
Der Entwurf „Südpfeil“ des Berliner Künstlers und Architekten Jürgen Mayer H. wurde beim 8. Wettbewerb um Kunst am Bau am Berliner Humboldt Forum ausgewählt. Der drei Meter lange, bronzene Pfeil wird an der Giebelecke gegenüber des Doms installiert.
Von der Jury besonders hervorgehoben wurde die „minimalistische Einfachheit und Subtilität des Werkes… im Kontrast zur massiven und bedeutungsstarken Gestalt des Humboldt Forums“, wie es in der Pressemitteilung heißt.
Der Pfeil symbolisiere Vieldeutigkeit und Offenheit, und könne gleichzeitig als Angriff oder auch als Einladung zum Mitdiskutieren (um die Ausstellungen im Humboldt Forum) verstanden werden, so die Jury. Der Entwurf entstand in Teamarbeit von Jürgen Mayer H. mit Hans Schneider und Jonas Schwarz.
Vom 25. Juni bis 7. Juli 2025 werden die insgesamt 130 Einreichungen für den Wettbewerb in einer Ausstellung in der Treppenhalle (2. OG) des Humboldt Forums präsentiert.
In vorangegangenen Kunst-am-Bau-Wettbewerben waren Werke für sieben Standorte im Humboldt Forum realisiert worden. Sie befinden sich markanten Punkten im Gebäude.
* In den Treppenhäusern zu sehen sind die Arbeiten „GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG“ von An Seebach und Christiane Stegat (Hofportal 1) sowie „Ohne Titel von Tim Trantenroth“ (Hofportal 5).
* In der zentralen Treppenhalle ist die Skulptur „Statue of Limiations“ von Kang Sunkoo aufgestellt.
* Das kleine Foyer im Erdgeschoss zeigt die Arbeit „Die Architekten“ des Künstlerduos Dellbrügge & de Moll,
* während im Foyer des ersten Obergeschosses „Zeitmaschine“ von Stefan Sous zu sehen ist. * Auf der Dachterrasse befinden sich gleich zwei Arbeiten: „Kosmos – Things Fall Apart“ von Emeka Ogboh sowie „Insurgentes Sur“ von Antje Schiffers und Thomas Sprenger.
19 Figuren krönen die Balustraden
Mit dem Aufstellen von 19 Balustradenfiguren an der Nord- und Südfassade ist das Humboldt Forum baulich fertiggestellt. Diese letzte Maßnahme markiert den Abschluss der Rekonstruktion der historischen Fassade, die allein aus Spendenmitteln finanziert wurde. Initiator und unermüdlicher Akteur bei der Beschaffung der dafür notwendigen 3,4 Mio. € war Wilhelm von Boddien.
„Bei einem Gebäude von den breitgelagerten Proportionen des Humboldt Forums kommt dem oberen Abschluss der Fassaden eine besondere ästhetische Bedeutung zu“, schreibt die Stiftung Humboldt Forum. Eine optische Verlängerung von Fassaden über die Dachlinie hinaus mittels Figuren war immer ein übliches Mittel, Leichtigkeit eines Gebäudes zu erreichen.
Bei der Rekonstruktion der drei barocken Außenfassaden des Berliner Schlosses war daher die Schaffung von Balustradenfiguren bereits im Entwurfsprozess des Neubaus angedacht.
Die Skulpturen sind Neuschöpfungen im Stil der barocken Formensprache. Es gab für sie keine Vorlagen.
Die Skulpturen sind im Durchschnitt 3,14 m hoch (mit Sockel) und wiegen je 3 bis 4 Tonnen. Das Material ist Sandstein. Die Montage am oberen Rand des Gebäudes übernahm die Firma Bamberger Natursteinwerke Hermann Graser GmbH.
Die Künstler und Beteiligten waren:
* Vier Figuren auf Portal 1:
Modelle: Kai Rötger, Gransee, Andreas Klein und Klaus W. Rieck, Berlin;
Steinumsetzung: Kai Rötger, Klaus W. Rieck und Bildhauer der Bamberger Natursteinwerke Hermann Graser GmbH.
* Vier Figuren auf Portal 2:
Modelle und Steinumsetzung: Bildhauer der Schubert Steinmetz und Bildhauer GmbH Dresden und Hartmut Witschel, Großenhain.
* Vier Figuren auf Portal 4:
Modelle: Andreas A. Hoferick, Berlin;
Steinumsetzung: Andreas A. Hoferick, Berlin, Bildhauer der Bamberger Natursteinwerke Hermann Graser GmbH.
* Vier Figuren auf Portal 5:
Modelle: Eckhart Böhm und Ada Kösler;
Steinumsetzung: Bildhauer der BMP Konservierung Restaurierung GmbH Berlin, Bildhauergemeinschaft Kösler BMP Berlin.
* Drei Figuren auf den Ecken der Westfassade und der „Eosanderschulter“:
Modelle: Valerie Otte;
Steinumsetzung: Bildhauer der Bamberger Natursteinwerke Hermann Graser GmbH, Oliver Matz, Freyburg/Unstrut.
Aus Anlass der Baufertigstellung rückt die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss das Gebäude in den Fokus und lädt am 27. und 28. Juni 2025 zu einem Kolloquium und einem Thementag mit Vorträgen, Sonderführungen und Gesprächsrunden ein. Experten geben Einblicke in die komplexe Gebäudetechnik, Fragen der Nachhaltigkeit und zeigen Bereiche, die für das Publikum normalerweise nicht zugänglich sind. Auch die Bildhauerkunst, die Arbeit der Restaurierungswerkstätten, Kunst am Bau sowie die Gestaltung der Außenanlagen und des Stadtraums werden vorgestellt.






