Die italienische Firma Citco mit Sitz in Rivoli Veronese unweit von Verona ist bekannt für künstlerische Installationen in Naturstein, mit denen sie das Können ihrer Mitarbeiter unter Beweis stellt und so Marketing betreibt. In diesem Jahr lautete der Titel der Präsentation auf dem Salone der Mobile in Mailand „Eterea – Shaping the Unseen“ (Ätherisch – dem Nie-Gesehenen eine Form geben). Wie üblich waren bekannte Architekten und Designer eingeladen, das Thema mit ihren eigenen Ideen umzusetzen.

Ron Arad wählte zwei Bereiche aus dem Alltagsleben: die Ecke und das Licht. Tatsächlich sieht man die Ecke in einem Raum als solche eigentlich nicht, und, im Normalfall, bewegt man immer sich um eine Ecke herum. Sie ist gewissermaßen eine Störung der Geradlinigkeit – Ron Arad brachte mit seinem „Cornered Seat“ (Sitz in der Ecke) und „Cornered Desk“ (Schreibtisch in der Ecke) die Ecke aus der Ecke heraus, sozusagen.

Ron Arads zweites Thema war das Licht. Wie ein Produktdesigner entwarf er Wandlampen, genannt „Marblelite“. Sie hatten zweierlei Funktionen in einem: Zum einen können sie ihr Licht nach vorne abstrahlen, und so einem Raum einen Lichtpunkt geben; zum anderen können sie auch nach hinten an die Wand strahlen und so einen Kranz von Helligkeit um die Leuchte legen. Als Material für den Lampenschirm wählte er einen durchscheinenden Quarzit der brasilianischen Firma Pettrus.

Estúdio Campana spielte mit Licht und Schatten, wobei der Schatten von einer Wand aus dem Kalkstein Moca Cream geschaffen wurde. Titel der Installation war „Cobogó“: Er geht zurück auf die brasilianischen Ingenieure Amadeu Oliveira Coimbra, Ernest August Boeckmann, and Antônio de Góis, die in den 1920ern aus Beton Wände geschaffen und ihnen die Bezeichnung aus den Anfangsbuchstaben ihrer Namen gegeben hatten. Die Designer von Estúdio Campana hatten die Idee ihrer Landleute im Jahr 2016 aufgegriffen und daraus „Cobogó Mão“ entwickelt. Das waren Bausteine, mit denen sich solche Wände mauern ließen.
Das Prinzip der durchlöcherten Wände ist allgegenwärtig in Ländern mit tropischem Klima. Im arabischen Raum heißen sie Mashrabiya, in Indien Jali. Primär dienen sie dazu, einen Luftzug durch die Zimmer herzustellen und gleichzeitig Privatheit zu ermöglichen.

Zaha Hadid Design setzte ganz auf die Wirkung eines hinterleuchteten Quarzits, um sich dem Thema anzunähern. Die Formen der Objekte stammten aus der Kollektion „Mercuric“ aus dem Jahr 2013. Damals hatten die Designer ihren Beistelltischen aus weißem und schwarzem Marmor im Namen gezielt Anklänge an Objekte von einem fernen Planeten gegeben. Diesmal war der brasilianische Quarzit Cristallo das Material. Seit einigen Jahren erfreut sich diese Steinsorte großer Beliebtheit, dies wegen ihrer Ähnlichkeit zu Glas und den teils mit kräftigen Adern in vielen Farben. Das Material ist extrem hart und auch kompliziert zu bearbeiten.

„Matrix“ ist eine ältere Arbeit von Zaha Hadid Design, die mit ihren markanten Steinen, den scharfen Formen und dem Rhythmus der einzelnen Elemente nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Kelly Hoppen, aus Südafrika stammend, jetzt in Großbritannien zu Hause, löste sich bei ihrer Arbeit vollständig von der Verwendbarkeit ihres Objektes. „Morpheus“ war eine Sichtschutzwand, bestehend aus drei Teilen, die mit Gelenken verbunden waren. Sie nannte ihre Installation eine „poetische Fusion von Natur und Design“. Das Material für die massiven Wände war der Marmor Calacatta Monet mit dem Erscheinungsbild natürlicher Felsen.
Fotos: Nicola Fiorentino
