In der chinesischen Provinz Zhejiang sind neun ehemalige Steinbrüche zu einer <a href="https://www.stone-ideas.com/93270/neun-ehemalige-steinbruche-zhejiang-china/"target="_blank">touristischen Attraktion</a> geworden.

Neben der Stärke in Sachen Nachhaltigkeit könnte aktuell ein neue Konsumaspekt die Position der Natursteinbranche am Markt verbessern: Beim Verbraucher gibt es einen „deutlichen Rückgang der Ausgaben für ,Dinge‘ und eine verstärkte Hinwendung auf Spaß, Unterhaltung und Selbstoptimierung“. Anders ausgedrückt: die Ausgaben der Bürger gehen weg „von traditionellen Einzelhandelsgütern hin auf Erlebnisse wie Unterhaltung, Reisen, Essen und Dienstleistungen“.

Das schreibt die Messe EuroShop auf ihrer Webpage unter Bezug auf eine Studie der RegioData Research GmbH und der GfK. Die EuroShop mit Ausstellern aus der ganzen Welt findet alle drei Jahre in Düsseldorf statt und widmet sich vor allem der Inszenierung von Verkaufsräumen. Wir hatten schön von ihr berichtet, weil auch Steinfirmen dort Aussteller sind.

Auf der Webpage wird betont, dass der neue Trend aber weltweit zu beobachten sei, auch wenn dass es Unterschiede zwischen Kontinenten und Ländern gebe.

Die Messe diskutiert nun, wie sich Geschäfte mit „fesselnderen, immersiveren Einkaufserlebnissen“ darauf einstellen können: „Es reicht nicht mehr aus, einfach nur Produkte anzubieten. Einzelhändler müssen ihre Geschäfte und Online-Plattformen in Orte verwandeln, die Unterhaltung, Aufregung und Abenteuer bieten. Dazu können interaktive Elemente, Veranstaltungen oder erlebnisorientierte Aktionen gehören, die ihre Marke mit Freizeitaktivitäten, Reisen oder persönlicher Entwicklung in Verbindung bringen.“

Für uns ist hier die Überlegung interessant, wie die Steinbranche damit umgehen kann.

Führende Steinfirmen aus Spanien und Griechenland setzen Videobrillen ein, um den <a href="https://www.stone-ideas.com/58484/marmomac-2017-helmbrillen-bringen-den-steinbruch-zum-kunden/"target="_blank">Steinbruch zum Kunden zu bringen</a>, statt umgekehrt.

Sofort kommen da natürlich die Steinbrüche in den Blick – mit ihnen hat die Branche so viel Erlebniswelt, wie nur sein kann. Sie nutzt es auch schon intensiv: Fotos von Steinbrüchen oder Videos sind beliebt als Standdekoration auf Messen oder in Showrooms, vor einigen Jahren waren virtuelle Begehungen mit 3D-Brillen ein Hit.

Der Chef einer Steinfirma brachte es im Gespräch mal auf den Punkt: „Wenn ich die Kunden im Steinbruch habe, verkaufe ich meine Steine.“

Alles gut, also? Nicht wirklich, wie die genauere Betrachtung zeigt.

Denn was die Leute beim Besuch im Steinbruch beeindruckt, ist das Erlebnis einer gewaltigen Natur mit riesigen Wänden, extrem hartem Gestein, schweren Rohblöcken… der Blick ein paar Meter tief in die festen Kruste unseres Planeten, die mit zwischen fünf und 70 km so dick gar nicht ist.

Hingegen: Viele der Fotos und Filme zeigen zerstückelte Berge, kahl geschorene Hänge, ausgeräumte Landschaften… Visionen, dass der Mensch die Welt nach seinem Gusto gestalten kann.

Während der Besucher im Steinbruch also die Größe und Erhabenheit der Natur erlebt, wollen die Bilder und Filme von dort meist nur die Überlegenheit des Menschen über die Natur demonstrieren.

EuroShop (22. – 26. Februar 2026)

Studie

Fotos: Archiv

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