucher auf dem Weg in einen Aufenthalt mit möglichst geringem CO2-Fußabdruck mitnehmen könne. Genannt wurden Kleinigkeiten wie nachhaltige Seifen oder weniger Verpackungen beim Frühstück. Einer der Experten verwies auf sogenannte Shower Challenges, die den Wasserverbrauch beim Duschen anzeigen.

Vor zahlreichen Hotels stünden schon e-Ladestationen für die Autos der Gäste, hieß es – das bringt uns auf das Thema der regionalen Materialien, denn die deutsche Firma Bamberger Natursteinwerk hat schon e-Ladestationen aus heimischen Granit auf den Markt gebracht (Link siehe unten).

Überhaupt könnte das Massive Bauen mit Naturstein ein probates Mittel sein, mit dem sich Hotels der oberen Klasse ein umweltfreundliches Profil geben können: denn Wände aus massivem Naturstein haben eine sehr günstige Energiebilanz, jedoch muss dafür der Baustoff aus der näheren Umgebung kommen, damit nicht lange Transportwege die positiven Aspekte gleich wieder wettmachen.

Ein Sandsteinhaus in der Stadt Stein unweit von Nürnberg.

Aber nicht nur für die Außenwände bietet sich solch eine Materialwahl an: auch in den Innenräumen, etwa im Fall der Fliesen für Böden und Wände oder der Arbeitsplatte in den Badezimmern, kann sich das Hotel so einen regionalen Bezug verschaffen.

Auf der Marmomac 2017 hatten Raffaello Galiotto und Vincenzo Pavan das Thema schon aufgegriffen und Kreative eingeladen, für die Schau „Territorio & Design“ Einrichtungsgegenstände aus einheimischen Steinsorten zu entwerfen.

Unter dem Titel „Liquido, Solido, Litico“ ging es im Jahr 2018 um Dekor fürs Badezimmer aus heimischem Stein.

Kompromisslose Worte über die Zukunft der Tourismusbranche fand Jeremy Sampson, CEO der Travel Foundation. Er präsentierte die Studie „Envisioning Tourism in 2030 and Beyond“ und umriss die Optionen, mit denen die Branche ihren ökologischen Fußabdruck verringern kann.

Als Leitlinie nannte er: „Wir müssen die klimafreundlichen Bereiche wachsen lassen – und die klimaschädlichen eindämmen.“

Seine Studie propagiert einen Mix aus 40 Maßnahmen mit der Regulierung von Flugreisen im Kern. Diese machten 2019 zwar nur zwei Prozent aller Reisen aus, hatten aber den höchsten CO2-Ausstoß.

Mit tiefgreifenden Veränderungen lasse sich ein Net-Zero-Ziel erreichen, so Sampson. Dazu gehörten die Verringerung der Reisedistanzen, ein stärkeres Wachstum bei erdgebundenen Reisen, ein geringeres Wachstum bei Flugreisen, die Begrenzung der Langstreckenflüge auf das Niveau von 2019, sowie die Nutzung von 100 Prozent erneuerbaren Energien in den Unterkünften oder für Autos etc.

Gegenüber solchen Zukunftsentwürfen war die Selbstdarstellung des diesjährigen Messe-Gastlands Oman geradezu beschaulich. Der Golfstaat präsentierte sein Konzept der „authentischen Destination“ anstelle von Massentourismus und Hotelburgen. Erreicht habe man das durch langsames Wachstum während der vergangenen Jahre.

Für die Zukunft gelte: „Wir werben zum einen mit unserer Kultur sowie unserem kulturellen Erbe und zum anderen für die Vielfalt der Natur, die unser Land zu bieten hat“, so Haitham Al Ghassani, Generaldirektor für Tourismusförderung im dortigen Ministerium für Kulturerbe und Tourismus.

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(03.04.2024)