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Neugestaltung des Brunkebergstorg-Platzes in Stockholm: der Investor wollte Naturstein und bezahlte dafür

Der Brunkebergstorg-Platz in Stockholm.Der Brunkebergstorg-Platz in Stockholm.

Der schwedische Natursteinverband hat das Projekt mit dem Preis des Jahres 2017 ausgezeichnet

Manches an der Neugestaltung des Brunkebergstorg-Platzes mitten in Stockholm war sehr ungewöhnlich: zum Beispiel gab der Investor eines Hotels direkt am Platz das Geld für die Erneuerung des lange vernachlässigten Ortes, und nach dem Konzept sollte der Platz nicht mehr Grün haben, sondern im Gegenteil in Stein gestaltet werden.

Kein Wunder, dass der schwedische Natursteinverband das Projekt mit dem Preis des Jahres 2017 auszeichnete.

Denn herausgekommen ist eine Art Showroom für eine Platzgestaltung mit Naturstein: der Besucher findet rund 5000 m² des heimischen Granits Tossene Gray Bohus, der zudem in unterschiedlichen Größen verbaut wurde, und schließlich liegt der Stein auch in unterschiedlichen Oberflächen vor.

Geben wir zunächst einen allgemeinen Überblick über den Ort, um den es hier geht. Peter Willebrand, Chefredakteur beim Verbandsmagazin „Sten“, hat uns freundlicherweise die Information dazu geliefert.

Der Brunkebergstorg liegt im Herz der City von Stockholm: nur 200 m sind es von hier bis zum Sitz des schwedischen Parlaments (Riksdagen), um die Ecke befinden sich Außenministerium und Hauptbahnhof, gleich am Platz residiert die Nationalbank und dann schließt sich noch das große Einkaufszentrum The Galleria an.

In den 1920er war es ein Quartier des feinen Lebensstils. Die Gebäude wurden prächtig im Stil der Belle Epoque herausgeputzt.

In den 1970ern jedoch galten neue Leitlinien für das Bauen, und rund um den Platz entstanden damals moderne Gebäude, teils im Stil des Brutalismus. In der Folgezeit wurde der Platz von der Planung vernachlässigt und kam herunter.

Die Nationalbank mit einer Fassadenverkleidung aus Diabas. Foto: Holger Elgaard / Wikimedia Commons

Zuletzt gab es inmitten der hässlichen Fassaden ein ungepflegtes Areal mit mächtigen Bäumen, die auf Fotos ein wenig an einen Dschungel erinnern.

Vor ein paar Jahren haben Investoren die Gegend entdeckt: es entstanden neue Hotels, auch ein nobles Restaurant in einem Dachgeschoss mit Blick über den Platz, und die Geldgeber machten Druck auf die Stadt, den Brunkebergstorg wieder aufzuwerten.

Einer der Investoren war der schwedische Pensionsfonds AMF Fastigehter, eines der größten Immobilienunternehmen des Landes. Er ließ aus einem der Brutalismus-Häuser das schicke Art Six Hotel der Fünf-Sterne-Klasse machen (Link siehe unten). Von dem Fonds kam auch das Geld für die Umgestaltung des Platzes und ebenso der Wunsch, Naturstein zu verwenden und so dem Areal eine hohe Wertigkeit zu geben.

Planer und Stadt zogen an einem Strang, wie Peter Willebrand im Magazin „Sten“ schreibt: es gab eine „enge Zusammenarbeit zwischen Åsa Drougge und Evelina Skogelid von Level Landschaftsarchitektur und Kristina Menyes Nyman von der Stadt Stockholm“.

Die Fachfrauen zeigten Mut, den Platz sogar von dem ausufernden Grün zu befreien und ihn – gegen Proteste mancher Bürger – wieder zu einem städtischen Terrain zu machen.

Der Brunkebergstorg-Platz in Stockholm.

Neugestaltet wurden auch die Brunnen auf dem Platz, ebenso die Beleuchtung, die Sitzbänke mit einer besonderen Form und einiges mehr.

Der Brunkebergstorg-Platz in Stockholm.Der Brunkebergstorg-Platz in Stockholm.

Prägend für die neue Atmosphäre ist die Pflasterung mit dem grauen Granit, der aus Schweden stammt. Verlegt wurden Steine verschiedener Größen, und neben der gestockten Oberfläche gibt es auch geflammte Streifen. Das wirkt sehr belebend auf das Gesamtbild. Als „subtil“ und „vibrierend“ wird die Gestaltung im Magazin Sten bezeichnet.

Die Nationalbank mit einer Fassadenverkleidung aus Diabas.

Damit schafft der Platz einen wohltuenden Kontrast zur Fassade der Nationalbank mit ihrem strengen Muster aus Diabas. Das Gebäude ist in Schweden ebenso bekannt wie umstritten.

Den Stein für den Platz lieferte die Firma Hallindens Granit, verlegt wurde er von SH Bygg.

Die Zeit für Planung und Ausführung der Steinarbeiten war sehr kurz. Denn die Neugestaltung sollte zur Eröffnung der Hotels abgeschlossen sein. Auch das wurde geschafft.

Der nächste Schritt besteht darin, den Brunkebergstorg besser an die Umgebung anzuschließen. Dafür soll derselbe Granit verwendet werden.

Magazin Sten (schwedisch 1, 2)

Hallindens Granit

SH Bygg

Fotos: Karin Oleandersson

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(27.02.2018)