China will in den kommenden Jahren die CO2-Emissionen seiner Wirtschaft deutlich reduzieren. Dafür sollen für den 15. Fünfjahresplan, der von 2026 bis 2030 gelten wird, exakte Messverfahren für die Klimagas-Emissionen der Firmen und für die Klimabilanz der Produkte festgeschrieben werden. Von einer „doppelten Kontrolle der Kohlenstoffemissionen“ ist die Rede.
Eines der zeitlichen Ziele dabei ist, dass die Emissionen das Maximum vor 2030 überschreiten und es danach nur noch einen Rückgang gibt.
Das ist in einem Rundschreiben festgelegt, das staatliche Stellen veröffentlicht haben. Bemerkenswert daran ist der Zeitpunkt: Es geschah Anfang August 2024, also schon anderthalb Jahre, bevor der Volkskongress die Beschlüsse für den kommenden Planungszeitraum treffen wird. Die Veröffentlichung kam aus dem Staatsrat (General Office of the State Council).
Daran lässt sich auch eine der Methoden ablesen, wie in China an höchster Stelle Politik gemacht wird: Die Regierung verkündet frühzeitig, was sie von der Wirtschaft erwartet, und sieht danach bis zum Inkrafttreten der Neuerungen großzügig über Abweichungen oder Ausflüchte hinweg. Wir hatten vor einer Weile beschrieben, wie die Politik die Idee des „Green Quarrying“ mit einem Firmenwettbewerb und Best-Practice-Beispielen unter die Leute gebracht hatte (siehe Link unten).
Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens an aber agiert der Staat eisenhart und scheut dann auch nicht davor zurück, Firmen zu schließen.
In einem der Dokumente aus dem genannten Rundschreiben werden Details zu den kommenden Zielsetzungen genannt: So sollen die neuen Standards für Schlüsselindustrien wie „Baumaterial, die Elektrizitätswirtschaft, die Stahlbranche und andere“ gelten.
Auch für den nationalen Handel mit Emissionszertifikaten soll es neue Vorschriften geben.
Damit, so sieht es aus, beschreitet man in China beim Kampf gegen den Klimawandel denselben Weg wie im Westen: Auch dort trat in den letzten Jahren das Baumaterial in den Vordergrund. Hatte man zuvor vor allem den Energieverbrauch beim Betrieb eines Gebäudes im Blick und steuerte man zum Beispiel mit Wärmedämmung gegen, geht es nun mehr um die sogenannte Graue Energie, also die Energie, die für die Herstellung der Baustoffe eingesetzt werden muss.
Das verbessert die Marktchancen von Naturstein erheblich: Denn er ist von Natur aus einfach da. Weitere Stärken sind, dass er eine sehr hohe Lebensdauer hat und praktisch unbegrenzt wiederverwendet werden kann.
In vielen Ländern in Europa gibt es deshalb Initiativen, die das alte massive Bauen mit Naturstein wiederentdecken. Firmen und Universitäten entwickeln Ideen für die Architektur solcher Bauweisen und für innovative Konstruktionen.
Zurück nach China. In einer Veröffentlichung nur wenige Tage nach dem ersten Rundschreiben wurde das Thema noch einmal behandelt. Darin heißt es, dass man bis 2030 „bemerkenswerte Ergebnisse“ auf dem Weg des „Grünen Übergangs“ in „allen Gebieten der ökonomischen und sozialen Entwicklung“ erreicht haben will.
Gleichzeitig wird versprochen, dass die Regierung den Bürgern bis 2030 auch bessere Lebensumstände verschaffen will – hier taucht in den Rundschreiben der Begriff des „Beautiful China“ auf.
Man erinnert sich: Großstädte wie Beijing litten noch vor wenigen Jahren zu bestimmten Jahreszeiten an unerträglicher Luftverschmutzung aus Verkehr, Transport, Heizung und Energieerzeugung.
Das „Beautiful China“ ist ein großes Versprechen, und Partei und Behörden wissen, dass das Ziel hochgesteckt ist. Die Bedenken werden gleich mitgeliefert, hier aus der National Development and Reform Commission (NDRC) stammend: „China steht beim grünen Wandel noch immer vor Schwierigkeiten und Herausforderungen, da die Energiestruktur nach wie vor auf Kohle ausgerichtet ist und der Anteil fossiler Energieträger und traditioneller Industrien im Land hoch bleibt.“
Im Vorbeigehen gibt man den westlichen Industrieländern und dem Rest der Welt eine Mitschuld daran, wenn die Dinge in China langsamer vorankommen als geplant: „Hinzu kommt, dass der globale grüne Wandel Rückschläge erleidet, Umwelt- und Klimafragen zunehmend politisiert werden und grüne Handelsschranken eskalieren.“
Xiamen Stone Fair, 16. – 19. März 2025


