www.stone-ideas.com

Die portugiesische Firma LSI Stone macht aus Fehlstellen in ihrem Kalkstein ein exotisches Material fürs Marketing

Präsentiert wurde der Kalkstein mit Onyx von LSI Stone erstmals auf der Marmomac 2017. Foto: LSI Stone

Das Unternehmen hat seinen Sitz in einer Gegend mit Tropfsteinhöhlen, und so gibt es gelegentlich auch in ihren Brüchen kleine Zonen mit Onyxmarmor

Oft wird beklagt, dass für die derzeit übliche Verwendung von Naturstein Sorten mit industrieller Einheitlichkeit bevorzugt werden und dass folglich das meiste, kaum dass es aus einem Bruch kommt, schon zu „Abfall“ gemacht wird. Allerdings haben Marmor, Granit und Co von Natur aus Unregelmäßigkeiten – das können Risse sein, die das Material wirklich unbrauchbar machen, oder auch Adern, die ihm ein ganz besonderes Erscheinungsbild geben.

Mit einer besonderen Eigenheit ihres Kalksteins hat es die portugiesische Firma LSI Stone zu tun, und sehr ungewöhnlich ist, was sie daraus macht.

Der Sitz der Firma befindet direkt an einem Nationalpark (Parque Natural das Serras de Aire e Candeeios) und dort gibt es im Kalksteinmassiv (Maciço Calcário Estremenho) um die 1500 Tropfsteinhöhlen. Zu den bekanntesten zählen die Grutas de Mira de Aire, eines der 7 Naturwunder Portugals.

Durch Risse im Gestein lief über Jahrmillionen mineralhaltiges Wasser durch den Kalkstein. So auch in den Steinbrüchen von LSI Stones. Wo es nun dort im Fels eine Höhlung bestimmter Art gab, bildeten sich Tropfsteine.

Sie bestehen in diesem Fall aus einer Art von Onyx (Onyxmarmor).

Werden die Rohblocke nun im Werk zersägt, kommen diese Höhlungen zum Vorschein, und LSI sortiert die Platten aus, wie es jeder Steinbruchbetreiber machen müsste.

Allerdings wird dieses Material nicht weggeworfen, sondern mit Harz behandelt, so dass der Onyx stabilisiert wird und poliert werden kann.

In Kooperation mit der Firma GPI wurde eine Hinterleuchtung mit speziellen Lampen entwickelt, die die Strukturen im Onyx und seine Farbe besonders wirken lässt. So entstehen Platten, die ganz einmalige Effekte etwa zur Dekoration von Innenräumen bieten.

Die Stein soll als portugiesischer Onyx „Made by LSI“ vermarktet werden. Derzeit wird die Marke registriert.

Natürlich kann dieser Onyx nur ein exotisches Nischenprodukt sein im Vergleich zu der Massenware etwa aus der Türkei oder dem Iran.

Aber, so sagt LSI-Chefin Regina Vittorio: „Er kann die Vielfalt unserer portugiesischen Natursteine und das Knowhow der Firmen des Landes einmal mehr unter Beweis stellen.“

Seinen Wert hat dieser „Abfall“ also für das Marketing der Firma, nicht wirklich für den Verkauf.

LSI Stone

Grutas de Mira de Aire


 

 

 

 

(22.04.2018)