11. All India Stone Architecture Awards (1): innovative Naturstein-Ideen für Häuser ohne Klimaanlagen

Preisträger Innenarchitektur: Architekt Prasanna Baburao Morey, Projekt „Padvi - The Verandah“ in Pune, Maharashtra.

Die Preisgelder belaufen sich in jeder der vier Kategorien auf je Rs 100.000 (umgerechnet etwa 1.200 US-$)

In einem separaten Bericht präsentieren wir die mit Besonderen Erwähnungen ausgezeichneten Projekte. Sie bekommen kein Preisgeld https://www.stone-ideas.com/106898/11-all-india-stone-architecture-awards-aisaa-2/
 

Die All India Stone Architecture Awards (AISAA) prämieren herausragende Verwendungen von indischen Natursteinen und werden alle 2 Jahre vergeben. Wir zeigen die prämierten Projekte des 11. Durchgangs, die auf der Messe India Stonemart 2024 vergeben wurden.

Zu den Preisträgern in diesem und in den vergangenen Jahren fiel uns auf: viele der Architekten nutzen bei ihren Bauten die natürliche Kühlung durch Luftzug und Verschattung – das mag auch ein Effekt der Hitzewellen mit um die 45 Grad sein, unter denen Teile des Landes litten und die den Herstellern von Klimaanlagen Rekordumsätze bescherten, wie Times of India berichtete.

Vier Kategorien gibt es: Außenfassaden, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Grüne Architektur. Einreichungen sind auch möglich für Architekten aus dem Ausland mit Projekten von dort; jedoch müssen Natursteine aus Indien verwendet worden sein.

Die Preisgelder belaufen sich pro Kategorie auf Rs 100.000 (umgerechnet etwa je 1.200 US-$). Gibt es mehrere Preisträger in einer Kategorie, wird das Preisgeld geteilt.

Die Jury des Die 11. All India Stone Architecture Awards (v.l.n.r.): die Architekten Tushar Sogani, Vilas Vasant Avachat, Abhay Vinayak Purohit, Sarosh H. Wadia, Urmila Amar Rajadhyaksha.

Zusätzlich dazu gibt es eine Skulptur und die Erwähnung in der Öffentlichkeitsarbeit des Centre for Development of Stones (CDOS), das den Wettbewerb organisiert. Das CDOS wurde vom Bundesstaat Rajasthan mit Unterstützung durch die indischen Regierung gegründet, um die Steinbranche des Landes zu fördern. Am Sitz in Jaipur gibt es einen Showroom, ein Testlabor, ein Museum und einen Natursteinpark.

AISAA

CDOS

India Stonemart, 01. – 04. Februar 2024

Fotos: CDOS
 

Preisträger Innenarchitektur: Architekt Prasanna Baburao Morey, Projekt „Padvi - The Verandah“ in Pune, Maharashtra.Preisträger Innenarchitektur: Architekt Prasanna Baburao Morey, Projekt „Padvi - The Verandah“ in Pune, Maharashtra.Preisträger Innenarchitektur: Architekt Prasanna Baburao Morey, Projekt „Padvi – The Verandah“ in Pune, Maharashtra.Die Auftraggeber Mr. Paresh and Mrs. Sameeksha sind Sozialisten, heißt es nüchtern in der Projektbeschreibung, ihnen liegt das Leben der Wanderarbeiter besonders am Herzen. Bei dem Projekt ging es ihnen um ein Ensemble aus Wohnen und – besonders für die Kinder – Lernen. Vorbild der Anlage waren Höhlen, die in einen Hang gegraben sind. Der Architekt ahmte deren Struktur nach und schuf auf ansteigenden Ebenen ein Ensemble aus offenen Räumen, die ineinander übergehen. Die Schlafzimmer haben verschließbare Türen und Fenster. Das Baumaterial ist lokaler Basalt. Die Bauweise ist die traditionelle Trockenmauer, erstellt von Handwerkern vor Ort. „Ein Ort, der als Inbegriff menschlicher Schöpfung gelten kann – harmonisch und ausgewogen“, heißt es in der Beschreibung.
https://www.pmamadhushala.com/
 

