Quelle: DNV

Der Verband erwartet erst für 2025 wieder eine Trendumkehr in der heimischen Bauwirtschaft

Das Jahr 2023 war weltweit ein Jahr der Rezession in der Bauwirtschaft. Das hat sich deutlich auch in den Zahlen der Natursteinwirtschaft niedergeschlagen: fast alle großen Exporteure verzeichneten -10 % oder sogar mehr, und auch Deutschland kommt in seiner aktuellen Statistik für die Im- und Exporte und für den Inlandsverbrauch an Naturstein auf diese Werte. Zur Erinnerung: über die letzten Jahrzehnte hatte das Land im Inlandverbrauch jährliche Anstiege um +6 % erzielt und war zuletzt auf 600 Millionen € gelandet.

Wir zeigen die Zahlen des Deutschen Naturwerkstein Verbands (DNV).

Vermutlich aber sind die Negativzahlen bei den meisten Exportländern kein Indiz für einen anhaltenden Abwärtstrend. Denn bei vielen Ländern hat sich der Trend im 1. Halbjahr 2024 schon wieder umgekehrt.

Für Deutschland erwartet der Natursteinverband DNV aber erst für 2025 eine Trendumkehr. In seinem Geschäftsbericht für das Jahr 2023 zitiert er das aktuelle Frühjahrsgutachten der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute: „Sinkende Zinsen, kräftig steigende Einkommen und stagnierende Baupreise dürften dann die Wende einleiten und die Bauinvestitionen im Jahr 2025 erstmals seit dem Jahr 2020 wieder steigen lassen.“

Quelle: DNV

Im Geschäftsbericht des DNV 2023 geht es auch um Grabmale. Der Vorsitzende Der Arbeitsgrupp zu diesem Thema, H. Blaschke, konstatiert:
* Während der Corona-Pandemie war die Nachfrage nach einheimischen Grabmalen sehr gut. Nun werden von den Steinmetzen wieder mehr Importsteine aus Asien verwendet;
* die steigende Anzahl der Urnenbeisetzungen, anonymer Bestattungen und
alternativer Bestattungsformen führt weiterhin zu einer erheblichen Reduzierung des Bedarfs an Grabmalen;
* diskutiert wird auch über eine drohende Aufhebung des allgemeinen Friedhofzwanges in Deutschland. Umso wichtiger ist es daher, den Wert von Friedhöfen als geschützte Orte der Trauer hervorzuheben und sie so zu gestalten, dass sie eine wohltuende Atmosphäre ausstrahlen und auch weiterhin angenommen werden.

Großes Thema in Deutschland ist zurzeit das massive Bauen mit Naturstein, das die ökologischen Stärken des Materials im Mittelpunkt hat hat. Wir nennen einige Gegenargumente und die Entkräftungen dazu, die Verbandspräsident Hermannn Graser zusammengetragen hat:
* Gegenargument: Steinbrüche zerstören die Landschaft.
> Entkräftung: „Nein, sie werten eine Landschaft auf. Denn durch den besonderen Lebensraum im Steinbruch mit Biotopen sorgen sie für mehr Artenvielfalt und Biodiversität.“
* Gegenargument: Es gibt nicht genügend Naturstein auf der Erde.
> Entkräftung: „Doch, denn jeden Tag entsteht mehr Naturstein als abgebaut wird, beispielsweise bei Vulkanausbrüchen.“
* Gegenargument: Naturwerkstein ist nur ein Dekorationsbaustoff.
> Entkräftung: „Nein, denn früher, als es noch keine maschinelle Energie zur Verfügung stand, wurden bereits Pyramiden, Kirchen, aber auch Wohnhauser komplett aus Naturstein gebaut. Hauser aus Naturstein haben im Sommer ein angenehmes Raumklima und im Winter können sie die Warme auf natürliche Weise speichern.“
* Gegenargument: Auch Naturstein geht kaputt.
> Entkräftung: Naturstein wird nie zu Abfall, da er kein künstlich hergestellter Baustoff ist und somit nach einem Rückbau problemlos wieder verwendet oder deponiert werden kann. Er verändert bei der Nutzung lediglich die Form und seinen Standort.

Das Fazit lautet: „Naturstein ist der Baustoff der Zukunft.“

Daraus ergeben sich Aufgaben für den Verband und für die Firmen: „Dies gilt es in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und in der Politik zu verankern. Denn der Umweltschutz erlangt auch in der Bauindustrie einen immer höheren Stellenwert“, so Graser.

Außerdem: „Es werden normative Regelungen für die Nutzung von Massivbauteilen aus Naturwerkstein gebraucht, insbesondere wenn diese Massivbauteile als tragende Bauelemente verwendet werden.“

Aktuell arbeitet der Verband mit zwei deutschen Hochschulen an einer neuen Richtlinie für massive Baukonstruktionen aus Naturwerkstein, die als Vorlage für eine deutsche Norm gelten sollen.

Der Verband hat zahreiche Broschüren und Faktensammlungen zum ökologischen Fußabdruck von Naturstein im Vergleich zu anderen Materialien erstellt. Sie können von der Webpage unter „Literatur“ kostenlos heruntergeladen oder als Print bestellt werden.

Deutscher Naturwerkstein Verband: Literatur

Tabellen:
Quelle DNV

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(28.08.2024)