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Natursteinarbeiten am Humboldtforum im Berliner Schloss und in der Villa Massimo in Rom

Teil der künftigen Fassade des Humboldtforums im neuen Berliner Stadtschloss. Foto: Juni 2017

Das neue „Jahrbuch Bau und Raum 2017“ des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) beschreibt die Bauten des Bundes

Die Natursteinarbeiten am Humboldtforum im Berliner Schloss und und ebenso in der Villa Massimo in Rom sind zwei der Themen im „Jahrbuch Bau und Raum 2017“ des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Das Buch mit vielen Fotos auf knapp 200 Seiten behandelt aktuelle Bauten des Bundes, darunter den Neubau des Bundesnachrichtendienstes in Berlin, die neuen Büros des Bundestages, die Sanierung des Goethe-Instituts in Thessaloniki oder das neue Interieur der Botschafterresidenz in Oslo, um nur einige zu nennen.

Daneben werden aktuelle Wettbewerbe sowie Projekte der Kunst am Bau beschrieben.

Beim Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses hatte das Bundeamt im Jahr 2006 die Projektverantwortung übernommen. Was die Fassaden mit dem aufwändigen Schmuck an Figuren und Ornamenten betrifft, werden in dem Jahrbuch die Grenzen der Rekonstruktion benannt: „Eine absolut authentische Rekonstruktion der Außenwände des ehemaligen Berliner Schlosses ist ausdrücklich nicht Gegenstand der Aufgabenstellung und aufgrund der – gegenüber der Historie – veränderten Nutzung des Gebäudes auch nicht möglich“.

In groben Zügen werden die besonderen Anforderungen bei dem Projekt mit 24.279 Werkstücken aus 9150 Kubikmetern Naturstein an den Fassaden geschildert. Sind 87 Prozent davon sind Architekturbauteile aus Massenproduktion und rund 1235 Kubikmeter bildplastische Werkstücke, von denen viele als Einzelstücke anzufertigen sind.

Bei dem Projekt gab es die Möglichkeit, die händische Arbeit von Steinmetzen direkt mit der Arbeit von CNC-Maschien zu vergleichen, heißt es: schnell und kostengünstig sei die Arbeit der Maschine zwar, aber bei ihrer oft tagelangen automatisierten Arbeit habe man kaum in die Abläufe eingreifen können, so dass Material- und Programmierfehler erst am Ende feststellbar und folglich meist irreparabel waren. Im Gegensatz dazu habe „die manuelle Bearbeitung den Vorteil, dass der Steinmetz mögliche Schwachstellen im Material frühzeitig erkennen kann.“

Eine der Besonderheiten am neuen Berliner Stadtschloss ist, dass die Naturstein-Fassade nicht vorgehängt ausgefertigt wurde. Vielmehr gibt es vor der Betonwand eine Klinkerwand, in die die teils tonnenschweren historischen Elemente aus Sandstein eingemauert sind. Foto vom Oktober 2015.

Im Fazit zu diesem Mammut-Vorhaben, das im Gegensatz zu anderen Berliner Projekten (bisher) sowohl im Zeit- als im Kostenrahmen liegt, schreiben die Autoren: solches „Bauen im Grenzbereich“ der geltenden Regelwerke sei nur dann beherrschbar, „wenn der öffentliche Bauherr frühzeitig ein Qualitätsmanagement einplant und die erforderlichen personellen Strukturen (dafür) aufbaut“.

In der Villa Massimo in Rom ging es um die Sanierung „eines Gesamtkunstwerks“ aus alten Bäumen, dem gepflegten Park mit Skulpturen und Fragmenten, „das selbst in Rom etwas Besonderes ist – eine Insel der Kontemplation mitten in der hektischen Stadt“.

Gutachten hatten ergeben, dass nach der Restaurierung vor einigen Jahren auf dem Wissensstand der damaligen Zeit einige Objekte „in bedenklichem Zustand oder nicht mehr standfest waren, wenn sie nicht sogar schon umgefallen waren“. Die Statuen wurden gereinigt, Risse wurden gesichert, korrodierte Dübel ersetzt oder auch Einzelteile von Figuren neu komponiert.

Weitere Arbeiten waren unter anderem notwendig an den Natursteinportalen und Fenstergewänden am Haupthaus und einem Nebengebäude. „Es ist wieder das Gleichgewicht zwischen Pflanzen und Skulptur erreicht, das diesen Ort zu einem besondern macht“, heißt es als Fazit.

Das „Jahrbuch Bau und Rau 2017“ ist im Selbstverlag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung erhältlich per Mail oder in Buchhandlungen, unverbindliche Preisempfehlung 19,90 Euro. ISBN: 978-3-87994-215-2. Mail

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(17.12.2017)