Der 1. Preis bei den Lehrlingen ging an das Stelen-Ensemble der ersten Klasse Steintechnik und Steingestaltung der Fachschule Hallein.

Rund 85 Teilnehmer trafen sich vom 20. – 23. Jänner 2026 zur traditionellen Bildungswoche der österreichischen Steinmetze. Thematisch stand die strategische Weiterentwicklung der Branche im Mittelpunkt. Für den würdigen Rahmen der Vorträge und Preisverleihungen sorgte der Festsaal des ehemaligen Klosters Traunkirchen.

Wie üblich wurden die Natursteinpreise 2026 vergeben. Sie werden ausgerichtet vom Steinzentrum Hallein in Zusammenarbeit mit der Bundesinnung der Bauhilfsgewerbe und würdigen Projekte mit handwerklicher Qualität, Gestaltungskraft und zeitgemäßer Anwendung von Naturstein. Wir zeigen die prämierten Arbeiten. Moderator war Dr. Arnold Reinthaler.

Der zweite Lehrlingspreis ging an die Marmormaske von Alexander Schilcher (4. Klasse Steintechnik LBS Schrems).

Ein wichtiges Thema war die Neuausrichtung der berufsbildenden Schule HTL Hallein. Ihr Direktor, Mag. Johann Gutschi, begründete die notwendige Reform: Angesichts des Einbruchs der Fachschülerzahlen könne die klassische Fachschule nicht mehr weitergeführt werden. Während Lehrlinge in der klassischen dualen Ausbildung vom ersten Tag an verdienen, stellt eine Fachschule für viele Familien eine große Belastung dar. Die Krise sei daher kein Lehrlingsproblem, sondern ein Systemproblem aus Schulstruktur, Kosten und Image. Als Lösung entwarf Gutschi eine Abkehr vom reinen „zweiten Lehrweg“ hin zu einer neuen HTL-Schiene („Architektur – Raum – Naturstein“), die Naturstein mit Planung, Konstruktion, CNC, Technologie und moderner Baukultur verbindet. Ergänzt wird dies durch eine am Nationalen Qualifikationsrahmen NQR orientierte Meistervorbereitung in Kooperation mit FH-Strukturen. Ziel ist es, Naturstein aus dem engen Berufsbild „Grabstein-Fensterbank-Küchenplatte“ herauszulösen und als ernstzunehmendes Leitmaterial in Architektur, Innenraum, Fassade und Außenraum zu verankern.

Der dritte Lehrlingspreis ging an eine Karnies-Konsole mit Akanthusblatt von Fabian Bierbamer (LBS Schrems).

Ein anderes Thema auf dem Treffen war, den Bekanntheitsgrad von Naturstein als modernem Baustoff zu steigern. Dies soll mit einer breit angelegten Kampagne geschafft werden. Wie die neue Außendarstellung aussehen wird, erläuterte Lukas Jungmann, Geschäftsführer der beauftragten Agentur Aberjung aus Osttirol. Zentrales Element ist das branchenweite Kommunikationsdach „Stein erleben“: Kommuniziert wird der gesamte Weg des Steins vom Steinbruch bis in den gebauten Raum. Geplante Maßnahmen reichen von Print und digitalen Medien über Social Media, Musterboxen und Vorlagen für Betriebe bis hin zu einer zentralen Website als Informations- und Anwendungsplattform.

Anerkennungen zum Lehrlingspreis erhielten Sarah Hauder (Strasser Steine GmbH, links) sowie das Projekt „Infinity Couchtisch“ (LBS Schrems).

Weitere Themen waren:
* Normen und Regelwerke in der Praxis (Roman Toth, Vorsitzender des AK Normen und LIM Burgenland, Karin Deisl, Steinmetzmeisterin und gerichtlich zertifizierte Sachverständige, Markus Leitner, Mapei Austria GmbH, sowie Ingomar Smrcka, Ardex GmbH);
* Denkmalpflege (Steinmetzmeister Erich Reichl);
* CNC-gesteuertes Gravieren (Steinmetzmeister Klaus Fantoni);
* Marketing: „Starke Bilder sprechen für sich“ (Steinmetz und Fotograf Richard Watzke).

Der 1. Designpreis ging an eine freigeschwungene Steintreppe aus kroatischem Kalkstein von Steinmetzmeister Georg Leeb (Stone4you, Hollabrunn).

Unterstützt wurde die Veranstaltung von langjährigen Partnern und Mitausstellern: Ardex GmbH (Loosdorf), Bostik GmbH (Wöllersdorf), CNC-Graveur.at – Mobil Letter Carver, Ca’D’Oro Spa (San Giorgio di Nogaro, Udine), Gemba Handelsges.m.b.H (Wien), Mapei GmbH (Nussdorf ob der Traisen), Sopro Bauchemie GmbH (Feldbach) und Weha GmbH (Wien). Erstmals war auch Cereser Marmi Spa (Rivoli) mit von der Partie.

Quelle: Steinzentrum Hallein

Anerkennung Designpreis: Raimund Fuchs (Bergheim) für Altar und Ambo der Pfarrkirche Bad Hofgastein.

Anerkennung Designpreis: Jürgen Lampert (Göfis) für eine Innenraumgestaltung mit Travertin.

Der Grabmalpreis ging an ein Doppelgrab aus Postaer Sandstein und weißem Twimberger Marmor von Steinmetzmeister Johann Paar (Fladnitz im Raabtal).

Der Sonderpreis ging an Bernhard Hasenöhrl (Urnenhain St. Vitalis).

Eine Anerkennung erhielt Jürgen Lampert („Form, Gefühl, Erinnerung“).

Mit dem Denkmalpflegepreis wurde Raimund Fuchs (Bergheim) für die Sanierung der Pfarrkirche Bad Hofgastein ausgezeichnet.

Der Sonderpreis ging an Erich Reichl für die Rekonstruktion zweier historischer Zwerge aus dem Salzburger Mirabellgarten, bei der die digitale Reproduktion mit bewusster handwerklicher Endbearbeitung verbunden wurde.