Preisträger Innenarchitektur: Architektin Surya Prasanth, Carving A Court of Quietude in a Bustling Cityscape, in Ernakulam, Kerala.Preisträger Innenarchitektur: Architektin Surya Prasanth, Carving A Court of Quietude in a Bustling Cityscape, in Ernakulam, Kerala.Preisträger Innenarchitektur: Architektin Surya Prasanth, Carving A Court of Quietude in a Bustling Cityscape, in Ernakulam, Kerala: Das Wohnhaus inmitten der hektischen Stadtumgebung will ein Ort der Ruhe und des Wohlfühlens sein. Es ist eher wie ein löchriger Umhang als wie ein festes Tuch ausgeführt – der Wind kann hinein und heraus und sorgt so für natürliche Kühlung, das Licht kann durch Durchlässe in die Räumlichkeiten hinein und bringt so auch den Schatten und das Zeiterleben mit. Besondere Bedeutung hat die Auswahl der Materialien, die auch dem Erlebnis der Stoffe dienen. Neben Granit für den Eingang handelt es sich um Holz sowie erdfarbenes Terrakotta, Beton oder Backsteine. Im Mittelpunkt der Anlage führt eine offene Treppe nach oben. Unten gibt es einen Wasserpool und Pflanzen.
https://mudbricks.in/
 

Preisträger „Grüne“ Architektur: Architekt Santosh N Ramane, Projekt Vitthalai Temple in Kolhapur, Maharashtra.Preisträger „Grüne“ Architektur: Architekt Santosh N Ramane, Projekt Vitthalai Temple in Kolhapur, Maharashtra.Preisträger „Grüne“ Architektur: Architekt Santosh N Ramane, Projekt Vitthalai Temple in Kolhapur, Maharashtra: „Ein Ort ohne Gebetshaus ist wie ein Wüste, sagt der tamilische Dichter“, heißt in der Projektbeschreibung. Stein ist das richtige Material dafür, weil er eine lange Lebensdauer hat. Verwendet wurde schwarzer Basalt, herangeschafft aus rund zehn km Entfernung von dem Dorf. Die Bauern aus der Umgebung steuerten zahlreiche Findlinge von ihren Feldern bei. Vor Ort wurde eine Steinsäge installiert, und dort bearbeiteten die Steinmetze und Künstler die Bausteine. Das ganze Dorf war beteiligt. Die Architektur orientierte sich an klassischen Tempeln: Im ersten Raum geht es um die Sinneserfahrung durch das Sehen, im zweiten um das Hören, im dritten um das Erfahren der inneren Welt der Person.
https://artnspacestudio.com/
 

Preisträger Landschaftsgestaltung: Architekt Yatin Pandya, Projekt Shantivan Memorial in Ahmedabad, Gujarat.Preisträger Landschaftsgestaltung: Architekt Yatin Pandya, Projekt Shantivan Memorial in Ahmedabad, Gujarat.Preisträger Landschaftsgestaltung: Architekt Yatin Pandya, Projekt Shantivan Memorial in Ahmedabad, Gujarat: Die Gedenkstätte ist Shri Indravadan Modi gewidmet, einem wichtigen Akteur der indischen Pharmazie, der auch hohen Alter sich jährlich drei Wochen ganz der Meditation widmete. Die von Cadila Pharmaceuticals Ltd. in Auftrag gegebene Gedenkstätte hat im Zentrum einen Tempel, in dem Shri Indravadan eingeäschert wurde. Wege mit Meilensteinen zeichnen seine 87 Lebensjahre nach. Zahlreiche geometrische Formen und Figuren in Stein erinnern an die spirituelle Welt, wie sie Indravadan Modi konzipiert hatte.
https://footprintsearth.com/
 

Preisträger Außenfassaden:  Architekten Brinda Somaya & Nandini Sampat (Somaya and Kalappa Consultants, SNK), Projekt Thomas House in Mumbai, Maharashtra.Preisträger Außenfassaden:  Architekten Brinda Somaya & Nandini Sampat (Somaya and Kalappa Consultants, SNK), Projekt Thomas House in Mumbai, Maharashtra.Preisträger Außenfassaden: Architekten Brinda Somaya & Nandini Sampat (Somaya and Kalappa Consultants, SNK), Projekt Thomas House in Mumbai, Maharashtra: Das 1904 erbaute Thomas House (auch: Kodak House) ist eines der ältesten Gebäude in Mumbai. Es sollte als Nutzer die renommierte „Cathedral and John Connon School“ bekommen. Zuvor hatte eine Bank dort ihren Sitz. Eine grundlegende Restaurierung stand an: Das Gebäude in der Fort-Nachbarschaft hat eine markante tragende Struktur aus Backstein und Naturstein im Stil des Neoklassizismus des 19. Jahrhunderts. Es steht unter Denkmalschutz.
https://www.snkindia.com/

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(27.05.2024)