„Bauen mit Naturstein heutzutage“ (Construir en Piedra Hoy) ist der Name eines Workshops, bei dem innovative Ideen für die Verwendung von Stein als tragendem Baumaterial entwickelt werden. Im Januar 2025 fand er zum 2. Mal auf dem Gelände der Firma Rosal Stones unweit von Murcia in Spanien statt. Diesmal ging es um ein sogenanntes flaches Gewölbe, zusammengesetzt aus Einzelsteinen mit möglichst einfachen Formen.
Beteiligt an dem Projekt mit dem Titel „Mass Piedra 25“ (Massivstein 25) waren Professoren verschiedener Universitäten aus dem In- und Ausland als Zuständige für die theoretische Seite der Konstruktion, Steinmetze von Rosal Stones als Ausführende der Steinbearbeitung und die Firma selbst als Sponsor für Material (grauer Kalkstein Abadía und gelblicher Albamiel) und für den Schauplatz.
Die Konstrukteure orientierten sich am Kloster von El Escorial. Dort gibt es solche Gewölbe. Allerdings lassen sich deren Maße nicht auf moderne Geschossdecken übertragen. Auch sind die Formen von deren Einzelsteinen zu vielfältig und kompliziert, als dass aus ihnen Alternativen zum modernen Bauen erwachsen könnten.
Ziel war diesmal, eine Geschossdecke für ein Wohngebäude aus einfachen rechteckigen Bausteinen zu konzipieren („Stereotomic Floor“).
Aber auch hier musste man diese irgendwie so zusammenfügen, dass die Geschossdecke nicht gleich auseinanderfiel. Auch wurde ein Widerlager gebracht, das das ganze Arrangement zusammenhielt.
Das Foto aus Vogelsicht zeigt die Formen der Steine und ihre Anordnung: von dem Zentralstein ausgehend folgen diagonal Einzelsteine, die jeweils an zwei Ecken ineinandergreifen. Für die Zwischenräume zwischen diesen Radien reichen einfache Rechtecke.
Soweit die Oberfläche. Die einzelnen Steine brauchen aber auch noch einen Zusammenhalt an ihren Seiten mit 30 cm Höhe.
Das Foto zeigt die Lösung, die die Konstrukteure sich einfallen ließen. Mit den modernen Maschinen aus den Steinwerkstätten sind solche Formen billig herzustellen.
Die Fotos ganz oben zeigen das Widerlager. Es handelt sich um Spannstäbe aus Stahl.
Die quadratische Steinplatte misst 362 cm an den Seiten. Genaue Messungen nach dem Entfernen des Traggerüsts für den Aufbau ergaben eine minimale Durchbiegung von zwei Millimetern über die gesamte Fläche. Weitere Labortests sollen folgen.
Im Eigenversuch hatten sie die Beteiligten nach Fertigstellung auf der Fläche versammelt, wie unser Foto zeigt.
Im Workshop zeigte sich, dass die Tragfähigkeit eine Betondecke weit übertrifft.
Und: Was die CO2-Bilanz angeht, kommt die Steindecke auf 7,2 kg CO2/m2, das Pendant aus Beton liegt zwischen 200 und 600 kg CO2/m2.
Als Treppe hatten den Teilnehmern die Stufen im Vordergrund gedient. Diese waren von Steinmetzen der französischen Compagnons du Devoir unter der Leitung von Paul Vergonjeanne und Franz Sibelli beigesteuert worden: Sie sind die Nachbildung einer Wendeltreppe der Kathedrale in Murcia.
Catalina Sánchez, CEO von Rosal Stones SA, hatte bereits im Jahr 2024 einen Workshop initiiert. Damals ging es um die verkleinerte Nachbildung des Junterones-Gewölbes aus der Kathedrale von Mucia.
Mitwirkende kamen diesmal von:
Universidad Politécnica de Madrid: Enrique Rabasa und Alejandro Bernabeu;
Universidad Politécnica de Valencia: Rafael Marín;
Universidad Politécnica de Cartagena: Jose Calvo López;
Universidad de Madrid: Miguel Angel Alonso;
Universidad de Beira Interior, Portugal: Clemente Pinto;
Universidad de Senio, Italia: Antonino Lanuzzo.
Photos: Rosal Stones






