Fußball und die Stadien dazu verbindet man nicht unbedingt mit Naturstein. Allenfalls in den VIP-Lounges findet man das edle Material wie Marmor, oder auf den gepflasterten Plätzen rund um die Spielstätten den Granit. Für den World Cup 2022 in Katar zum Beispiel lieferte die chinesische Firma Huabaostone die Pflaster, und zwar nicht nur für das World Cup Stadium, sondern auch schon zuvor für zahlreiche andere Sportstätten.
Die Weltmeisterschaft in diesem Jahr (11. Juni – 19. Juli) findet erstmals in drei Ländern statt. 16 Stadien wurden ausgewählt:
* elf in den USA in Atlanta, Boston, Dallas, Houston, Kansas City, Los Angeles, Miami, New York/New Jersey, Philadelphia, San Francisco, Seattle;
* drei in Mexiko in Mexiko-Stadt (Estadio Azteca), Guadalajara (Estadio Akron) und Monterrey (Estadio BBVA)
* zwei in Kanada in Toronto (BMO Field) und Vancouver (BC Place).
48 Teams nehmen teil und kämpfen um den Titel. Das Turnier umfasst 104 Partien.
Naturstein findet an prominenter Stelle Verwendung, nämlich am Fuß des Siegerpokals FIFA World Cup Trophy. Dort gibt es zwei grüne Streifen aus Malachit. Die Trophäe wurde 1974 von dem italienischen Künstler Silvio Gazzaniga geschaffen. Sie ist hohl, aus 18 Karat Gold gefertigt und wiegt gut 6 kg. Zwei Figuren halten die Erdkugel nach oben, die beiden grünen Streifen symbolisieren den Rasen des Spielfelds.
Bei der aktuellen WM sind übrigens alle Austragungsorte verpflichtet, ihre Spielflächen mit Naturrasen zu bepflanzen.
Wir haben sonst nicht viel zum Thema Stein gefunden. Allenfalls als Untergrund erfährt er an einigen Spielstätten Erwähnung. Man kennt das von ähnlichen Fällen weltweit, wie dem Stadion in Braga, Portugal, das in einen ehemaligen Steinbruch hineingebaut ist.
In Mexiko-City ruht das berühmte Estadio Azteca auf einer Basaltfläche, die beim Ausbruch des Vulkans Xitle vor zirka 1700 Jahren entstand. Das hatte in den 1960ern große Auswirkungen auf den Bau des Stadions: Nicht nur erwies sich das Vulkangestein als extrem hart, sodass die Arbeiten für die Fundamente einen Gutteil der veranschlagten Summe verschlangen; auch drang bei einer Tiefe von 10 Metern plötzlich Grundwasser ein, sodass die ganze Konstruktion mit zwei Stockwerken in die Höhe ausweichen musste.
Einzelne Quellen berichten, dass der Aushub teils für die Bekleidungen der Wände verwendet wurde.
Der Standort des Stadiums ist in der Nähe jenes Ortes, wo man die antike Stadt Cuicuilco vermutete, die bei der Vulkanexplosion zusammen mit großen Teilen des Valle de México zerstört wurde. Beim Bau stieß man jedoch nicht auf archäologische Funde, eher tauchten im Untergrund geheimnisvolle Höhlen auf, die beim Erkalten der Lava entstanden waren. Sie waren Anlass für zahlreiche Mythen und Spekulationen.
Kürzlich gewann der Steinmetz Juan Mena aus der Ortschaft San Nicolás de los Ranchos den zweiten Preis bei einem Nationalen Wettbewerb: Er hatte das Stadium in Lava nachgebildet.
Im Estadio Azteca findet das Eröffnungsspiel USA gegen Paraguay statt.
Auch beim Gillette Stadion in Foxborough, Massachusetts, sind die geologischen Gegebenheiten noch präsent. Auf der Webpage der Baufirma mit dem heutigen Namen Populous heißt es: „Das Stadiondesign nutzt die natürlich vorkommenden Granitfelsen der Umgebung und integriert diese Formationen, um den westlichen Vorplatz und die Spielebene zu definieren, wodurch eine Anordnung auf verschiedenen Ebenen entsteht.“
Vor dem Stadium gibt es noch eine Besonderheit mit Stein: Dort steht die übergroße Statue von Quarterback Tom Brady, der mit den Patriots sechsmal den Super-Bowl im American Football gewann. Die Skulptur ruht auf einem Sechseck aus Granit, was sich auch auf die sechs Bundesstaaten der Region New England bezieht.


