Blick auf den Berliner Lustgarten und das Königliche Museum (heute Altes Museum); Carl Daniel Freydanck, Das alte Museum in Berlin, 1836, SPSG.Das Alte Museum, August 2025.

Die Geschichte der Museumsinsel begann am 09. Juli 1825, als der Grundstein für das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Alte Museum im Berliner Lustgarten gelegt wurde. Nur fünf Jahre später, am 3. August 1830, wurde es eröffnet und war damit das erste öffentliche Museum Berlins und Preußens. Rasch entwickelte sich das Haus mit seiner monumentalen Säulenhalle zu einem Publikumsmagneten und einer bis heute bedeutenden Institution der archäologischen Grundlagenforschung.

Eine kleine Sonderausstellung im Obergeschoss des Hauses gibt bis zum 03. Mai 2026 spannende Einblicke in die Anfänge des Museums und zeigt eine Auswahl von Antiken, die bereits bei der Eröffnung 1830 zu sehen waren.

Beeindruckend ist ein großformatiges Modell des Museums. Sichtbar gemacht wird hier auch der Untergrund unter dem Bauwerk, der den Planern bis große Schwierigkeiten macht: Damals wurden 3053 Eichenpfähle in den märkischen Boden gerammt, um irgendwie Halt für die Fundamente der gewaltigen Baumasse zu bekommen. Auf den Köpfen der Stämme wurde ein Holzgerüst ausgelegt, auf das schließlich die Grundmauern aufgesetzt wurden.

Modell des Alten Museums in der Ausstellung.

Ein echter Eichenpfahl ist übrigens im Untergeschoss der James-Simon-Galerie zu sehen – man mag es kaum glauben, von wo die Planer die enorme Menge an Bäumen herbeischafft haben, wie sie die Pfähle transportierten und wie sie sie schließlich in den Untergrund trieben. Unter der Museumsinsel liegt eine große Linse aus lockerem Eiszeitmaterial.

Gewaltig ist auch heute noch die Fassade, die Schinkel dem Gebäude gab. Allein schon der Standort des Museums war von großer Symbolkraft: Es steht als vierte Seite eines Rechtecks mit Dom (Kirche), Zeughaus (Militär) und Schloss (Königtum).

Es war die Zeit des aufstrebenden Bürgertums und der Propagierung neuer Bildungsideale. Die Öffentlichkeit verlangte nach frei zugänglichen Möglichkeiten der Kunstbetrachtung, und König Friedrich Wilhelm III. förderte die Bildung seiner Untertanen.

Rasch wurde das Museum weit über Preußen hinaus zu einem beliebten Reiseziel der bildungsbürgerlichen Gesellschaft. Schinkels Architektur gab dafür den richtigen Rahmen. Der Museumsbau gilt heute als eines der Hauptwerke des deutschen Klassizismus.

Zunächst aber musste dafür die Innenstadt entrümpelt werden, wie in der Ausstellung erzählt wird. Denn der Lustgarten war damals noch von allerlei wirtschaftlichen Einrichtungen mit Beschlag belegt, für die erst Ersatzflächen gefunden werden mussten.

Das Alte Museum, August 2025.

Symbolisch am Alten Museum ist auch die Freitreppe: Sie hob den Bau quasi auf Augenhöhe mit dem gegenüberliegenden Schloss. Ausgedrückt wurde damit auch, dass der König sich gebildete und zivilisierte Untertanen wünschte: Zum ersten Mal überhaupt wurde in Preußen ein Gebäude als reines Kunstmuseum konzipiert, und in der Folge wurde Schinkels Bau zum Vorbild für Museen schlechthin.

Viele kleine Details erzählt die Ausstellung auch dazu: Der Eintritt war kostenlos, aber „gefordert war ordentliche und saubere Kleidung“. Will heißen: „Vermutlich zogen sich die Leute fürs Museum besonders gut an.“

In einem Quiz können die Besucher Mutmaßungen über weitere Fragen äußern: Wie war es mit Heizung, Toiletten, Beleuchtung? Waren alle Objekte echte Stücke, oder gab es auch Fälschungen?

Behandelt wird auch das Dekor im Inneren des Hauses: Die Räume waren viel bunter als heute, und die Kunstwerke standen viel näher beieinander.

Zum Schluss der Ausstellung gibt es einen Ausblick in die Zukunft, zum einen zu kommenden Vermittlungskonzepten, zum anderen zur baulichen Sanierung, die überfällig ist und für die es schon die Pläne gibt.

Altes Museum

Blick in die Rotunde des Alten Museums, mit der Statue des Betenden Knaben in der Sichtachse; Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung, Foto: Johannes Laurentius