In einem separaten Bericht beschreiben wir das Konzept der irischen Architekten von heneghan peng für das neue Grand Egyptian Museum https://www.stone-ideas.com/118309/grand-egyptian-museum-durchscheinende-eingange/.
Im zweiten Obergeschoss des Grand Egyptian Museum treffen die Besucher auf den Grabschatz des Tutanchamun. Er wurde im November 1922 im Tal der Könige von dem den britischen Archäologen Howard Carter entdeckt: Die 35 Quadratmeter große Grabanlage umfasste vier Kammern und war gefüllt mit rund 5600 gut erhaltenen und vielfach aus Gold gefertigten Beigaben.
Die Gestaltung dieses Bereichs des GEM und weiterer Teile wie der Eingangshalle oblag dem Atelier Brückner aus Stuttgart. Wir geben die Beschreibung dieses weltweit anerkannten Studios für Ausstellungsgestaltungen gekürzt wieder:
Im GEM sind erstmals alle Objekte aus der Grabkammer des Kind-Pharaos (Regierungszeit etwa 1332 bis 1323 v. Chr.) zu sehen. Die Präsentation ist wieder vollständig, so wie Carter sie fand oder wie sie 3000 Jahre zuvor nach der Beisetzung des Pharaos war.
Im GEM wurde jedoch nicht die Grabkammer nachgebaut. Vielmehr geht es um ein Verstehen der Exponate in ihrer Zeit, nicht bloß um Bewunderung.
Die Geschichte und die Geschichten um den Pharao werden anhand von zwei zentralen Leitlinien erzählt:
* Der „Kuratorische Pfad“ ist ein acht Meter breites, durchgehendes schwarzes Bodenpanel, auf dem alle Objekte arrangiert sind;
* unter der Decke hängt in 9 m Höhe der „Pfad der Sonne“, ein Bronzegeflecht mit Lichteffekten. Symbolisch stellt es den Glauben der Ägypter dar: Am Tag folgt die Welt dem Weg der Sonne über den Himmel, in der Dunkelheit kehrt sie über den Nil zurück zum nächsten Morgen.
Die Ausstellung behandelt fünf zentrale Themen: die Person Tutanchamuns, seinen Alltag, die Bestattung, den Weg eines Toten ins Jenseits, die Entdeckung des Grabes. Gezeigt werden zum Beispiel der vergoldete Thron und genauso Alltagsgegenstände wie Musikinstrumente, Jagdutensilien oder Schmuck.
Die größte der insgesamt 120 Ausstellungsvitrinen zeigt die sechs Streitwagen aus der Grabkammer.
Höhepunkt der Schau ist die berühmte Totenmaske, der ein eigener Raum gewidmet ist.
In der Grabkammer war sie in einem Sarkophag aus gelblichem Quarzit verborgen, in dem weitere 3 Sarkophage aus goldverkleidetem Holz steckten, bis als Innerstes der Sarkophag aus Gold (110 kg) mit der Mumie und der darauf liegenden Totenmaske folgte. Die Totenmaske besteht aus Gold und Kupfer und trägt rund um die Augen und für die Augenbrauen Lapislazuli, dessen Wert ehemals dem von Gold gleichkam. Die blauen Steifen sind aus Glas.
Durch die Art der Inszenierung wird versucht, nicht bloß diese außergewöhnlichen Stücke zu präsentieren, sondern auch den Besucher in die Weltsicht im Alten Ägypten eintauchen zu lassen.
Zu den besonderen Herausforderungen der Präsentation zählt die erwartete tägliche Zahl von 15.000 Gästen. Eine Lösung für die Besucherführung war, einen von zwei Enden begehbaren Ausstellungsparcours zu schaffen: Die Besucher können individuell entscheiden, von welchem Startpunkt aus sie ihre Erkundung starten.
Alle Beschriftungen sind auf Arabisch, Englisch und Japanisch. Die reichen Bebilderungen haben auch zum Ziel, das visuelle Erbe des alten Ägyptens nachzustellen.
„Ganz wichtig war uns, dass sämtliche Ausstellungselemente ausreichend gegen Vandalismus geschützt sind; Hardware und Software … sind intuitiv bedienbar für unterschiedliche Kulturen und Besuchergruppen“, schreiben die Ausstellungsmacher.













