Die steile Treppe, die zum Tor führt, ein typisches Merkmal der Maratha-Militärarchitektur, wurde entworfen, um eindringende Feinde zu entwaffnen, indem sie den Zugang zur Hauptfestung erschwerte. Foto: Dronah / Unesco

26 neue Kultur- und Naturgüter wurden während der 47. Sitzung des Komitees vom 6. bis 16. Juli 2026 in Paris, Frankreich, in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. 24 davon sind Kulturgüter, 4 Naturgüter und eines ist gemischt.

Auch in diesem Jahr stand das afrikanische Kulturerbe im Mittelpunkt, mit der Aufnahme von vier neuen Stätten aus diesem Kontinent und der Streichung von drei anderen aus der Liste des gefährdeten Welterbes.

Darüber hinaus genehmigte das Komitee die Erweiterung von zwei bestehenden Stätten auf der Liste, wodurch die Schaffung grenzüberschreitender Naturparks ermöglicht wurde.

Damit umfasst die Liste insgesamt 1248 Stätten in 170 Ländern.
Neben der internationalen Anerkennung würdigen diese Einträge die zentrale Rolle, die lokale Gemeinschaften beim Schutz und der Förderung dieser Stätten spielen, während sie gleichzeitig das mit ihnen untrennbar verbundene lebendige und spirituelle Erbe bewahren.

Über die UNESCO: Mit 194 Mitgliedstaaten trägt die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur durch die Förderung der multilateralen Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur, Kommunikation und Information zu Frieden und Sicherheit bei. Sie hat ihren Sitz in Paris, unterhält Büros in 54 Ländern und beschäftigt über 2300 Mitarbeiter. Die Organisation betreut mehr als 2000 Stätten auf verschiedenen Kulturerbelisten, Biosphärenreservaten und globalen Geoparks, Netzwerke kreativer, lernender, integrativer und nachhaltiger Städte sowie über 13 000 assoziierte Schulen, Universitätslehrstühle, Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen mit einem globalen Netzwerk von 200 Nationalkommissionen. Ihre Generaldirektorin ist Audrey Azoulay, ehemalige französische Ministerin für Kultur und Kommunikation, die aus einer marokkanischen Familie stammt.

Wir zeigen Fotos von einigen der neu aufgenommenen Stätten mit deutlichen Bezügen zu Stein.

World Heritage List

Quelle: Unesco

Die Ausläufer des Rayri-Hügels und die Festungsmauer. Foto: Dronah / UnescoFestung Panhala: Der Innenhof des Teen Darwaza mit architektonischen Merkmalen des Bahamani-Sultanats. Foto: Dronah / UnescoDie Militärlandschaften von Maratha umfassen zwölf großflächige Festungsanlagen in Indien, darunter vier an der Konkan-Küste sowie acht Festungen im Gebirge, in den Westghats im Bundesstaat Maharashtra sowie den Ostghats in Tamil Nadu. Diese Festungen wurden von den Marathen zwischen dem 17. und frühen 19. Jahrhundert entweder errichtet oder erobert und erweitert. Sie nutzten dabei geschickt die Topographie des Landes und schufen ein dichtes Verteidigungssystem, das dem Schutz von Handelswegen ebenso diente wie der militärischen Expansion und territorialen Kontrolle.
 

Kermario, Carnac. Foto: Zulaan / UnescoInnenraum der Gavrinis-Steinhügel, Larmor-Baden. Foto: Eric Frotier de Bagneux / UnescoDie Megalithen von Carnac und der Morbihan-Küste (Frankreich): An der französischen Atlantikküste, zwischen der Halbinsel Quiberon und dem Golf von Morbihan, finden sich herausragende Zeugnisse megalithischer Monumentalarchitektur. Über mehr als zwei Jahrtausende hinweg richteten Menschen während der Jungsteinzeit hier Steinblöcke zu Dolmen und Menhiren auf, legten Steinkreise und Grabhügel an, die sie gezielt in Bezug zur Landschaft setzten. Felsgravuren zeigen Tiere, Objekte und abstrakte Zeichen, die als frühe Beispiele symbolischer Bildsprache gelten.
 

Die Domus de Janas: Protome in der Hauptkammer von Grab B. Foto: Nicola Castangia / UnescoBonorva – Nekropole von Sant’Andrea Priu. Grab VIII oder Kammergrab. Foto: Sergio Melis / UnescoPrähistorische Kunst und Architektur Sardiniens – Domus de Janas (Italien): Auf Sardinien geben 26 archäologischen Stätten Einblick in das Leben der Menschen zwischen dem 5. und 3. Jahrtausend vor unserer Zeit. Sie zeigen, wie die damaligen Gemeinschaften lebten, arbeiteten und ihre Toten bestatteten. Besonders bemerkenswert sind die sogenannten Domus de Janas, zu Deutsch „Häuser der Feen“. Diese kleinen, in Fels gehauenen Grabkammern sind Beispiele einer einzigartigen Bauweise.
 

Großes Fischmotiv auf Dolphin Island. Foto: A. Stevens / UnescoGeometrisches Motiv aus Kreisen und strahlenförmigen Linien auf dem Southern Burrup. Foto: A. Stevens / UnescoDie Kulturlandschaft Murujuga liegt im Nordwesten Australiens. Murujuga ist für seine Abertausende von Felsbildern, sogenannte Petroglyphen, bekannt, die den Ngarda-Ngarli heilig sind und ihnen als das Werk von Schöpfungsgeistern gelten. Darüber hinaus finden sich hier fast 3.000 Steinsetzungen, die sowohl praktischen wie auch religiösen Zwecken dienten.
 

