PMA Madhushala: S-Nine.PMA Madhushala: S-Nine.

Die Architekten des Büros PMA Madhushala in der indischen Stadt Pune nutzen die Verschattung und die Verdunstung für ein erträgliches Klima

Die Verdunstung des Wassers als natürliche Kühlung zu nutzen, wird seit Jahrtausenden etwa in Innenhöfen mit Springbrunnen genutzt. Pflanzen haben denselben Effekt – ein berühmtes Beispiel aus den 2010er Jahren ist der Bosco Verticale (Senkrechter Wald) des Architekturbüros Boeri Studio an zwei Hochhäusern in Mailand. Die indischen Architekten Prasanna Morey & Divya Jyoti (PMA Madhushala) haben eine praktikable Idee für Pflanzkästen an einem mehrstöckigen Bürogebäude in der Stadt Pune im Bundesstaat Maharashtra vorgelegt.

Das Material für die Kästen ist roter Sandstein, wie er traditionell überall in der Gegend genutzt wurde und wird.

Kern des Konzepts der Architekten ist, so das Gebäude mit Co-Working-Offices lebenswert für die Menschen zu machen und ihnen Identifikation mit ihrem Arbeitsort zu geben.

In einer Präsentation kritisieren sie Glasfassaden als weit entfernt von den emotionalen Bedürfnissen der Menschen. Sie verweisen daraus, dass in Pune traditionell die Häuser Pflanzen an den Balkonen oder in den Fenstern hatten und nennen als Gründe, dass damit ein wenig Natur und ein Abbild der Jahreszeiten und zudem natürliche Kühlung in die Stadt geholt wurden.

Ihre Pflanzkästen sind flexible Einheiten, die sich an die Gestaltung der Fassade anpassen lassen.

PMA Madhushala: S-Nine.

Im Kern folgen sie den senkrechten Wasserrohren. Unsere Grafik zeigt, wie die Rohre in doppelte Sandsteinscheiben (25 mm dick) eingelegt sind und wie sich daraus die Pflanzkästen ergeben.

So etwas wäre woanders nicht erlaubt.

Das Zuschneiden der einzelnen Elemente erfolgte auch mit dem Ziel, möglichst wenig Verschnitt entstehen zu lassen. Reststücke, die dennoch entstanden, wurden später für die Verkleidung der Außenmauer an der Straße beziehungsweise als Beläge für die Wege benutzt.

Die Steinmetze wohnten für diese Tätigkeiten auf der Baustelle.

Wie die Architekten schreiben, können die Pflanzkästen, besser: Fassadenverkleidungen mit Pflanzen, auch aus anderen Materialien hergestellt werden. Insgesamt sind vielfältige geometrische Muster in einer Fassade möglich.

Reizvoll ist der Kontrast zwischen dem tiefroten Stein und den grünen Pflanzen.

PMA Madhushala: S-Nine.PMA Madhushala: S-Nine.

Ebenfalls reizvoll ist der Zugang zu dem Gebäude: Er ist innen mit Granit verkleidet.

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Ungewöhnlich für die Architektur von heute ist, dass man aus der Gestaltung der Fassade nicht die Innenräume erkennen kann. Vielmehr haben die Architekten geometrische Körper verschiedener Größe über die Flächen verteilt.

In diese unregelmäßigen Körper sind die Pflanzkästen als Regelmäßigkeit eingesetzt, die sich aber wiederum variieren lassen.

PMA Madhushala: S-Nine.

Die Fenster hinter der Verkleidung mit den Pflanzkästen erlauben es den Menschen in den Büros, an der Pflege der Pflanzen teilzunehmen.

Das Projekt wurde mit einem der 10. All India Stone Architecture Awards (AISAA) ausgezeichnet.

PMA Madhushala

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(29.07.2024)