Naturstein und Schmuck gehen handwerklich nicht leicht zusammen, das ist bekannt. Meist liegt es daran, dass Marmor, Onyx usw. zwar schön, elegant und wertvoll sind und wirken, aber immer auch Gewicht mitbringen. Daran haben sich schon viele Schmuckdesigner mit lediglich geringem Erfolg versucht – nun hat die italienische Firma Budri das Thema aus einer ganz anderen Ecke angepackt.
„Budri ist das Atelier für Haute Couture aus Marmor“, sagt der US-amerikanische Architekt Eric Carlson von Carbondale zu der aktuellen Kollektion, die er für die italienische Firma gestaltet hat. „Dank der außergewöhnlichen Expertise und Handwerkskunst im Umgang mit dem edlen Material konnte ich die außergewöhnliche Kollektion zum Leben erwecken – wahre Kunstwerke“, fügt er hinzu und es ist keine Schmeichelei gegenüber dem Auftraggeber.
Die Idee hinter der Kollektion namens „Charme“ ist denkbar einfach: Wenn man schon aus Stein nicht so leicht zum Beispiel eine Kette, einen Ring oder einen Armreif machen kann, dann kann man aber diese Schmuckstücke vielleicht in ihre Einzelteile auflösen und daraus etwas Besonders machen.
Möbel-Schmuckstücke, vielleicht?
Das Konzept geht auf eine alte Idee von Alessandra Malagoli Budri zurück, Art Direktorin der Firma und zusammen mit ihrem Ehemann Gian Marco Chefin im Betrieb, den man getrost als „berühmt“ bezeichnen kann. Bei der Präsentation der Kollektion im Rahmen des Mailänder Furorisalone 2025 im Showroom der Firma erwähnte sie beiläufig, dass sie vor langer Zeit und in anderem Zusammenhang mal einen Ring aus Stein entworfen hatte, der aber nie in die Produktion gegangen war.
Nun hat Eric Carlson die Möglichkeiten, die Budri seiner Kreativität öffnete, weitläufig ausgenutzt – dass man nämlich aus Perlen (sprich: Kugeln), Ketten (sprich: beweglichen Gliedern) oder Armreifen (sprich: Rechtecken) Tische mit sehr unterschiedlichem Unterbau oder auch Konsolen herstellen kann.
Budri hat dafür prächtige Steinsorten beigesteuert und sie penibel bearbeitet, dass es eine Freude ist, sich diese Möbelstücke anzuschauen oder sich um sie herum zu platzieren.
Die hochglanzpolierte Oberfläche gibt den Steinen als Tischbeine den Glanz.
Ergänzung zu den Materialien: Das Glas der Tischplatte ist selber auch etwas Besonders, nämlich extra klar und bei normalem Hinsehen zwar wahrnehmbar, aber nur als Art von Wolke, nicht als Gegenstand.
Und: Eine wirkliche Kette hat immer einen Verschluss, den man aber nicht sieht – bei „Charme“ entspricht das der Tatsache, dass die Einzelteile ebenfalls zusammengefügt sind, ohne dass man erkennt wie.
Auf drei Dinge wollen wir noch hinweisen:
* Höhepunkt der Kollektion war im Showroom eine faszinierende Inlayarbeit für die Wand mit einer schwarzen Kette im Vordergrund, ihrem grauen Schatten dahinter und vielen bräunlichen Ketten als Hintergrund;


* Budri hat inzwischen sich so viel künstlerische Freiheit erarbeitet, dass es auch Spielereien machen darf, hier etwa die Puppenstuben in den Schaufenstern des Showrooms. Sie zeigen die steinernen Schmuckstücke in Miniatur. Vielleicht gibt es für solche Dinge sogar einen Markt – wir hatten in einem Bericht vor einer Weile mal einen Blick ins Puppenhaus der britischen Queen Mary geworfen (siehe Link unten)
* und dann gibt es noch eine private Kleinigkeit, nämlich doch eine Marmorkette und doch mit Marmoranhänger mit einem Porträt der beiden Budris (Foto ganz unten).









