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Türkei: Rücksturz unter die 2-Millarden-US-$-Schwelle nach dem zweiten schwachen Exportjahr in Folge

Das Blockgeschäft machte der türkischen Steinbranche im Jahr 2015 wenig Freude. Ein Foto von der Messe Marble in Izmir 2015. Foto: Izfas

Lieferungen von Endprodukten in die USA jedoch stabil / Das Land unternimmt große Anstrengungen, um neue Märkte zu finden

Im 2. Jahr in Folge gingen die Exporte der türkischen Natursteinfirmen zurück, und diesmal fielen sie sogar unter die magische Schwelle von 2 Milliarden US-$: hatten die Ausfuhren 2014 nach Wert noch 2,128 Milliarden US-$ betragen (nach Tonnage: 7,371 Millionen t), waren es 2015 nur noch 1,907 Milliarden US-$ (6,519 Millionen t).

In Prozent waren das -10% nach Wert und -12% nach Tonnage gegenüber dem Vorjahr (2014: -4,2% nach Wert, -12,6% nach Tonnage).

Dabei war es erst 2013 gewesen, dass man die magische Schwelle hatte überspringen können, als Naturstein im Wert von 2,225 Milliarden US-$ (8,441 Millionen t) ins Ausland verkauft worden war.

Damit fielen die türkischen Natursteinexporte 2015 beinahe wieder auf das Niveau von 2012 zurück (1,903 Milliarden US-$, 7,908 Millionen t).

Die Gründe liegen auf der Hand: die Abkühlung der Wirtschaft in China, die Krise in Russland, die schwachen EU-Länder und der Krieg in Syrien mitsamt der Instabilität in Nordafrika.

Lichtblick beim Export von Blöcken war vor allem Indien. Seine Einkäufe in der Türkei stiegen nach Tonnage um +13% auf 62,914 Millionen t (2014: 55,634 Millionen t).

Ebenfalls ein Lichtblick waren die stabilen Exporte von Endprodukten in die USA. Dorthin lieferten türkische Firmen Steinwaren im Wert von 324,905 Millionen US-$ (2014: 323,882 Millionen US-$).

Interessant ist auch der Blick auf Mittel- und Südamerika. Während die Exporte dorthin in der Gesamtheit – wegen der Schwäche Brasiliens – um (-)27,59 % zurückgingen, stiegen sie in einzelnen Ländern kräftig an: Argentinien +38,10%, Guatemala +51,09% oder Uruguay +82,34%. Kleinere Länder wie Belize oder Surinam erreichten sogar Steigerungen zwischen +100% und knapp +300%, ebenso Nicaragua. Allerdings sind die Ausgangszahlen hier sehr niedrig.

In beinahe alle Länder der Europäischen Union waren die Exporte um deutlich über (-)10% rückläufig. Einzig Polen (+22,62), Bulgarien (+13,32%) und Rumänien (+5,43%) kauften 2015 mehr Marmor und Travertin in der Türkei als im Jahr vorher.

Der Mittlere Osten verzeichnete in einigen Ländern geringe Steigerungen (Saudi-Arabien: +2,65%). Dem standen jedoch drastische Einbrüche von um die (-)30% im Irak, in Palästina oder im Libanon gegenüber.

Die Länder im Süden Afrikas verschafften dem Kontinent als statistischen Mittelwert eine Steigerung um +24%.

Festzuhalten ist, dass die türkische Steinbranche mit Unterstützung durch die Regierung sich schon eine Zeitlang intensiv um neue Märkte bemüht.

Initiativen in dieser Richtung waren beispielsweise die neuen Messen in Singapur (Singapore Stone Show) oder in Marokko (Maroc Stone). In Bursa fand erstmals eine Indoor-Messe für Blöcke statt.

Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung [Ministry of Economy Development] in Ankara hat schon vor einigen Jahren das UR-GE-Programm eingerichtet, dessen Ziel ist, die internationale Wettbewerbsfähigkeit [International Competitiveness] kleiner und mittelgroßer Firmen zu stärken. Diese Unternehmen sollen zum Exportieren ermuntert werden.

Auch verfolgt die Branche das Ziel, dem Stein einen Mehrwert zu geben, also ihn mit Design anzureichern und ihn in Form von neuen Produkten auf die Märkte zu bringen.

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(21.04.2016)