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Ausstellung „Der Berg ruft“ im Gasometer Oberhausen

Blick in die Ausstellung „Der Berg ruft“. Foto: DLR

Eine Projektion zeigt ein auf dem Kopf stehendes Abbild des Matterhorns und dokumentiert die Möglichkeiten der Erdbeobachtung

Das Matterhorn ist mit 4478 Metern nicht einer der höchsten Berge der Welt – und noch nicht einmal der höchste Berg der Alpen. Doch seine markante, dreieckige Form macht es einzigartig. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Fels-Pyramide mit Satelliten- und Flugzeugüberflügen vermessen und mit diesen Daten ein präzises Geländemodell erstellt und sie als 3D-Projektion auf einer 17 Meter hohen Nachbildung in den Gasometer Oberhausen holt.

Dort schwebt es als Höhepunkt der Ausstellung „Der Berg ruft“ bis zum 30. Dezember 2018 kopfüber im 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers. Ein Spiegel auf dem Boden reflektiert den Berg und ermöglicht so den Blick aus der Vogelperspektive.

Knapp 3000 Bilder sind die Grundlage, mit der die Wissenschaftler des Earth Observation Centers (EOC) des DLR die Animation erstellten. Daraus entstand ein dreidimensionales Geländemodell des Bergs. Im EOC kombinierten DLR-Wissenschaftler die gewonnenen Höhendaten und Texturen am Computer zu einem Abbild des Matterhorns und ließen anschließend hunderte virtuelle Kameras über dem Berg in 3D kreisen – so entstanden Animationen, die die Skulptur lebendig werden lassen. Mit 67 Millionen Pixeln entspricht die Auflösung der Animation dem Achtfachen einer hochaufgelösten Kinoproduktion.

Das Gasometer in Oberhausen. Foto: Gasometer

„Die Kompetenzen, die wir für die Matterhorn-Skulptur in der Ausstellung eingesetzt haben, verwenden wir in unserer täglichen Arbeit in der Erdbeobachtung“, sagt Prof. Hansjörg Dittus, Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Mit der Fernerkundung aus dem All liefern und verarbeiten wir die Daten, um die Veränderung der Erdoberfläche, der Atmosphäre oder den globalen Wandel zu beobachten und zu erforschen. Das Matterhorn war für uns eine Experimentierfeld, an dem wir unsere Methoden testen und bewerten konnten.“

Normalerweise profitieren Krisenhelfer, Stadtplaner, Klimaforscher oder auch Archäologen von der Erdbeobachtung. Mit den Daten aus dem All können unter anderem Bodenbewegungen millimetergenau erfasst, Wasser und Luft in ihrer Qualität untersucht oder auch Gletschermassen eingeschätzt werden.

„Wir zeigen auf der Projektionsfläche das Matterhorn im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten, die Aufstiegsrouten, die die Bergsteiger in den vergangenen 150 Jahren erschlossen haben, und die extreme Topographie des Berges“, erläutert Nils Sparwasser vom Earth Observation Center des DLR. 17 Projektoren bringen mit der aufwendigen Animation die Details auf die 2033 Quadratmeter Oberfläche des Matterhorn-Nachbaus.

Die Ausstellung des Gasometer Oberhausen zeigt aber nicht nur das Matterhorn: In einzigartigen Filmausschnitten und Fotos dokumentiert sie die Lebenswelten in eisiger Höhe und dünner Luft, bringt den Besuchern die legendären Erstbesteigungen nahe und berichtet von Triumphen und Niederlagen. „Mit ‚Der Berg ruft’ erzählen wir von wundervollen Orten, die seit jeher die Menschen fasziniert haben“, sagt Prof. Peter Pachnicke, Kurator der Ausstellung.

Gasometer Oberhausen, Ausstellung „Der Berg ruft“ bis 30. Dezember 2018

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Quelle: DLR

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(21.03.2018)