Animum Ludendo Coles: Terzo Paradiso auf 81 Basaltplatten.

Neues Hüpfspiel von Animum Ludendo Coles für ein Öko-Lernzentrum in einem ehemaligen Bauernhof

Wenn man im italienischen Norden mit der Bahn aus dem Umland in die Städte fährt, kommt man an vielen Bauerngehöften vorbei, deren Größe von der wirtschaftlichen Stärke vergangener Generation kündet und die heute oft Löcher in Dächern und Wänden haben und verfallen. Manche von ihnen aber haben inzwischen eine neue Funktion gefunden, und ein Beispiel dafür ist die Cascina Sereni am Rand der Ortschaft Casalmaggiore. Wir stellen sie hier vor, weil es dort ein neues Projekt der Non-profit-Organisation Animum Ludendo Coles gibt: Deren Künstler und Steinmetze sind bekannt für die Hüpfspiele auf Stadtplätzen, auf denen die Kinder aus der Nachbarschaft umhertoben.

Dass die Kinder wie verrückt nach diesen Spielen sind, hängt auch damit zusammen, dass sie selber die Motive für die Bodenplatten entwerfen durften. Das gehört zur Philosophie von Animum Ludendo Coles. Die Erwachsenen helfen bei der Gestaltung nur mit.

Der Bauernhof Cascina Sereni ist nun eine Öko-Herberge (Eco-Ostello Interfluma Cascina Sereni). Genutzt wird diese als vielfältiges Lernzentrum: In der Umgebung gibt es Möglichkeiten, die Landwirtschaft und die Feldfrüchte kennenzulernen, ein Gelände für Orientierungslaufen bietet Möglichkeiten für integrativen Sport und mehr.

In der Beschreibung wird das Selbstverständnis der Einrichtung umrissen: Es geht um den Aufenthalt draußen, wo groß und klein zusammenkommt und Radau machen darf.

Animum Ludendo Coles: Terzo Paradiso auf 81 Basaltplatten.

Die Schlüsselbegriffe der Arbeit von Animum Ludendo Coles sind „Stadterneuerung, Spielräume, Bildungsgärten und partizipatives Design“, wie es in einer Beschreibung heißt.

Das Hüpfspiel der Cascina Sereni greift das Symbol des „Dritten Paradieses“ (Terzo Paradiso) auf: Es handelt sich um das aus der Mathematik entlehnte und leicht modifizierte Zeichen für Unendlichkeit. Statt zwei gleich großer Bögen wie im Original sind es hier zwei kleinere Bögen außen und in der Mitte ein großer.

Der Künstler Michelangelo Pistoletto (geboren 1933) hat diese Welt-Philosophie erfunden: Im 1. Paradies habe der Mensch im Einklang mit der Natur gelebt, im 2. Paradies habe er sich über sie erhoben und sie fast zerstört, im 3. Paradies gebe es eine neue Harmonie.

Für das Hüpfspiel der Cascina Sereni haben die Schüler von sechs Klassen vor Ort während zwei Jahren sich die Motive für die Platten ausgedacht. Ziel dabei war auch, den Kindern einen Sinn für Nachhaltigkeit und Verantwortung zu geben.

Und: Sie sollten begreifen, dass sie die Zukunft gestalten können.

Ein wichtiges Thema dabei war außerdem, Unterschiede zu begreifen, sie auszuhalten und sogar zu schätzen.

81 Basaltplatten sind für die Kreise verlegt. Insgesamt ist das Hüpfspiel 12 x 6 m groß.

Eingebunden in das Projekt waren Vertreter der Gemeinde und der Region, die Schulen, Vereine und Sportverbände, Bankenstiftungen, lokale Unternehmen, das Forschungszentrum für aktive Bildung an der Universität Alma Mater in Bologna, die Pistoletto-Stiftung und natürlich Animum Ludendo Coles.

Hüpfspiel im Hof der Grundschule G. Marconi in Chiavasso.Hüpfspiel im Hof der Grundschule G. Marconi in Chiavasso.

Ein Beispiel für ein anderes Projekt ist der Innenhof der Grundschule G. Marconi in Chiavasso (TO). Nicht nur die Schulkinder wirkten hier bei der Gestaltung des Hüpfspiels mit. Auch die Eltern und Großeltern sowie Erwachsene aus der Nachbarschaft waren eingeladen, ihre Vorstellungen mittels Fragenbögen mitzuteilen. Ziel war, verschiedene Generationen zueinander zu bringen.

„Das Projekt zielte darauf ab, die in der Region üblichen Spiele als Mittel der Beziehung, der Zusammenführung und der Integration wiederzuentdecken und weiterzugeben“, schreibt Animum Ludendo Coles.

Animum Ludendo Coles (italienisch)

Eco-Ostello Interfluma Cascina Sereni (italienisch)

Fotos: Animum Ludendo Coles

Straßenmöbel von Animum Ludendo Coles.

Video (italienisch)

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(18.12.2024)