Die spanische Firma Rosal Stones lässt Steinmetze und Studenten das Junterones-Gewölbe aus der Kathedrale von Murcia im Maßstab nachbauen

Projekt „Construir en Piedra Hoy“.Das Gewölbe der „Bóveda de Junterones“.

Bei dem Projekt mit dem Titel „Construir en Piedra Hoy“ (Bauen mit Naturstein Heutzutage) ging es auch um die ökologischen Stärken des Materials

Natursteinfirmen, die angehende Architekten ansprechen wollen, laden üblicherweise Studenten zum Besuch in ihre Steinbrüche und Werkstätten ein. Einen großen Schritt darüber hinaus hat jetzt die spanische Firma Rosal Stones gemacht: Sie hat die angehenden Planer zu einem praktischen Projekt eingeladen, nämlich der Nachbildung eines architektonischen Höhepunkts aus Spanien.

Verknüpft wurde so das Basiswissen über die traditionelle Handwerkskunst mit dem architektonischen Reichtum der Region und der ökologischen Besonderheit des Natursteins.

Es ging um das Junterones-Gewölbe in der Kathedrale von Murcia, nicht weit vom Sitz von Rosal Stones entfernt.

Das Gewölbe der „Bóveda de Junterones“.

Das Torische Gewölbe ist eine Meisterleistung der alten Bauherren. Es wird in einem Manuskript des Architekten Alonso Vandelvira aus dem 16. Jahrhundert erwähnt und ist heute unter dem Namen „Bóveda de Junterones“ bekannt.

Zur Klarstellung: die jungen Leute sollten nur eine verkleinerte Nachbildung des Gewölbes erstellen, dies auch ohne die reichen Verzierungen. Denn im Original ist es als selbsttragende Konstruktion aus Kalksteinelementen über rund 8 m Breite aufgespannt, hoch über einer Kapelle der Kathedrale.

Der Maßstab für die Nachbildung betrug 1:4, aber, wie Catalina Sánchez, Chefin von Rosal Stones, betont, reicht der Maßstab, um das Prinzip der Konstruktion zu verdeutlichen.

Projekt „Construir en Piedra Hoy“.Projekt „Construir en Piedra Hoy“.

Teilnehmer an dem Projekt waren Steinmetze der französischen Compagnons du Devoir, Studenten der Universität of Cartagena UPTC sowie Schüler von Gymnasien aus der Umgebung und von der Murcia Arts School.

Am Beginn stand die Theorie: Die Steinmetze kamen vom 08. bis 12. Januar 2024 in der Polytechnischen Universität von Madrid zusammen, wo ihnen die Professoren Enrique Rabasa und José Calvo (Polytechnische Universität Cartagena) das Berechnen und auch das Darstellen solcher Konstruktionen vermittelten. Während der folgenden Tage, nun am Hauptsitz von Rosal Stones in Caravaca, gaben sie ihr Wissen auch an die Mitarbeiter der Firma weiter.

Die Studenten kamen für einen Tag hinzu, ebenso die Schüler. Weiter ging es mit Erfahrungsberichten von verschiedenen Architekten mit massiven Steinkonstruktionen aus der Gegenwart.

Danch ging es an die Steine: vom 15. bis 25. Januar bearbeiteten die jungen Leute in den Werkstätten von Rosal Stones die Rohblöcke, dies mit den üblichen Werkzeugen der Steinmetze.

Zu den weiteren Arbeitsschritten gehörte auch das Zusammenzimmern des Baugerüstes und schließlich das Zusammenfügen der Steine.

Projekt „Construir en Piedra Hoy“.Projekt „Construir en Piedra Hoy“.

Höhepunkt des Projekts war am 26. Januar die Einweihung des Gewölbes. Zu dem kleinen Festakt mit Wein und Toast waren auch die Bürger geladen. Denn Rosal Stones versteht sich ausdrücklich als Teil von Land und Leuten, wie Catalina Sánchez betont.

Zum Schluss gab es an jenem Nachmittag noch eine Podiumsdiskussion der beteiligten Experten, wo das Gesamtthema des Projektes „Construir en Piedra Hoy“ (Bauen mit Naturstein Heutzutage) aus allen Facetten beleuchtet wurde.

Dabei ging es unter anderem ging es um die Verwendung heimischer Steine und deren günstigen ökologischen Fußabdruck.

Unterstützt wurde das Projekt von der EU im Rahmen von Erasmus+, dem Rat der Stadt Caravaca und der Bruderschaft von Vera Cruz.

Construir en Piedra Hoy (spanisch)

Rosal Stones

Fotos: Rosal Stones

Einweihung des Gewölbes. Zu dem kleinen Festakt mit Wein und Toast waren auch die Bürger geladen. Zum Schluss gab es eine Podiumsdiskussion der beteiligten Experten. Links am Bildrand: Catalina Sánchez.

Video: (spanisch)

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(06.05.2024)