„Marsschleier“ (Martian Veil) war der Titel, unter den Fantini Mosaici die Einführung seiner neuen Terrazzosorte gestellt hat. Es handelt sich um ein rötliches Material mit der für Terrazzo typischen Körnigkeit, hergestellt aus den Natursteinsorten Rosso Verona, Rosso Francia, Verde Ming und Giallo Siena. Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde es im Rahmen der Milan Design Week 2025.
Besonderheit war aber nicht der Namensbezug zum Roten Planeten noch die schöne Wellenform, die die portugiesischen Architekten von AB+AC der Installation gegeben hatten – es war der Geruch, den dieser Terrazzo trug. Als Mischung „von Eukalyptus, Weihrauch und Holz“ wird er in den Presseunterlagen beschrieben.
Und der Duft ist echt – wir haben es im Showroom der Firma (Foro Buonaparte 68 in Mailand unweit der Bahnstation Cadorna) ausprobiert: Es ist eine angenehme Note, derer man gar nicht bewusst wird, wenn man ohne Vorwissen den Showroom betritt.
Aber unbewusst nimmt man sie wahr, als etwas, das buchstäblich in der Luft liegt.
Natürlich wird die Beimischung nach einer Weile schwächer, sagte man uns. Aber sie kann leicht erneuert werden.
Die italienische Firma Fantini Mosaici besteht seit 125 Jahren und ist weltbekannt für ihre Mosaike und Inlayarbeiten in edlen Steinsorten oder in Terrazzo. Berühmte Beispiele sind das Fußbodenmosaik in der Mailänder Galeria Vittorio Emanuele aus dem Jahr 1923 oder die Marmorinlays in der Sheik-Zayed-Moschee in Abu Dhabi 2007.
Insofern ist diese Kreation von Fantini tatsächlich eine Sensation: Denn erstmals wird den üblichen Sinnen für die Wahrnehmung eines Steinmaterials, nämlich dem Sehen und dem Fühlen, das Riechen hinzugefügt.
Wichtig dabei ist, dass das im Rahmen von Produktdesign geschah: Ziel der Innovation war, Gegenstände für die Benutzung im (luxuriösen) Alltag zu schaffen. Gezeigt wurde im Showroom eine 4×4,6 m messende Wand, die wie mit schwerem Tuch verhangen war. Verwendet wurden dafür Terrazzo-Module mit Dicken zwischen 2,5 und 12,5 cm.
Übrigens: Das Hören als sensorische Erfahrung von Stein wurde gelegentlich mit Toncollagen aus Steinbrüchen in Szene gesetzt. Zuletzt hatten wir über solch ein Kunstwerk beim Bildhauersymposium „Vinschgau Kristallin“ berichtet (See also).
Fotos: Nicola Gnesi
Renderings: Daniil Arseev


