Zwei Räume für Rollenspiele soll es im Anbau zum Gebäude des Bundesrats in Berlin geben. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Max Dudler, entsprechend ist Naturstein für die Fassade geplant. Anfang April 2025 war Richtfest. Fertigstellung soll 2028 sein.
Grund für die Erweiterung ist, dass die Besucher in der Länderkammer der Bundesrepublik seit 2000 „stark angestiegen sind“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Mit Rollenspielen sollen die Gäste künftig und vor allem Jugendliche an die Rolle dieser Vertretung der Bundesländer und deren Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Regierung herangeführt werden.
Der Anbau dient als Ausgangspunkt des Besuchsrundgangs. Der attraktive Eingangsbereich wird öffentlich zugänglich sein. Durch die Überdachung eines Innenhofes des Altbaus entsteht direkt angrenzend an die Eingangshalle des Neubaus ein großer, flexibel nutzbarer Raum, in dem zum Beispiel Ausstellungen oder Veranstaltungen möglich sind.
Es handelt sich um jene letzte Freifläche an der Leipziger Straße unmittelbar hinter dem Leipziger Platz. Der Neubau schließt die Baulücke zwischen dem Platzrand und dem repräsentativen, 1904 von Friedrich Schulze-Kolbitz errichteten Bau des Preußischen Herrenhauses, in dem seit 2000 der Bundesrat zuhause ist.
Zur städtebaulichen Einordnung schreibt Max Dudler: „Der Neubau vermittelt zwischen den Zeitpolen des Neoklassizismus und der zeitgenössischen Architektur und sorgt so für architektonische Kontinuität… Die plastische, reliefartige Architektur aus Natursandstein wird in einer heutigen Sprache fortgeführt, die kolossale Säulenordnung des Altbaus übernommen, in ihrer Monumentalität jedoch gebrochen. Durch die großen Glasflächen der Fassade verlängert sich der öffentliche Raum in das Innere des Bundesrates, dessen Erdgeschoss sich mit beeindruckenden, hellen Räumen für Besucher öffnet. Alt- und Neubau fließen auf unterschiedlichen Ebenen ineinander und ermöglichen interessante Rundwege für künftige Führungen.“
Dudlers Entwurf setzte sich gegen 85 Konkurrenten in der ersten und 25 Konkurrenten in der zweiten Wettbewerbsphase durch. Das Preisgericht schrieb: Der Entwurf lasse eine eigene Adresse entstehen, ohne das Haupthaus zu dominieren. Dudler gehe sensibel mit der bestehenden Bebauung um und bringe für Besucher eine angemessene Offenheit zum Stadtraum mit sich.


