Das neue Klimaanpassungsgesetz (KAnG) ist seit dem 01. Juli 2024 in Kraft

Stein mit einer rauen Oberfläche kann einen Beitrag leisten, um die Fließgeschwindigkeit eines Gewässers zu reduzieren. Foto: Gemeinde Bergell / Tiefbauamt Graubünden

Es will Gesellschaft und Wirtschaft an die Folgen des Klimawandels anpassen und bietet Chancen für die Natursteinbranche

Seit dem 01. Juli 2024 ist in Deutschland das neue Klimaanpassungsgesetz (KAnG) in Kraft. Es soll einen verbindlichen Rahmen für die Anpassung von Gesellschaft und Wirtschaft an die Folgen des Klimawandels schaffen, dies mit einer abgestimmten Strategie auf den Ebenen von Bund, Ländern und Gemeinden. Es ist das erste derartige bundesweite Gesetz.

Positive Auswirkungen auf die Natursteinbranche sind zu erwarten.

Auf der Webpage des zuständigen Bundesumweltministeriums wird angekündigt, dass „eine gemeinsame, flächendeckende Finanzierung durch Bund und Länder perspektivisch für dauerhafte Unterstützung sorgen“ soll. Die Bundesregierung soll „eine vorsorgende Klimaanpassungsstrategie mit messbaren Zielen vorlegen … Das Erreichen dieser Ziele wird mittels eines regelmäßigen Monitorings überprüft.“ Auch die Länder sollen solche Strategien entwickeln.

Als zentrale Aktionsfelder werden in dem Gesetz erwähnt:
* Starkregen, Sturzfluten oder Hochwasser mit Überflutung oder Überschwemmung,
* Absinken des Grundwasserspiegels und Trockenheit oder Niedrigwasser,
* Bodenerosion,
* Überhitzung lokaler Wärmeinseln vor allem in der Stadt.

Ein weiteres Thema ist die Vermeidung von Waldbränden.

„Kö-Bogen 2“ von ingenhoven architects in Düsseldorf mit Hainbuchenhecken an der Fassade, um den Kühlungseffekt der Pflanzen zu nutzen.

Zum Thema Kontrolle und Speicherung des Regenabflusses hatten wir vor einer Weile das Schwammstadt-Konzept der Stadt Stein bei Nürnberg vorgestellt, die in sogenannten Rigolen Speicher für Oberflächenwasser geschaffen hat. Eine wichtige Rolle spielt dabei vulkanisches Gestein mit seiner hohen Porosität.

Die Beherrschung von Sturzfluten von Bächen oder Flüssen wurde am 2. Tag des Stone-tec-Kongresses im Juni 2024 in Nürnberg angesprochen. Reiner Krug vom Deutschen Naturwerksteinverband (DNV) verwies bei der Diskussion darauf, dass Steinbrocken nicht nur mit ihrem Gewicht dem Wasserdruck standhalten, sondern auch durch eine raue Oberfläche die Fließgeschwindigkeit eines Gewässers mindern können.

DNV-Präsident Hermann Graser ergänzte, dass Stein als Baustoff für Gebäude oder in der Landschaft nach einer Katastrophe wie im Ahrtal nicht auf den vielen Haufen der kaputten Materialien sein Ende finde, sondern sofort im Wiederaufbau neu verwendet werden könne.

Bundesumweltministerium

Download Klimaanpassungsgesetz im Bundesgesetzblatt BGBl. 2023 I Nr. 393

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(02.07.2024)