SNBR: Mauern mit Erweiterter Realität.SNBR: Mauern mit Erweiterter Realität.

Die Firma SNBR führte auf der Messe Rocalia im Dezember 2023 in Lyon die Innovationen vor

Steinbricks (Stone Bricks) sind im Moment ein großes Thema. Die französische Firma SNBR zeigte auf der Steinmesse Rocalia im Dezember 2023 in Lyon ein Projekt, das gleich zweierlei Innovationen dazu behandelte: zum einen ging es um ein Gewölbe, das aus solchen Kleinsteinen gemauert war, zum anderen um Bauen mit Computerunterstützung, sprich: um die Nutzung einer Datenbrille beim Mauern.

SNBR kommt eigentlich aus der Restauration mit den Schwerpunkten Maurer- und Steinmetzarbeiten sowie Bildhauerei. Jedoch betreibt man nicht nur die Pflege der alten Handwerkstechniken, sondern schaut auch in die Zukunft und sucht nach Weiterentwicklungen für das alte Know-how.

Wir haben schon häufiger über Innovationen berichtet, die SNBR zum Beispiel mit Professor Giuseppe Fallacara vom Politecnico im italienischen Bari hat.

Das Oceanogràfic im spanischen Valencia. Foto: Diliff / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

In diesem Fall ging es wieder um ein Gewölbe, nämlich ein hyperbolisches Paraboloid. Architekten nutzen solche Strukturen gerne für Dächer von großen Hallen. Vorbild war hier das Oceanogràfic im spanischen Valencia, dessen Dach man als Abbild großer Meereswellen verstehen kann.

Wir hatten über das Rocalia-Projekt in der Fachzeitschrift Pierre Actual (#1035, März 2024) gelesen.

Auf die Idee, solche Dächer aus kleinen Steinen zu mauern, ist bisher niemand gekommen. Nun hat SNBR zusammen mit dem Architekten Christophe Aubertin (Collectif Studiolada), der schon zahlreiche Gebäude aus Massivstein errichtet hat, eine solche Konstruktion erstellt.

Das tragende Element haben die Planer der Natur abgeschaut: es ist ein Bogen wie das Rückgrat bei den Säugetieren, wo Wirbelkörper aufeinander gesetzt sind. Für die Konstruktion auf der Messe war für diese Grundstruktur eine besondere Sicherheit notwendig, die ein Stahlband erbrachte.

Unter normalen Bedingungen wird es nicht gebraucht.

Das Gewölbe ist nach Art eines traditionellen „katalanischen Gewölbes errichtet. Verlegt wurden zwei Schichten von Steinbricks – die in unterschiedlichen Richtungen verlaufen.

Hier nun kam die Erweiterte Realität (genauer: gemischte Realität mixed reality) ins Spiel. Denn die Steine müssen exakt platziert sein.

SNBR: Mauern mit Erweiterter Realität.SNBR: Mauern mit Erweiterter Realität.

Dafür wurde in der Datenbrille HoloLens 2 von Microsoft das Verlegeraster der Steine eingeblendet. Dabei erfassten Minikameras in der Brille das Blickfeld des Maurers und gaben es über Funk an einen Computer weiter. Der kann so das Verlegemuster immer dem Blickwinkel des Maurers anpassen.

Wichtig war zum Beispiel, dass die richtige Verlegeschicht eingeblendet wurde.

Auf der Seite der Firma wird darauf hingewiesen, dass man die Größe der Steine (14 x 7 x 4 cm) auswählte, um ein möglichst schnelles Mauern zu ermöglichen. Beim Mörtel entschied man sich für Gips, da der unter Messebedingungen die besten Ergebnisse versprach.

Verwendet wurde Kalkstein der Firma Carrières de Noyant. Dessen Direktor Emeric De Kervenoael war ebenfalls in das Projekt eingebunden.

SNBR

Zeitschrift Detail: Katalanisches Gewölbe

Carrières de Noyant

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