SUN Weixing: „Wir brauchen eine Marke für unserere Steine, außerdem mehr ,grüne’ Produktion und neue Verwendungen”

SUN Weixing bei seinem Vortrag auf der Messe in Xiamen 2024. Foto: Verband

Der Generalsekretär des chinesischen Steinverbands (CSMA) hielt auf der Messe in Xiamen einen Vortrag über den Stand der Branche

Über die Statistik für die Importe und Exporte von Chinas Natursteinbranche haben wir in einem separaten Beitrag berichtet: https://www.stone-ideas.com/106509/chinas-steinbranche-2023-importe-exporte/

„Die Zielsetzung für Chinas Natursteinwirtschaft muss lauten: ,grüne‘ Produkte, intelligente Produktion und hochwertige Erzeugnisse – gegenüber anderen Wirtschaftszweigen sind wir da noch im Hintertreffen.“ SUN Weixing, Generalsekretär des Branchenverbands China Stone Material Association (CSMA) sagte diesen Satz sinngemäß bei seinem Vortrag auf der Messe in Xiamen (16. – 19. März 2024). Ziel seines Vortrags war, einen „Bericht über die Entwicklung von Chinas Steinindustrie im Jahr 2023” zu geben, so der Titel des Referats, das er auf Chinesisch hielt.

Interessant sind seine Ausführungen auch für den Rest der Natursteinwelt, denn an ihnen lässt sich ablesen, was in den kommenden Jahren an Produkten aus dem Reich der Mitte kommen und was umgekehrt von Lieferungen dorthin erwartet wird.

„Grün“ also soll es werden, dies sowohl was die Produktion als auch was die Produkte betrifft. In Sachen Maschinenpark sowohl für den Steinbruch als auch für die Fabrik setzt der Generalsekretär auf elektrische Energie. Als Beispiele nannte er schwere Radlader mit Elektroantrieb, elektrische Gabelstapler und genauso ferngesteuerte Bohrer oder Brecher.

Heißes Thema Seilsägen

Das heiße Thema in Sachen Maschinenpark im Jahr 2023 seien Seilsägen gewesen. Die Wirtschaftsbehörden des Steinzentrums rund um die Stadt Nan’an hätten für die Umstellung auf diese Neuerung sogar ein eigenes Förderprogramm ins Leben gerufen.

Nan‘an in der Provinz Fujian etwa 100 km von Xiamen will sich dabei „noch stärker als bisher als Naturstein-Hauptstadt der Welt“ herausstellen, kann man aus den Ausführungen des Generalsekretärs schließen. Die Verwaltung dort habe speziell für die Natursteinbranche Einrichtungen für Forschung und Entwicklung, Design, Export und e-Business ins Leben gerufen.

Ein anderer Aspekt, um die Steinbranche umweltfreundlicher aufzustellen, sei die Sanierung von aufgelassenen Steinbrüchen, so Sun Weixing.

Gleichzeitig sei die Vergabe von Steinbruchlizenzen verbessert worden: ehemals ging das „spontan und ungeordnet“ vor sich, nun werde es „zentralisiert und organisiert“ gehandhabt. Ziel sei nicht nur, der Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten, sondern auch Überkapazitäten (besonders bei Granit) entgegenzuwirken.

Naturstein in Innenarchitektur und Produktdesign

Was den Bereich des Steindesigns angeht, also sowohl die Verwendung von Naturstein für die Innenarchitektur als auch im Produktdesign, scheint der Verband einen bodenständigen Weg einschlagen zu wollen: verwertbare Entwürfe, keine spektakulären Kunstkonzepte.

So soll der „Huabiao Cup“ wieder ins Leben gerufen werden, der hochwertige Architektur oder Design verbunden mit handwerklicher Perfektion und angemessener Materialverwendung prämierte. Sun Weixing hob auch hervor, dass moderne Technik eine wichtige Rolle bei der Planung und Fertigung solcher Vorhaben spielen sollte.

Mehrfach sprach er die „Verwendung der Steine“ an – seiner Ansicht nach bietet das Material sehr viel mehr Möglichkeiten, als es bisher in China geschieht. Übrigens: Zum Verband gehören gleichermaßen Natursteinfirmen wie auch Firmen für Engineered Stone.

Was will der Verbraucher?

Ein weiterer wichtiger Aspekt in seinem Vortrag war das Marketing. Als Leitlinie formulierte er die „Integration von Produktion und Marketing“: Gemeint ist damit, dass dasjenige Material abgebaut beziehungsweise diejenigen Produkte entwickelt werden, die der Konsument will – nicht nur einfach dasjenige, zu dem es den leichtesten und folglich billigsten Zugang gibt.

Als Vorbild nannte er das „front store and back factory“-Modell, nach dem ein Produkt anhand der Reaktion der Verbraucher ständig fortentwickelt wird.

Zu den technischen Themen gehört laut Sun Weixing auch die Normung, dies mit der Zielsetzung, die Standards auf den internationalen Märkten zu erfüllen. Gemeint ist damit auch das Thema der Arbeitssicherheit, zum Beispiel Schutz vor Feinstaub.

Schließlich brauche die Steinbranche in China mehr und eine bessere – emotionalere – Kommunikation, so der Generalsekretär: „Erzählen wir die Geschichte der Steine”, regte er sinngemäß an. Und: „Machen wir sie zu Symbolen für ein gutes Leben.”

Schließlich nannte er noch das aktuelle Zauberwort für Chinas Natursteinbranche: „Wir brauchen eine Marke für unsere Steine.”

China Stone Material Association (chinesisch)

(13.05.2024)