Screenshot der Webpage „ROADto2050“.

„ROADto2050 – Roteiro para a Descarbonização do Setor da Pedra Natural“ heißt das große Klimaprojekt der portugiesischen Natursteinbranche. Übersetzt geht es um die Dekarbonisierung der Steinunternehmen des Landes, die eine große Tradition haben und deren Firmen sich auch mit hochwertigen Design-Endprodukten oder bei Großprojekten auf dem Weltmarkt behaupten. Organisiert wurde das Programm vom Landesverband Assimagra, finanziert mit knapp 500.000 € durch das PRR-Programm der Europäischen Union.

Start des Programms war im Oktober 2023. Am Anfang stand eine Bestandsaufnahme –wichtig war für die Veranstalter dabei, an die wirklichen Erfahrungen der Branche heranzukommen und daraus praxisnahe Aktionsmöglichkeiten abzuleiten. Veranstaltungen, etwa in den Steinzentren Vila Viçosa, Porto de Mós und Marco de Canavese fanden statt. Gleichzeitig wurde ein Fragebogen ins Netz gestellt, der bei der Bestandsaufnahme der Aktionsfelder helfen sollte.

Im September 2025 wurden die Endergebnisse präsentiert. Im Zentrum steht eine Webpage (auf Portugiesisch), die das vorhandene Wissen zusammenfasst. Herunterladen kann man zum Beispiel verschiedene Materialien für die Weiterbildung von Firmenmitarbeitern. Unternehmer finden auch ein digitales Werkzeug, mit dem sie die CO2-Emissionen ihres Betriebes abschätzen können.

Video des Verbands Assimagra: „Wir bauen Vertrauen durch Nachhaltigkeit.“

Ein Maßnahmenfeld ist das Programm zur Sanierung aufgelassener Steinbrüche, für das die Ministerin für Umwelt und Energie drei Millionen € zur Verfügung gestellt hat. Gemeinden mit solchen Liegenschaften können sich um eine Förderung bewerben. Dabei geht es, wie bei der Dekarbonisierung generell, nicht nur darum, auf degradierten Flächen ein ökologisches Gleichgewicht wiederherzustellen.

Ausdrücklich gehört die Transformation dieser Problemzonen zum Programm, wie es auf der Webpage der Roadto2050 beschrieben wird: „Die Gemeinden sollen Lösungen für die Wiederverwendung der Grundstücke finden, sei es für neue industrielle und gewerbliche Zwecke oder für Freizeit- und nachhaltige Tourismusangebote.“

Das Bemühen um Klimaneutralität geht auf die Weltklimakonferenz in Paris im Dezember 2015 zurück: In dem Abkommen verpflichteten sich die 195 Unterzeichnerstaaten, darunter alle EU-Mitglieder, den Klimawandel einzudämmen und dafür ihre Wirtschaften klimaneutral umzugestalten. Rechnerisch sollte der weltweite Temperaturanstieg möglichst auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter beschränkt werden.

Dieser Wert bezieht sich auf das langjährige Temperaturmittel: Seine Dimension kann man ahnen, wenn man weiß, dass der rechnerische Unterschied zwischen einer Warmzeit und einer Eiszeit im langjährigen Mittel nicht mehr als vier Grad beträgt.

2019 brachte die EU-Kommission dann den „Green Deal“ auf den Weg: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % gegenüber 1990 gesenkt werden, bis 2050 sollen Netto-Null-Emissionen erreicht werden. Mit Netto-Null ist gemeint, dass unvermeidbare Emissionen an einer Stelle durch Einsparungen an anderer Stelle kompensiert werden können. Das hat zum Ziel, dass die Wirtschaft nicht stranguliert wird.

Road to 20250 (portugiesisch)