Die Unesco hat 26 neue Kulturgüter und Naturstätten in ihre Welterbeliste aufgenommen, darunter 20 Kulturgüter, 5 Naturgüter und 1 gemischte Stätte. Damit genießen diese Objekte den weltweit höchsten Schutz für das Kulturerbe. Ihre Verwalter haben nun Zugang zu den Möglichkeiten der technischen und finanziellen Unterstützung durch die Kulturorganisation der Vereinten Nationen.
Mit den neuen Eintragungen steigt die Gesamtzahl der Stätten auf 1223 in 168 Ländern. Die Entscheidung wurde auf der Sitzung des zuständigen Komitees Ende July 2024 in Neu Delhi getroffen.
Auf der Tagung betonte das Komitee auch die dringende Notwendigkeit, den Schutz potenziell oder tatsächlich bedrohter Stätten zu verstärken. Zu diesem Zweck trug es das Kloster St. Hilarion/Tell Umm Amer in Palästina sowohl in die Liste des Welterbes als auch in die Liste des gefährdeten Welterbes ein. Erneut forderte das Gremium den Schutz der bereits eingetragenen Güter, insbesondere jener in der Ukraine.
Außerdem wurden fünf neue Stätten aus Afrika in die Liste aufgenommen. Das geht einher mit dem besonderen Fokus des Unesco-Generaldirektors für die Kulturstätten auf diesem Kontinent:
* die Nelson-Mandela-Gedenkstätten in Südafrika,
* die pleistozänen Besiedlungsstätten in Südafrika,
* der Königshof von Tiébélé in Burkina Faso,
* die archäologischen und paläontologischen Stätten in den Hochebenen Äthiopiens,
* die historische Stadt und archäologische Stätte von Gedi, Kenia.
Wir zeigen Fotos von einigen der neu aufgenommenen Stätten, die einen deutlichen Bezug zu Stein haben.
Liste des gefährdeten Welterbes
Fotos: Unesco
Die Felsformationen mit religiösen Schreinen in der Nähe von Kok Ma Tao Baros, Thailand. Das Berggebiet von Phu Phrabat beherbergt die weltweit größte Zahl von Sīma-Steinen aus der Dvaravati-Periode (+(7.-11. Jahrhundert n. Chr.). Ihr Ausmaß hat die natürliche Landschaft in ein religiöses Zentrum verwandelt, und Felsmalereien auf den Oberflächen von 47 Stätten sind der Beweis für eine Besiedlung über zwei Jahrtausende.
Beijings zentrale Achse
Blick vom Glockenturm auf den Trommelturm. Die zentrale Achse, die sich von Norden nach Süden durch das Herz der historischen Stadt zieht, besteht aus ehemaligen kaiserlichen Palästen und Gärten, Opferbauten sowie zeremoniellen und öffentlichen Gebäuden. Die Lage, der Grundriss, das Stadtmuster, die Straßen und das Design zeigen die ideale Hauptstadt, wie sie im Kaogongji beschrieben wird, einem alten Text, der als Buch der verschiedenen Handwerke bekannt ist. Das Gebiet zwischen zwei parallel verlaufenden Flüssen ist seit etwa 3000 Jahren besiedelt, aber die Zentralachse selbst entstand während der Yuan-Dynastie (1271-1368). Das Gelände weist auch spätere historische Strukturen auf, die während der Ming-Dynastie (1368-1644) errichtet und während der Qing-Dynastie (1636-1912) verbessert wurden.
Beijings zentrale Achse, ein Ensemble, das die ideale Ordnung der chinesischen Hauptstadt zeigt.
Die Via Appia
Mit einer Länge von über 800 km ist die Appia (Spitzname „Regina Viarum“, Königin der Straßen) die älteste und wichtigste der großen Straßen, die die Alten Römer von 312 v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr bauten. Das Foto ziegt eine gepflasterte Strecke. Sie führte in Richtung Osten und Kleinasien und war ursprünglich als strategische Straße für militärische Eroberungen gedacht. Später ermöglichte sie das Wachstum der Städte dort und die Entstehung neuer Siedlungen, was wiederum die landwirtschaftliche Produktion und den Handel in Schwung brachte. Das aus 22 Teilen bestehende Bauwerk ist ein beeindruckendes Ensemble von Ingenieursleistungen und doukmentiert das hohe technische Können der römischen Planer in vielen Bereichen.
Via Appia: Albano Laziale, Cisternoni. Die Zisterne von Albano dient noch heute als Trinkwasserreservoir.
Das Brâncuși-Monumentalensemble von Târgu Jiu
Das strenge, kontemplative und doch zugängliche Monumentalensemble von Târgu Jiu in Rumänien wurde 1937-1938 von Constantin Brâncuși, einem einflussreichen Pionier der abstrakten Bildhauerei, zum Gedenken an die Gefallenen bei der Verteidigung der Stadt im Ersten Weltkrieg geschaffen. Die Anlage besteht aus zwei Parks, die durch die schmale Allee der Helden miteinander verbunden sind, und umfasst ein monumentales Ensemble von skulpturalen Installationen sowie die bereits zuvor bestehende Kirche der Heiligen Apostel Petrus und Paulus, die auf der Achse liegt. Die bemerkenswerte Verschmelzung von abstrakter Skulptur, Landschaftsarchitektur, Ingenieurwesen und Stadtplanung geht weit über die lokale Erinnerung an den Krieg hinaus und bietet eine originelle Vision der menschlichen Existenz.
Brâncuși-Monumentalensemble von Târgu Jiu, Rumänien.
Der Hegmataneh-Hügel, Iran
Die archäologischen Überreste des antiken Hegmataneh liegen im Nordwesten des Iran. Hegmataneh ist seit fast drei Jahrtausenden ununterbrochen bewohnt und zeigt wichtige und seltene Zeugnisse der medischen Zivilisation im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. Später diente es als Sommerhauptstadt der Achämeniden, Seleukiden, Parther und Sasaniden.
Die archäologischen Überreste des antiken Hegmataneh liegen im Nordwesten des Iran.
(09.08.2024)

