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Märkte: „Für uns gibt es noch viel von den anderen Großen zu lernen“

(Februar 2013) Die China Stone Material Association ist der landesweite Verband der Steinbranche. 1000 Firmen aus Produktion, Verarbeitung und Handel sind Mitglieder. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Präsident ist Zou Chuansheng. Im Vorfeld der Messe in Xiamen (6.-9. März 2013) gab er Peter Becker von Stone-Ideas.com ein Interview.

Stone-Ideas.com: Wie war 2012 für Chinas Steinbranche?

Zou Chuansheng: Die chinesische Steinindustrie hat die Schwierigkeiten überwunden, die sich aus der Schwäche der internationalen Märkte und aus der Regulierung des Immobiliensektors zuhause ergaben. Obwohl das Wachstum unserer Branche im Vergleich zu den Vorjahren nachließ, erzielten die großen Firmen eine Steigerung von über 20% bei Produktion und Erträgen. Gemeint sind Firmen mit einem jährlichen Umsatz von über 20 Million RMB. Auch bei Maßnahmen zur Modernisierung und Anpassung an Neuheiten wurden gute Ergebnisse erzielt.

 

Stone-Ideas.com: Wieviel Naturstein exportiert China, und wieviel wird im Land verbraucht?

Zou Chuansheng: China hat in den Monaten Januar bis November des vergangenen Jahres 11,659 Millionen t Naturstein exportiert. Insgesamt werden wir zum Jahresende wohl 12 Millionen t erreicht haben. Der Inlandsverbrauch belief sich auf 130 Millionen t.

 

Stone-Ideas.com: 2012 gab es in China insgesamt einen Rückgang des wirtschaftlichen Wachstums. Wie wirkte sich das auf die Branche aus?

Zou Chuansheng: Auch wir mussten einen Rückgang im Wachstum hinnehmen. Allerdings gibt es seit der zweiten Hälfte des 3. Quartals eine positive Umkehr und eine schnelle Erholung. Für 2013 erwarten wir ein kleines V-Wachstum. (*)

 

Stone-Ideas.com: Bei den Exporten muss sich China mit der anhaltenden Schwäche zweier wichtiger Märkte auseinandersetzen, in den USA und in Europa. Welche Strategie haben die chinesischen Firmen, um dennoch ihre Markanteile zu erhöhen?

Zou Chuansheng: Unsere Firmen verfolgen 2 Wege, um auf den traditionellen Märkten stark zu bleiben und neue Märkte zu erobern. Unsere wichtigsten Ziele blieben im Jahr 2012 Südkorea, Japan, die USA und Deutschland. Zu wichtigen Exportzielen werden ebenfalls Taiwan, Hongkong, Saudi Arabien, Russland und Vietnam.

 

Stone-Ideas.com: Bei unserem Interview im letzten Jahr sagten Sie, das „grüne” Produktion das wichtigste Thema für 2012 sein werde und dass die Regierung noch die von Ihrem Verband erarbeiteten Standards verabschieden müsse. Hat es diese Verabschiedung gegeben und was sind die Inhalte im Detail?

Zou Chuansheng: Die Standards wurden von Experten überprüft und warten nun auf die Verabschiedung. Die wichtigsten Punkte darin sind der Verbrauch von Wasser, Energie und anderen Ressourcen und Themen wie zum Beispiel Kontrolle von Lärm.

 

Stone-Ideas.com: Das Verabschieden von Standards ist eine Sache, die Kontrolle der Einhaltung eine andere. Was passiert, wenn eine Firma sich nicht daran hält?

Zou Chuansheng: Wenn die Regierung die Standards erlassen hat, wird der Verband mit den Behörden strenge Inspektionen nach den entsprechenden Gesetzen und Regeln vornehmen.

 

Stone-Ideas.com: In einem unserer Berichte über globale Statistiken zur Steinbranche hatten wir China als „Supermacht” tituliert. Wir meinten damit auch, dass das Land eine aktive Rolle spielen sollte, um die Branche zusammenzubringen, etwa wenn es um den Wettbewerb mit der Keramikindustrie geht. Was halten Sie von dem Titel „Supermacht”?

Zou Chuansheng: Ich kann der Bezeichnung nicht zustimmen. Zwar ist China im Bezug auf Produktion und Verbrauch von Naturstein wirklich groß geworden. Aber das gilt nur im Hinblick auf die Statistik. Bei genauerer Betrachtung kann man erkennen, dass der Pro-Kopf-Verbrauch an Naturstein bei uns noch sehr gering ist. Im Hinblick auf Produktion und Technologie, Umweltschutz und Ressourcenverbrauch gibt es für uns noch viel von den anderen Großen zu lernen.

 

(*) Der Begriff V-Wachstum beschreibt einen kräftigen Anstieg nach einer nur kurzen Phase geringer wirtschaftlicher Aktivität. Bei einem U-Wachstum dauert die Flaute länger und verläuft der Anstieg moderater.

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