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Design: damit es Mensch und Tier nicht dürstet

(September 2012) „Watering Holes“ (Wasserstellen) nennt sich ein neuer Trinkbrunnen in den Londoner Royal Parks, an dem oben die Menschen und unten die Tiere trinken können. Entworfen wurde er von Robin Monotti Architects zusammen mit Mark Titman, die sich damit in einem Wettbewerb gegen 129 Einreichungen aus 26 Ländern durchsetzten. Vorgabe war, dass die Entwürfe robust sein, aber gleichzeitig die Royal Parks „optisch bereichern“ sollten, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Das erreicht „Watering Holes“. Denn mit seinen 800 kg Cornish Granite könnte der Brunnen auch als moderne Skulptur durchgehen. Funktional ist er gleichfalls: auch für Kinder oder Rollstuhlfahrer gibt es einen Wasserauslauf auf passender Höhe, und an der Seite finden sich in Reichweite die Knöpfe zum Anschalten. Der Brunnen steht im Green Park.

Noch einen zweiten Gewinner gab es bei dem Wettbewerb: „Trumpet“ (Trompete) heißt er, wurde von Moxon Architects entworfen und kann in den Kensington Gardens bewundert werden. Unser Foto zeigt die Einweihung vor einigen Monaten.

Rund 35 Trinkbrunnen gibt es in den 8 Royal Parks in London. Sie zeigen eine große Vielfalt von Designideen. Die New Yorker Tiffany & Co Foundation hat 1,2 Millionen US-$ für neue Entwürfe und für die Pflege der alten gestiftet.

Ganz aus Granit ist dieser Brunnen am Hanover Gate im Regent’s Park.

Wie eine Viehtränke sieht der Brunnen am Ladderstile Gate im Richmond Park aus, hier ein Bild vor der Restaurierung. Achtung: Das Wasser kommt aus dem Hahn, nicht aus dem Becken!

In den Kensington Gardens steht der Brunnen „Two Bears“, der zwei Bärenjunge im Spiel zeigt. Er wurde 1939 zum 80. Geburtstag der Städtischen Gesellschaft für Trinkbrunnen und Viehtränken errichtet.

„St. Govor’s Well“ liegt unauffällig mitten auf einer Wiese in den Kensington Gardens. Er ist ganz aus Naturstein gefertigt, erinnert in seiner Form aber an die metallenen Wasserspender, wie man sie von Bahnhöfen oder Flughäfen kennt.

Stein im Sockel trägt den „Freeman Familiy Fountain“ im Hyde Park. Er hat vier Ausflüsse auf verschiedener Höhe und eine Station, um Flaschen aufzufüllen. Der Name bezieht sich auf den Finanzier der Anlage.

Ehrfurcht gebietet der „Ready Money Fountain“ aus 10 t sizilianischem Marmor und 4 t rotem Aberdeen Granit im Regent’s Park. Er ist der größte Trinkbrunnen in London. Der Name geht auf einen indischen Industriellen zurück, dessen Spitzname „Ready Money“ war und der die Anlage als Dank an die Briten stiftete.

Zum Schluss unserer Auswahl wollen wir noch auf den „Diana Memorial Fountain“ im Hyde Park verweisen.

Er ist kein Trinkbrunnen, sondern ein doppelter Wasserlauf, dessen Bett aus 545 Einzelteilen aus Cornish Granite zusammengesetzt ist: Das Wasser verläuft vom Startpunkt aus auf zwei Wegen über Stromschnellen und Wirbel, bis es in einem tiefer gelegenen Pool zur Ruhe kommt. Das soll das Leben der Princess of Wales und ihren offenen Charakter symbolisieren. Entworfen wurde das Memorial von der US-amerikanischen Landschaftsarchitektin Kathryn Gustafson.

Übrigens: Trinkwasserbrunnnen sind nicht nur Zier der Parks und Durstlöscher für die Besucher. Sie können auch helfen, den Abfall aus Plastikflaschen zu reduzieren. Dafür setzt sich das Portal Find a Fountain ein, das über die Standorte von Trinkwasserbrunnen in London beziehungsweise über Auffüllstationen für Mehrwegbehälter informiert.

The Royal Parks Foundation

Find a Fountain

Fotos: The Royal Parks Foundation

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