Bild eines Wals in Daegok-ri. Foto: Stadt Ulsan / UnescoAbstrakte Formen. Stadt Ulsan / UnescoFelsbilder am Lauf des Bangucheon (Republik Korea): Entlang des Flusses Bangucheon im Südosten der koreanischen Halbinsel erstrecken sich über eine Länge von rund drei Kilometern zwei Felswände mit außergewöhnlich vielen eingravierten Bildern, sogenannten Petroglyphen. Über mehrere Jahrtausende hinweg, von der Jungsteinzeit bis ins 9. Jahrhundert, hinterließen Menschen hier Zeichnungen und Inschriften im Fels. Die Darstellungen zeigen unter anderem Jagdszenen und Tiere – teils so detailliert, dass sich die genaue Art bestimmen lässt.
 

Yafteh Höhle. Foto: Mohammadreza Mahmoodi, IMCHTH / UnescoGhamari Höhle. Foto: Mohammadreza Mahmoodi, IMCHTH / UnescoPrähistorische Stätten des Khorramabad-Tals (Iran): Im Zagros-Gebirge im Westen Irans liegt das Khorramabad-Tal mit mehreren prähistorischen Stätten, die von früher menschlicher Besiedlung zeugen. Archäologische Funde wie Werkzeuge, Spuren von Ockerfarben oder Schmuck aus Tierzähnen und Muscheln belegen die kontinuierliche kulturelle und soziale Entwicklung des Menschen. Funde liefern wichtige Erkenntnisse über frühe Migrationswege des Menschen von Afrika nach Eurasien.
 

Ostwand der Malereihalle (Standort PL4). Nachzeichnung anhand digitaler Fotos. Foto: S. Peshkov / UnescoNachzeichnungen von Mammuts (Mammuthus primigenius) in der Malereihalle. Foto: С. Peshkov, N. Grigoryev / UnescoFelsmalereien der Schulgan-Tasch-Höhle (Russische Föderation): Im südlichen Ural gelegen, bewahrt die Schulgan-Tasch-Höhle, die auch als Höhle von Kapowa bekannt ist, bedeutende Zeugnisse aus dem letzten Abschnitt der Altsteinzeit: Unter einem Karstmassiv finden sich rund 20.000 Jahre alte Felsmalereien, die unter anderem Mammuts, Wollnashörner, Bisons, Pferde und ein zweihöckriges Kamel zeigen, aber auch menschenähnliche Figuren, geometrische Formen und abstrakte Zeichen.
 

Kirche M in der südöstlichen Ecke des Tempels der Artemis. Foto: Archaeo. Exploration of Sardis/ President and Fellows of Harvard College / UnescoSockel einer Säule des Tempels der Artemis. Foto: Archaeo. Exploration of Sardis/ President and Fellows of Harvard College / UnescoSardes und die lydischen Hügelgräber von Bin Tepe (Türkei): Die antike Stadt Sardes in Westanatolien war das Zentrum des lydischen Reiches, das zwischen dem 8. und 6. Jahrhundert vor unserer Zeit große Teile Kleinasiens beherrschte. Hier wurde die Münzprägung erfunden, eine Innovation, die weitreichende Folgen haben sollte. Der sagenhafte Reichtum Lydiens ist bis heute eng mit dem Namen seines letzten Königs verbunden: Krösus. Die Stadt zeichnete sich durch monumentale Terrassenanlagen und gewaltige Befestigungsmauern aus.
 

Møns Klingt. Foto: Egon Gade / UnescoMøns Klingt. Foto: Egon Gade / UnescoMøns Klint an der Ostküste der dänischen Insel Møn zeigt eindrucksvoll, wie Gletscher eiszeitliche Landschaften geformt haben. Hier erstrecken sich spektakuläre Kreideklippen, sanfte Hügelketten, Senken und Ebenen. Die Steilküste gewährt einzigartige Einblicke in die vielfältige Faltung und Verwerfung der Kreideschichten, die durch den enormen Druck des Eises entstanden sind. Neben den geologischen Besonderheiten zeichnet sich das Gebiet durch seltene Lebensräume aus.
 

Luftaufnahme der Peruaçu-Schlucht mit noch erhaltenen Höhlenteilen und Vegetation entlang des Tals. Foto: Bernardo Issa / UnescoJanelão-Höhle. Foto: Ataliba CoelhoNationalpark Cavernas do Peruaçu (Brasilien): Im Nordosten des brasilianischen Bundesstaats Minas Gerais liegt der Nationalpark Cavernas do Peruaçu. Das Schutzgebiet umfasst eine eindrucksvolle Karstlandschaft mit tief eingeschnittenen Schluchten und ausgedehnten Höhlen. Besonders beeindruckend ist die Janelão-Höhle mit ihren gewaltigen Hallen, durch deren natürliche Öffnungen Sonnenlicht fällt – groß genug, dass darin Pflanzen wachsen können. Der Park liegt an der Schnittstelle dreier bedeutender brasilianischer Landschaftsräume – Cerrado, Caatinga und dem Atlantischen Regenwald – und beherbergt eine außergewöhnlich reiche Tier- und Pflanzenwelt.