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CNN: „Wenden sich Architeken von den Hochhäusern mit Glasfassade ab?“

Glasfassaden beherrschen die Skyline von London. „The Gherkin“ ist das Gebäude rechts mit der gebogenen Form. Foto: Colin / Wikimedia Commons

Ein Report konstatiert, dass einige prominente Büros die Energiebilanz eines Gebäudes und dessen Wirkung auf das Drumherum verstärkt bedenken

Hochhäuser mit Glasfassden von oben bis unten werden zunehmend kritisch von prominenten Architekten diskutiert. An ihnen wird nicht nur bemängelt, dass sie monoton aussehen, sondern auch wie sich ihre Energiebilanz darstellt und wie sie auf ihre Umgebung wirken. Das sind zentrale Aussagen auf einer Style-Webpage des Nachrichtensenders CNN.

Autor David Holland zitiert zum Beispiel den britischen Architekten Ken Suttleworth, der für Foster and Partners „The Gherkin“ entworfen hat: er würde heute Glas nicht mehr so im Übermaß einsetzen und nennt als „modernes Manifest der Architekten: Gebäude mehr energieeffizient machen“.

Andere Kritiker werden genannt, die sich mokieren über die „kalte und nicht einladende“ Atmosphäre, mit der Glastürme ihre Umgebung überziehen.

Bemängelt wird auch die seit den 1970er Jahren übliche wenig inspirierende uniforme Glashaut zum Beispiel ohne jegliche Ornamente. „Sie sind gedacht, um ihre Besitzer und Mieter zu bereichern, aber nicht unbedingt auch das Leben … von denjenigen, die zwischen den Gebäuden herumlaufen“.

Allerdings, so betonen die befragten Architekten, wollten sie keineswegs das Glas aus der Hochhausfassade verdammen. Aber unter Gesichtspunkten des Energieverbrauchs sollte man auch über andere Materialien „wie Metall oder Granit“ nachdenken, um diese zusammen mit Glas einzusetzen. So könnte man in den unteren Etagen, wo sowieso nur wenig Licht ins Gebäude fällt und wo es auch keine Aussicht gibt, verstärkt auf andere Baustoffe zurückgreifen.

Befragt wird in dem Report auch ein Vertreter des Verbands Glass for Europe. Er verweist darauf, dass es inzwischen Gläser mit integrierten Solarzellen gibt und fordert die Architekten auf, zusammen mit der Branche neue Fassadengestaltungen zu entwickeln.

Ökobilanz Glasfassade-Natursteinfassade

Konkrete Zahlen im Vergleich von Naturstein zu Glas als Fassadenmaterial hat der Deutsche Naturwerkstein-Verband (DNV) in seiner „Nachhaltigkeitsstudie“ vorgelegt. Dort wurden die Lebenszyklen beider Baustoffe auf ihre Auswirkungen auf die Umwelt hin miteinander verglichen.

Aspekte waren der Verbrauch an Energie bei der Herstellung und ebenso der Verbrauch an Boden, Wasser und Luft in dieser Lebensphase des Baustoffs.

Die Studie verglich eine Fläche von 1 m² hinterlüfteter Natursteinfassade mit 1 m² Glasfassade über einen Zeitraum von 100 Jahren.

Kurz die wesentlichen Ergebnisse des Vergleichs:
* „Eine Natursteinfassade weist deutliche ökologische Vorteile auf;
* Glasfassaden benötigen insgesamt das Dreifache an Primärenergie;
* Die Umweltbelastungen durch eine Glasfassade sind wesentlich höher.“

Die Studie wurde inzwischen von zahlreichen Natursteinverbänden in deren Sprachen übersetzt. Auf Deutsch und Englisch kann sie gegen eine Schutzgebühr von 16 € bezogen werden beim Deutschen Naturwerkstein-Verband (DNV).

CNN: „Are architects turning their backs on glass skyscrapers?

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(01.05.2018)