Natur im aktiven Steinbruch: Rosal Stones hat eine Bestandsaufnahme von Tieren und Pflanzen in seiner Kalksteingewinnung von San Cosme anfertigen lassen

Im Steinbruch zeigt die Natur, dass sie Arten auch für die Besiedlung ungewöhnlicher Lebensräume hat.

Es könnte sein, dass die „horizontale“ Gewinnung sich positiv auswirkt

Manchmal kommen bei der Natursteingewinnung ungewöhnliche Dinge zusammen. In diesem Fall geht es um eine Untersuchung zu Fauna und Flora in einem spanischen Steinbruch und um eine innovative Abbauform. Die Rede ist von der Firma Rosal Stones, die in der Gegend von Murcia Kalk- und Sandsteine gewinnt und das neuerdings auch nach der horizontalen Methode tut. Der Reihe nach.

Im Jahr 2023 hatte die Firma die Umweltorganisation Camp Altiplano beauftragt, eine Bestandsaufnahme der Tiere und Pflanzen in ihrem Steinbruch San Cosme zu erstellen. Dort wird der Kalkstein Abadía gewonnen. Catalina Sánchez, Geschäftsführerin der Firma, sagt, man habe im Rahmen des normalen Umweltengagements des Unternehmens wissen wollen, was da so alles zwischen Felsen und Radladern kreucht und fleucht.

Das Ergebnis zu den Tieren war überraschend positiv: Die Beobachter stießen auf 30 Vogelarten, davon 27 tagaktive und drei nachtaktive. Darunter waren 16 Sperlingsvögel und elf andere Arten.

Wohlgemerkt: die Untersuchungen wurden an Betriebstagen im Steinbruch durchgeführt.

Pefekt getarnt sind die Steinböcke (Capra pyrenaica) im Steinbruch.

Sogar auf spektakuläre Tiere stieß man, darunter Raubvögel wie den Turmfalken, Wanderfalken und Gänsegeier und die nachtaktiven Uhu und Waldkauz.

Und mehr: „27 der Arten waren ansässig, das heißt, sie bleiben dauerhaft im Gebiet und brüten dort“, heißt es im Abschlussbericht.

Was die Säugetiere angeht, fand man fünf Arten. Drei von ihnen werden gejagt (Steinbock, Wildschwein und Fuchs) und zwei stehen unter Naturschutz (Ginsterkatze und Marder).

An Amphibien und Reptilien wurden drei Arten direkt beobachtet (Iberische Eidechse, Schwanzechse und Gemeiner Gecko).

Ebenso wurde eine Studie zum Bestand an Pflanzen durchgeführt. Vor allem gab es sogenannte Pionierarten. Das ungeübte Auge sieht von ihnen meist nicht viel, weil diese Pflanzen nicht Wiesen bilden, sondern einzeln für sich stehen.

Hier gab es krautige und strauchige Arten, sogar an den Schutthängen. Espartogras (Stipa tenacissima) war die vorherrschende Art, und überall gab es eine hohe Anzahl an Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und Thymian (Thymus vulgaris). Auch Wacholder (Juniperus oxycedrus, Juniperus phoenicea) war häufig.

Auch wenn die Pflanzendichte nur gering war, hatten sich Bestäuber wie Bienen oder Schmetterlinge schon dazugesellt.

Eine aktuelle Vermutung lautet: Das unerwartet vielfältige tierische und pflanzliche Leben könnte mit der Art des Steinabbaus zu tun haben. Rosal Stones hat in San Cosme nämlich die horizontale Gewinnung eingeführt: es baut hier seinen Kalkstein so ab, wie woanders der Sandstein aus dem Fels geschnitten wird: ein Sägeblatt fährt auf Schienen durch den Bruch und schneidet den Rohblock aus der Unterlage frei.

Marienkäfer auf Thymian (Thymus vulgaris).

Normalerweise wird Kalkstein wie Marmor gewonnen: Man löst ein großes Stück von der Felswand ab und kippt es dann nach vorne. Catalina Sánchez nennt das vertikale Gewinnung.

Das horizontale Verfahren hat verschiedene Vorteile, wie sie sagt:
* es verursacht kaum Lärm,
* man kann trocken sägen, verbraucht also kein Wasser, und dennoch gibt es weniger Staub als sonst,
* die Belastungen und Störungen für Tiere und Pflanzen in der Nähe sind geringer.

Schließlich bietet das Verfahren aus der Sicht der Arbeiter weit weniger Gefahrenmomente als normalerweise.

Auch ökonomische Vorteile bringt die horizontale Gewinnung: Man kann etwa 60 % des Materials verarbeiten, während es üblicherweise nur 20 % sind. Zum Ende des Jahres 2024 sollen endgültige Ergebnisse vorliegen.

Übrigens: Rosal Stones wendet diese Methode bereits seit Jahren in seinen Steinbrüchen an, in denen der weichere Albamiel-Stein abgebaut wird.

Und schließlich: Parallel zur horizontalen Gewinnung renaturiert Rosal Stones drei Hektar ehemaliges Steinbruchgelände, wobei einheimische Arten wie die Steineiche (Querqus ilex) wieder angesiedelt werden.

Rosal Stones

Camp Altiplano

Fotos: Camp Altiplano

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(22.04.2024)