Der Geehrte schreibt: „Stein ist neben Holz und Lehm das Material der Zukunft“
Man kann ihn getrost als einen der Vordenker des aktuell in vielen Ländern diskutierten Massivbauens mit Naturstein bezeichnen: Gilles Perraudin (geboren 1949) wurde zusammen mit seinem Sohn Jean-Manuel und seinem Büro Atelier Architecture Perraudin im Dezember 2024 mit dem französischen Nationalen Grand Prix für Architektur (Grand Prix national de l’architecture, GPNA) ausgezeichnet. Die Jury besteht aus 20 renommierten Fachleuten aus der Branche, die Vergabe erfolgt vom Kulturministerium in Paris, und in der Pressemitteilung von Ministerin Rachida Dati wird ausdrücklich die Bedeutung von Perraudins Ideen für das Bauen in Zeiten des Klimawandels gewürdigt.
Eine kleine Zeichnung auf der Webpage des Büros zeigt, was an zentraler Stelle der Perraudinschen Architektur steht: zu sehen sind Sonne und Wind, natürlich auch Schatten und Wasser, also die jeweiligen Gegebenheiten am Standort eines Bauwerks. Mit diesen Ressourcen umzugehen, sie zu gestalten, zu nutzen, aber auch zu respektieren, ist ein Credo des Büros mit Sitz in Lyon, Vauvert (département Gard) und im Senegal.
Unter Ressourcen verstehen die Perraudins natürlich natürlich auch die Materialien, aus denen ein Gebäude entsteht. Ihr Credo dazu lautet: Die Materialien sollen so weit wie möglich aus der Region und aus der Natur kommen.
Denn dann können sie in Kreisläufen wiederverwendet werden, haben also noch für kommende Generationen einen Wert, und es entsteht für die Umwelt kein Schaden, wenn sie hergestellt werden.
Das gilt für Naturstein im Besonderen.
Perraudin war immer auf der Seite der Vordenker, etwa zum Thema Wohnen und Energieverbrauch: 1980 gewann er den ersten europäischen Wettbewerb für passive Solarenergie.
Und so experimentiert er seit einigen Jahrzehnten mit Massivbauten, bei denen Naturstein tragend eingesetzt wird, statt nur als Dekoration zum Beispiel für die Fassaden.
Inzwischen haben sich in vielen Ländern Architekten dem Thema zugewandt. Unsere Berichte dazu findet man über unsere Webpage-Suche unter „Massivbau“.
Perraudin schreibt auf seiner Webpage: „Stein bleibt neben Holz und Lehm das Material der Zukunft: reichlich vorhanden, wirtschaftlich, unendlich recycelbar.“ Unter Kostenaspekten nennt er „Automatisierung des Abbaus, Bequemlichkeit des Transports und Mechanisierung der Baustellen“ als Stärken dieses im doppelten Wortsinn uralten Baustoffs.
Die Ministerin drückt es emotionaler aus: „Im Hinblick auf das Bauen von heute gibt Perraudin insbesondere dem Naturstein den Ehrentitel wieder.“
Apropos Sonne, weiter oben erwähnt: Als Gilles Perraudin auf Vermittlung von Stone-Ideas.com 2016 im Rahmen der Xiamen Stone Fair zu einem Vortrag eingeladen war, gab es einen kleinen Empfang mit Weißwein aus Perraudins Weingut am Stand der französischen Aussteller.
Das ist eine weitere Leidenschaft von ihn, und in deren Rahmen hat er vielfach zeigt, dass man mit Steingebäuden ohne Klimaanlage niedrige und konstante Temperaturen für das Reifen des Weins erreichen kann.
Atelier Architecture Perraudin (französisch)
Kulturministerium (französisch)
Fotos: Archiv
(05.12.2024)




